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Statistik des Innenministeriums - Starker Anstieg homophober Übergriffe

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Es werden immer mehr Straftaten gegen Menschen verübt, weil die Täter sich an deren sexueller Orientierung stören. Bis Ende Juli wurden 130 Delikte gegen Schwule, Lesben sowie Bi-, Trans- und Intersexuelle gezählt. Der Lesben- und Schwulenverband forderte ein Programm gegen homophobe Gewalt.

Die Politik debattiert hitzig über die sogenannte „Ehe für alle". Eine Mehrheit der Deutschen findet, Homo- und Heterosexuelle sollten gleich behandelt werden. Doch viele sind nach wie vor gegen eine Öffnung der Ehe. Hier einige Fakten zum Thema.

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Die Zahlen zum ersten Halbjahr stammen aus einer Regierungsantwort auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Volker Beck. Im ersten Halbjahr 2016 wurden nur 102 Fälle gezählt.

70 Tatverdächtige konnten dieses Jahr ermittelt werden, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es nur 58. Bei 29 Delikten handelte es sich um Körperverletzung, bei 30 um andere Gewaltdelikte. Es gab 25 Fälle von Volksverhetzung, sieben Nötigungen, sechs Propagandadelikte und fünf Sachbeschädigungen. Zudem wurden drei Fälle von Raub und eine Erpressung registriert.

Den Angaben zufolge waren 35 der 130 Delikte politisch rechts motiviert, bei einem Fall wurde "Ausländische Ideologie" als Grund angegeben, in vier weiteren war es "Religiöse Ideologie". Die restlichen 90 Fälle waren aber keinem Motiv zuzuordnen.

Beck: "Da müssen eigentlich alle Alarmglocken losgehen"

Beck erklärte in Berlin: "Fast 30 Prozent mehr homo-, trans-, und bifeindliche Straftaten - da müssen eigentlich alle Alarmglocken losgehen." Eine solche Steigerung sei "ein Armutszeugnis für die Präventionsarbeit der Bundesregierung". Er fügte hinzu: "Wir haben jetzt gleiche Rechte, aber gleiche Entfaltungsmöglichkeiten setzen Freiheit von Angst vor Gewalt und Diskriminierung voraus."

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) erklärte, es sei "beschämend, dass die Zahl der homophoben Straftaten in Deutschland zuletzt gestiegen ist". Dies bleibe eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. "Homophobie darf überhaupt keine Chance haben in unserer Gesellschaft."

In diesem Zusammenhang lobte Maas erneut die Entscheidung des Bundestages zur Einführung der Ehe für alle. Dies sei "ein klares staatliches Bekenntnis, dass Gleiches nicht länger unterschiedlich behandelt wird".

Lesben- und Schwulenverband spricht von hoher Dunkelziffer

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) erklärte, Hasskriminalität gegen Homo- und Transsexuelle gehöre in Deutschland zum Alltag. Ein umfassendes Bund-Länder-Programm mit Präventionsmaßnahmen und konsequenter Strafverfolgung müsse Aufgabe der nächsten Bundesregierung werden. "Eine offene Gesellschaft muss allen Menschen garantieren, jederzeit, an jedem Ort, ohne Angst und Anfeindung verschieden zu sein."

Es werde aber längst nicht jeder homo- und transphobe Übergriff erfasst, erklärte der LSVD. Benötigt würden ein verbessertes Meldeverfahren sowie einen regelmäßigen Austausch zwischen Polizei und Community. Die Dunkelziffer liege nach wie vor bei 80 Prozent.

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