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Mein Star Wars ist nicht dein Star Wars

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Fankulturen - Mein Star Wars ist nicht dein Star Wars

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Krieg der Sterne ist ein globales Multimedia-Imperium, das Kinderspaß und Nostalgie vereint. Wie es Disney gelingt, Fans aller Altersgruppen zu binden.

Fans warten vor der Premiere des Films: "Star Wars 9: The Rise of Skywalker" am 16.12.2019 in Los Angeles
Fasching für Erwachsene: Star-Wars-Fans warten kostümiert auf die Ankunft ihrer Idole bei einer Convention in Los Angeles. (Archivbild)
Quelle: AP

Auch in diesem Jahr bedeutet Adventszeit wieder Star-Wars-Zeit. Heute kommt der neunte Teil der Lichtschwert-Saga in die deutschen Kinos: "Der Aufstieg Skywalkers". Für Fans wird es ein bittersüßes Erlebnis. Mit diesem Film sollen die aktuelle Film-Trilogie und auch die inzwischen 42 Jahre alte Geschichte um den Skywalker-Clan insgesamt ihren Abschluss finden. Das Ende von Star Wars wird das natürlich nicht bedeuten. Mit seiner Weltraum-Goldgrube hat der Disney-Konzern auch weiterhin viel vor.

Jedis für Jung und Alt

Jede Generation hat ihr eigenes Star Wars. Der Familienvater, der schon 1977 beim Start des ersten Films dabei war. Der Millennial, der mit den Prequels zwischen 1999 und 2005 aufgewachsen ist. Oder die Kinder von heute, für die die Clone-Wars-Zeichentrickserie vielleicht die wichtigste Adaption ist. Dazu kommen Fans der Old Republic, einer Star-Wars-Version, die mehrere Jahrtausende vor den Kinofilmen spielt. Oder die Rollenspieler der 501sten Legion, die sich in ihrer Freizeit gerne als imperiale Sturmtruppen verkleiden. Sie alle treffen im Kinosaal aufeinander.

Die unterschiedlichen Interessen dieser Sith- und Jedi-Fans unter einen Hut zu bekommen, gelingt nicht immer. Mal versucht ein Film brav die wichtigsten Erwartungshaltungen abzuklappern und Risiken zu vermeiden wie "Erwachen der Macht" 2015. Teil acht "Die letzten Jedi" ging in die entgegengesetzte Richtung und kam als zweifelnder Meta-Kommentar daher. Manche Fan-Gemeinschaften liefen online Sturm, überschütteten beteiligte Schauspieler online mit Hass-Kommentaren.

Szene aus dem Film: "Star Wars 9: The Rise of Skywalker"
Wie geht es weiter mit dem Drama um Rey und Kylo? Ein Duell der beiden aus dem neuen Star-Wars-Film.
Quelle: DPA

Enges kreatives Korsett für die Filmemacher

Filmemacher, die große kreative Freiheit suchen, sollten überhaupt einen Bogen um Star Wars machen. Nach mehr als 40 Jahren Kontinuität ist es vor allem die Welt von Star Wars selbst, die grundlegende Innovation unmöglich macht. Wie die Raumschiffe aussehen, wie ein Lichtschwert klingt, wie ein Wookiee röhrt und Darth Vader atmet, all das ist weitgehend vorgegeben. Die Musik von John Williams und die launigen Roboter C3PO und R2D2 sollen Fans nostalgisch einlullen. Wie kann ein Filmemacher da befreit agieren? Es macht das Geschichten erzählen gleichzeitig einfacher und unnötig kompliziert.

Vielfältig kommt Star Wars jenseits des Filmbusiness daher. Seit der Übernahme von Lucasfilm durch Disney 2012 erschienen sieben neue Videospiele, mehr als ein Dutzend Brett- und Rollenspiele und über 200 Bücher und Comics im Star-Wars-Universum. Dazu zahllose Lego-Sets und anderes Spielzeug.

So bietet Star Wars inzwischen für jedes Wunschmedium und jede Altersgruppe eine passende Umsetzung. Star Wars ist gleichermaßen Kinderspaß und Nostalgie.

Was ist Kanon und was nicht?

Aber ist alles davon Kanon? Kann die offizielle Star-Wars-Story auch in einem Videospiel weitererzählt werden? Die Antwort darauf ist nicht einfach. Manche Titel sind Teil des offiziellen Kanons und andere nicht. Die Autorenteams bei Disney haben sogar die Macht, Geschichte ungeschehen zu machen. Mit einem Federstrich erklärte der Konzern 2014 mehr als 30 Jahre Kontinuität für ungültig. Alle Bücher und Videospiele jenseits der eigentlichen Kinofilme seien nicht mehr Teil der offiziellen Geschichte. Es war, "als ob Millionen in panischer Angst aufschrien und plötzlich verstummten", bemühte die Nachrichtenseite Bloomberg damals ein berühmtes Star-Wars-Filmzitat.

Manche Fangruppen weinen diesem Verlust bis heute nach. Im Handel erhältlich sind diese Produkte des "Legacy"-Universums natürlich noch immer. Selbst absurde Nebensächlicheiten wie die Biografie von Elan Sel-Sabagno, einem Drogenhändler, der in einem der Filme wenige Sekunden zu sehen ist, stehen weiterhin im Fan-Wiki "Wookieepedia" online. Star Wars ist inzwischen so groß, dass die Marke es aushält, dass diverse Auslegungen des Ursprungsmaterials wie Evangelien und Apokryphen nebeneinander existieren. Für Nachschub, in den kontinuierlich Kinder hineinwachsen können, sorgt der Konzern. Und da viele Eltern ja Fans geblieben sind, fällt auch die Überzeugungsarbeit in der Spielwarenabteilung leichter.

Darum war auch der "Legacy"-Schlussstrich von 2014 für die Marke insgesamt ein Befreiungsschlag. Seitdem betrachten Fan-Communities argwöhnisch, was die Star-Wars-Macher mit diesem neuen Spielraum an Charakteren, Planeten und Handlungssträngen anfangen. Der neue Kinofilm "Der Aufstieg Skywalkers" ist nur einer von vielen Meilensteinen in diesem neuen Medienimperium.

Mit Star Wars durch das Kalenderjahr

Im November ist mit "The Mandalorian" eine Star-Wars-Serie für eine erwachsene Zielgruppe angelaufen. Wer sonst interessiert sich für Western-Atmosphäre und Werner Herzog in einer Nebenrolle? Im Januar startet Marvel, auch Teil des Disney-Konglomerats, sämtliche seiner Star-Wars-Comic-Serien neu. Nicht, weil die nicht erfolgreich laufen würden, sondern um mit einem Relaunch im Kleinformat die Motivation bei Fans wie Neulesern hochzuhalten.

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So taktet Disney Star-Wars-Veröffentlichungen das gesamte Jahr hindurch. Wie kaum eine andere globale Medienmarke schweißt Star Wars Fankulturen über Generationen hinweg zusammen – und überlässt es ihnen doch, welche Version der Weltraumabenteuer ihnen persönlich am nächsten ist.

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