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Stahlindustrie - Thyssenkrupp will bis zu 2.500 Stellen streichen

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Thyssenkrupp setzt den Rotstift auch in der Verwaltung an. In den kommenden drei Jahren soll dort mindestens jede neunte Stelle gestrichen werden. Es ist nicht das einzige Sparprogramm.

"Der Bergbau und die Schwerindustrie hat 300 Jahre Tradition. Das kleinste Bundesland kämpft seit Jahren mit dem Strukturwandel", erklärt ZDF-Reporterin Melanie Haack in der Dillinger Hütte.

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Der Industriekonzern Thyssenkrupp verschärft den Sparkurs und will in den kommenden drei Jahren bis zu 2.500 Stellen in der Verwaltung abbauen. Die Hälfte davon entfalle auf Deutschland, erklärte das Unternehmen. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2019/20 will es bis zu 400 Millionen Euro in der Verwaltung einsparen. Thyssenkrupp beschäftigt dort derzeit 18.000 Menschen. Die aktuellen Verwaltungskosten bezifferte der Konzern auf 2,4 Milliarden Euro pro Jahr. Diese seien "deutlich zu hoch".

"Instrumente der Personalplanung" ausschöpfen

Betriebsbedingte Kündigungen sollen nach Möglichkeit vermieden werden, wie eine Unternehmenssprecherin sagte. Vorher sollten "alle anderen Instrumente der Personalplanung" ausgeschöpft werden. In den vergangenen Monaten hatte das Unternehmen bereits massive Einsparprogramme bei den kriselnden Sparten Stahl und Anlagenbau angekündigt. Die Stahlsparte soll in den kommenden drei Jahren 500 Millionen Euro einsparen - unabhängig davon, ob es zu einem Zusammenschluss mit dem indischen Konzern Tata kommt oder nicht.

Auch der Anlagenbau soll seine Kosten um einen dreistelligen Millionenbetrag senken. In beiden Fällen sollen Arbeitsplätze in noch unbekannter Höhe gestrichen werden. Allein beim Stahl fürchtet der Betriebsrat den Wegfall von mehreren tausend Jobs. Die jetzt angekündigten Stellenstreichungen in der Verwaltung seien Bestandteil der bereits laufenden Sparprogramme, sagte eine Sprecherin. Im laufenden Geschäftsjahr hatten bereits Abschreibungen auf ein verlustreiches Stahlwerk in Brasilien tiefe Spuren in der Bilanz des Unternehmens hinterlassen. Unterm Strich rechnet Thyssenkrupp für das Gesamtjahr mit roten Zahlen.

Die Einsparungen sollen helfen, die gesetzten Ziele im operativen Geschäft zu erreichen, wie Thyssenkrupp erklärte. Der Konzern hat sich generell einen bereinigten Gewinn - vor Zinsen und Steuern (Ebit) - von mindestens zwei Milliarden Euro zum Ziel gesetzt. Im laufenden Jahr rechnet Thyssenkrupp hier mit 1,8 Milliarden Euro. Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger hatte bei seiner Amtsübernahme 2011 ein Programm aufgelegt, um die Leistung des Konzerns zu erhöhen und die Kosten zu senken. Mit dem Programm "Impact" hat Thyssenkrupp in den vergangenen Jahren seine Kosten zwischen 800 Millionen und einer  Milliarde Euro jährlich gesenkt. Das derzeitige Ergebnisniveau reiche nicht aus, erklärte Thyssenkrupp.

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