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Neue ICE-Strecke - Von München nach Berlin im Eiltempo

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Meilenstein im Zugverkehr: der ICE-Sprinter hat seine Jungfernfahrt heute um 12:17 Uhr in München gestartet. Bis Berlin braucht er gerade mal drei Stunden und 58 Minuten.

Nach 26 Jahren ist es so weit: Die ICE-Schnellfahrtstrecke Berlin-München wird eröffnet. Die Fahrtzeit verkürzt sich von vormals sechs auf unter vier Stunden. Lohnt sich da noch Fliegen?

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Die Bahn will attraktiv sein mit der neuen Express-Verbindung. Zehn Milliarden Euro hat sie verschlungen, 27 Tunnel und 37 Brücken sind auf der Strecke verbaut worden. Der Geschwindigkeitsrausch auf der Schiene ist ein Großangriff auf die Konkurrenz im Fernverkehr: die Pkw auf der Autobahn, die Fernbusse, aber vor allem das Flugzeug. Berthold Huber, der Vorstand der Personenverkehrssparte bei der Bahn, ist selbstbewusst: "Wir wollen unseren Marktanteil auf der Strecke zwischen München und Berlin verdoppeln, das heißt fast vier Millionen Reisende mehr als in der Vergangenheit."

Ziele: Billiger und bequemer

Billiger als das Flugzeug soll die Fahrt mit dem ICE-Sprinter sein und gleichzeitig mehr Komfort bieten. Das alles gepaart mit einer Fahrzeit, die nahe ans Fliegen herankommt, wenn man die An- und Abreise von den Innenstädten zum Flughafen mit einrechnet. Und so dürfte die neue Sprinter-Verbindung vielleicht auch dazu führen, dass die Lufthansa einen neuen Preisdruck verspürt, obwohl mit Air Berlin die direkte Konkurrenz auf der Strecke München-Berlin weggebrochen ist.

Karte der ICE-Strecke Berlin-München
Karte der ICE-Strecke von München über Nürnberg, Erfurt, Halle nach Berlin. Quelle: ZDF

München-Nürnberg-Erfurt-Halle-Berlin: Das sind die Städte, in denen der ICE-Sprinter hält - sie profitieren, wenn der Zug ab Sonntag mit dem Winterfahrplan dreimal täglich in beide Richtungen über die Schiene rast. Andere Städte haben dagegen gar keinen Anschluss mehr ans ICE-Netz, darunter Weimar (schon seit 2015), Naumburg, Jena und Saalfeld. Das kritisiert auch der Fahrgastverband Pro-Bahn.

Kritik an Streckenführung - Osten verliert

Dass nun ausgerechnet die mittelgroßen Städte im Osten verlieren, ist umso bitterer, weil der Bau der neuen Trasse Teil des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit ist. Das wurde 1991 von der Regierung Kohl beschlossen, um bessere Verkehrsverbindungen zwischen dem Osten und dem Westen zu schaffen. Unter Rot-Grün später mit einem Baustopp versehen, ist die Strecke nach 26 Jahren nun endlich fertig.

Professor Alexander Eisenkopf von der Zeppelin-Uni in Friedrichshafen kritisiert gleichzeitig die teure Trassenführung durch den Thüringer Wald. Die sei hauptsächlich politisch motiviert gewesen. Kohl und der damalige thüringische Ministerpräsident Bernhard Vogel wollten die Landeshauptstadt Erfurt unbedingt angeschlossen wissen, die Trasse macht nun ab Nürnberg einen Schlenker, statt direkt nach Halle vorzustoßen: "Man hätte weniger Tunnel und Brücken gebraucht. Es wäre deutlich billiger geworden. Die Bahn wird es nie und nimmer schaffen, diese Infrastrukturaufwendungen auch nur irgendwie zu erwirtschaften. Das ist ein gigantisches Subventionsprogramm", sagt der Verkehrsexperte.

Für die ersten Fahrgäste, die heute den neuen Geschwindigkeitsrausch testen, dürfte das nebensächlich sein. Kosten hin oder her: Bahnfahren zwischen München und Berlin ist ab sofort deutlich schneller.

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