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Große Politikreform vorgeschlagen - Altmaier will den Bundestag verkleinern

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Kleinerer Bundestag, festgeschriebene Ministerzahl, Bündelung von Wahlterminen: Das sind Lehren, die Wirtschaftsminister Altmaier aus den jüngsten Wahlen ziehen will.

Peter Altmaier (CDU)
Peter Altmaier (CDU) fordert unter anderem eine Bundestagsreform.
Quelle: DPA

Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich für eine Reform des politischen Systems und eine stärker Beteiligung der Bürger an Entscheidungen ausgesprochen. Die Thüringen-Wahl sei eine tiefgreifende Zäsur, schreibt der CDU-Politiker in einem Gastbeitrag für die "Rheinische Post".

Die großen Parteien müssten zu Veränderungen bereit sein. Konkret nannte er eine Verkleinerung des Bundestags. Auch solle die Zahl der Minister auf 15 festgeschrieben werden. Zudem müsse die Debattenkultur überdacht werden.

Es geht um grundlegende Fragen des Vertrauens.
Peter Altmaier

"Wir dürfen unsere Hände nicht in Unschuld waschen, wenn der Anteil der Wähler, die keine staatstragende Partei mehr wählen, sich verdoppelt, die Mitgliederzahl der Parteien sich halbiert und die Abgeordnetenzahl immer weiter steigt", schreibt Altmaier in dem Gastbeitrag. "Es geht längst nicht mehr um irgendeinen neuen Vorsitzenden, Kanzlerkandidaten oder Minister, es geht auch nicht um den soundsovielsten Koalitionskompromiss, es geht um grundlegende Fragen des Vertrauens und der Akzeptanz", erklärte Altmaier. Dazu müssten alle zu grundlegenden Politikreformen bereit sein.

Alle vier Jahre 40 Sitze weniger

Konkret nannte er eine Verkleinerung des Bundestags. "Ich bin der Meinung, dass wir noch in diesem Jahr eine Parlamentsreform brauchen, die zu einer deutlichen Verkleinerung in mehreren Stufen führt. Die Zahl der Abgeordneten sollte alle vier Jahre um 40 Sitze reduziert werden, bis eine angemessene Zahl erreicht ist."

Die Zahl der Minister solle auf 15 festgeschrieben werden und die Zahl der Staatssekretäre und Regierungsbeauftragten ab der nächsten Regierungsbildung um ein Drittel reduziert werden. Bundestags- und Landtagswahlen müssten stärker konzentriert und zusammengefasst werden. Auch die Wahlperiode im Bund müsse auf fünf Jahre verlängert werden.

Online-Anhörungen

Zudem müsse die Debattenkultur überdacht werden. "Wir brauchen Formate, mit denen Debatten auch außerhalb von Wahlen möglich sind", so Altmaier. Im Vorfeld von Gesetzen schlägt der Minister Online-Anhörungen vor, in denen Menschen die Möglichkeit gegeben werden sollte, sich zu äußern.

Informelle Gremien, zum Beispiel die Koalitionsausschüsse, hätten in solchem Maße zugenommen, dass die formell zuständigen Gremien entwertet werden. Auch das trage zur Verdrossenheit bei den Bürgerinnen und Bürgern bei, weil die allermeisten Entscheidungen hinter verschlossenen Türen getroffen würden.

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