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ZDFcheck19 - Jugendarbeitslosigkeit in der EU

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Die Jugendarbeitslosigkeit ist in einigen Teilen Europas ein großes Problem. Was wird dagegen unternommen, wie unterstützt die EU die Staaten und was wollen dabei die Parteien?

Schlange vor einem Arbeitsamt in Madrid
Quelle: ap

Die Jugendarbeitslosenquote gibt an, wie viel Prozent der Menschen zwischen 15 und 24 Jahren arbeitslos sind. In Europa sind es derzeit (Stand 03/2019) im Schnitt 14,5 Prozent. In südeuropäischen Ländern wie Griechenland, Spanien und Italien ist die Jugendarbeitslosenquote mit über 30 Prozent besonders hoch. Unter zehn Prozent liegt die Quote nur in acht EU-Ländern. Darunter zum Beispiel Deutschland, den Niederlanden und Dänemark.

Entwicklung in Europa

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat die durchschnittliche Jugendarbeitslosigkeit in Europa deutlich beeinflusst. Im Jahr 2008 noch bei 15,9 Prozent, stieg die Quote im Jahr 2013 auf fast 24 Prozent. Die allgemeine wirtschaftliche Lage ist aber nur einer von vielen Faktoren, die die Jugendarbeitslosigkeit beeinflussen. Auch demografische Faktoren, Bildungsstatus, das jeweilige System für Berufsausbildung und die Arbeitsmarktpolitik der einzelnen Länder spielen eine Rolle.

Positivbeispiel: Deutschland

Deutschland hat mit 5,6 Prozent die niedrigste Jugendarbeitslosenquote in Europa und blickt auch traditionell auf niedrige Werte zurück. Aber was wird hierzulande anders gemacht als in anderen Staaten?

Der Vorteil für sehr viele deutsche Auszubildende: In der Lehre wird bei uns nicht nur rein theoretisches Wissen vermittelt, es gibt auch einen hohen Praxisteil. So fällt der Übergang in den regulären Arbeitsmarkt nach der Ausbildung leichter. Gleichzeitig haben junge Leute einen erschwerten Zugang zu Arbeitslosenleistungen - dies soll den Anreiz erhöhen, sich eine Ausbildung zu suchen.

Für Jugendliche, die keinen Platz finden, gibt es einen eher langfristigen Ansatz. Mit qualifizierenden Maßnahmen oder dem Erreichen höherer Schulabschlüsse soll der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert werden. In der Regel trifft die Arbeitslosigkeit nämlich eher gering qualifizierte Jugendliche.

Spanien tut sich schwer

Anders sieht es in Spanien aus. Getrieben durch die Eurokrise hat die Jugendarbeitslosigkeit dort massiv zugenommen und liegt aktuell bei 33,7 Prozent. Aber auch schon vor der Krise lagen die Quoten bei rund 20 Prozent. Eine Erklärung für die vergleichsweise hohen Werte ist auch das Ausbildungssystem. Im Gegensatz zu Deutschland ist es stärker schulisch geprägt - Berufspraxis steht weniger im Fokus.

In Spanien sind zudem viele gut gebildete junge Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Der Staat versucht, diese Gruppe schnell in den Arbeitsmarkt zu integrieren und fördert dafür aber vor allem Unternehmen mit Subventionen. Dabei bleibt allerdings die direkte Unterstützung der jungen Menschen beim Übergang in den Arbeitsmarkt zu großen Teilen auf der Strecke.

Dass es auch anders geht, zeigt Portugal. Der Staat - einst selbst geschüttelt von der Eurokrise - erlebt wirtschaftlichen Aufschwung und hat die Arbeitslosigkeit - auch unter den jungen Leuten - wieder deutlich senken können. Im März 2019 waren nur noch 16,5 Prozent der 15- bis 24-Jährigen arbeitslos - 2013 waren es noch mehr als 38 Prozent.

Was tut die EU?

Die Europäische Union hat ebenfalls verschiedene Initiativen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Unter anderem die sogenannte Jugendgarantie. Das Konzept wurde 2013 entworfen. Es hat zum Ziel, dass jeder junge Mensch unter 25 innerhalb von vier Monaten nach seinem Abschluss oder nachdem er arbeitslos geworden ist, ein Jobangebot bekommt. Die Umsetzung liegt aber in der Hand der einzelnen Mitgliedsstaaten. Die Förderung der Jugendlichen beim Übergang in den Arbeitsmarkt sieht also überall anders aus.

Gleichzeitig hat die EU aber auch eine Beschäftigungsinitiative für junge Menschen ins Leben gerufen. In Regionen, in denen die Jugenarbeitslosigkeitsquote über 25 Prozent liegt, können junge Leute auch direkt von der EU unterstützt werden. Das Budget von insgesamt neun Milliarden Euro stammt hauptsächlich aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF).

Das wollen die Parteien tun:

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