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Start der digitalen Netze D1 und D2 - Die mobile Revolution begann vor 25 Jahren

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Immer und überall erreichbar sein: Was heute Normalität ist, war vor 25 Jahren noch Privileg. Mehrere Tausend Mark kostete das Telefonieren bis dahin im analogen C-Netz. Die Wende kam mit dem Start der digitalen Netze D1 und D2: Sie läuteten vor 25 Jahren die mobile Revolution ein.

Vor 25 Jahren begann mit der Einführung des D-Netzes der Siegeszug des Handys. Ein Rückblick auf die rasante Entwicklung hin zu smarten Alleskönnern.

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Wandertag im Frankfurter Kommunikationsmuseum: Ungläubig mustert Simon den undefinierbaren, schwarzen Technik-Klumpen, der da so unspektakulär vor ihm auf dem Tisch liegt. Ein wenig erinnert er an einen großen Akku oder eine Batterie. Zusätzlich ist er aber noch mit einer Antenne und einem Hörer ausgestattet. Eine "praktische" Schlaufe hat man ebenfalls angebracht, um den Klotz auch komfortabel durch die Gegend tragen zu können.

Simon hat es hier mit einem der ersten Mobiltelefone zu tun. Das "Portable 314" der Telekom erblickte 1992 das Licht der Welt - genau zehn Jahre vor dem 15-jährigen Gymnasiasten. Dessen Begeisterung über die damalige Revolution der mobilen Telefonie hält sich in Grenzen: "Wenn man das mitnehmen möchte, ist ja der halbe Rucksack schon voll", sagt Simon. Recht hat er.

Der Start des digitalen Netzes: Hoher Minutenpreis – viele Funklöcher

Mobil telefoniert wurde bis vor 25 Jahren dann, wenn es die Wichtigkeit einer Situation verlangte. Die reine Gesprächszeit und das mobile Telefon als solches waren damals noch teure Güter und in erster Linie Firmenkunden und gut betuchten Technikenthusiasten vorenthalten. So kostete das erste Mobiltelefon im Jahre 1983 noch 4.000 Dollar und C-Netz-Autotelefone mehr als 10.000 Mark.

Erst der Start der D-Netze D1 von der Telekom und D2 von Mannesmann (heute Vodafone) legte 1992 den Grundstein für die heutige Verfügbarkeit mobiler Telefonie. Wirklich "günstig" war telefonieren unterwegs vor 25 Jahren aber dennoch nicht. Bei monatlichen Grundgebühren von etwas weniger als 80 DM kostete die Mobilfunkminute rund zwei DM.

Der sogenannte GSM-Standard (Global System for Mobile Communication) ebnete bei seiner Einführung 1992 den Weg für den Massenmarkt. Insgesamt 26 europäische Telekommunikationsunternehmen einigten sich auf diesen digitalen Netz-Standard. Auch Mobiltelefonate über die Grenzen hinweg waren so möglich. Allerdings bedienten sowohl D1 als auch D2 zu Beginn lediglich Ballungsgebiete und wichtige Verkehrspunkte in Deutschland. Funklöcher waren die Regel, eine gute Verbindung eher die Ausnahme. Die ländliche Bevölkerung war weiterhin auf Telefonzellen angewiesen. Erst im Laufe der kommenden Jahre und Monate verdichtete sich das Netz.

Motorolas "Knochen" und die "Handtasche" der Telekom

Mit der GSM-Einführung kam auch der "Knochen": Das erste D2-Handy, das Motorola International 3200, erschien 1992. Mit einer Länge von gut 33 Zentimetern und einem halben Kilo Gewicht war es nicht unbedingt ein "Handschmeichler", dennoch stellte es seinerzeit als erstes GSM-fähiges Mobiltelefon eine echte Revolution dar. Gut zwei Stunden Gesprächsdauer waren damit möglich, 3.000 DM hat es zum Verkaufsstart gekostet. Im Vergleich zu den Vorgängern im analogen C-Netz ein echtes "Schnäppchen".

Für rund 2.000 DM verkaufte die Telekom Anfang der 90er ihre Mobiltelefone, die über das D1-Netz liefen. Besonders populär war das "Portable 314", welches schon im Frankfurter Kommunikationsmuseum ungläubige Blicke auf sich gezogen hat. Aufgrund seines Tragegurtes nannte man es damals liebevoll "Handtasche". Das 2,5 Kilo schwere Gerät war nach Herstellerangaben acht Stunden empfangsbereit, zwei Stunden konnte man damit telefonieren.

Das Handy und das Erreichbarkeitsdilemma

Die Akkus der Handys wurden mit der Zeit leistungsfähiger, die Deutschen sind heute rund um die Uhr erreichbar. Die steigende Verfügbarkeit mobiler Telefone hat das soziale Miteinander in der Gesellschaft grundlegend geändert. Der Frankfurter Kommunikationsmuseums-Direktor Dr. Helmut Gold spricht vom sogenannten Erreichbarkeitsdilemma: "Die Leute wollen alle immer jemanden anrufen können, aber jederzeit selbst erreichbar zu sein ist der Preis dafür." Die Ausrede "ich war nicht erreichbar" zähle heute nicht mehr.

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