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Bundesländer - Vorgärten: Initiative gegen Schotter-Ödnis

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Immer mehr Vorgärten in Deutschland verwandeln sich in graue Steinwüsten. Dagegen wollen die Umweltminister der Länder nun etwas unternehmen. Insekten dürfte es freuen.

Schottergarten
Von Insekten verschmäht: Schotter im Vorgarten
Quelle: imago

Keine Biene weit und breit, keine bunten Blumen oder auch keine Singvögel: Grau und trist sehen die meisten Stein- und Schottergärten aus, ab und zu ragen vielleicht ein paar exotische Pflanzen zwischen den Steinen hervor. Längst sorgen die pflanzenarmen Gärten für Spott im Internet. So präsentiert die Facebook-Seite "Gärten des Grauens" - getreu dem Motto: Je grauer und steiniger ein Vorgarten, desto besser - auf satirische Art die besten Bilder von Schottergärten.

Doch auch in der realen Welt schwelt eine Debatte, und der Widerstand gegen die Steinwüsten wächst. Nachdem bereits zahlreiche Umweltverbände angesichts des Artensterbens vor den Folgen dieser Ödnis gewarnt haben, schlagen jetzt auch Umweltminister der Länder Alarm: Auf ihrer Konferenz am Donnerstag und Freitag in Hamburg wollen sie die Bundesregierung zu einer Kampagne für insektenfreundliche Privatgärten bewegen.

Schauen wir uns die privaten Gärten an, so müssen wir eine deutliche Verarmung der Lebensräume für Insekten feststellen.
Reinhold Jost, Umweltminister Saarland

Das sieht zumindest ein Antrag des saarländischen Umweltministeriums vor, dem sich bereits die Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen angeschlossen haben. Unter dem Titel "Aktionsprogramm zur Förderung insektenfreundlicher Privatgärten in Deutschland" sollen Grundstücksbesitzer darüber aufgeklärt werden, wie sie ihre Gärten insektenfreundlich gestalten können. Die Politik sei hier auf die Unterstützung der Bürger angewiesen, sagte der saarländische Umweltminister Reinhold Jost (SPD). "Schauen wir uns die privaten Gärten an, so müssen wir eine deutliche Verarmung der Lebensräume für Insekten feststellen. In sterilen Stein-Vorgärten werden keine Bienen summen oder sich Schmetterlinge niederlassen."

Wesentlicher Beitrag zur Erhaltung der Arten- und Insektenvielfalt

Finanziert werden soll die Kampagne über das "Aktionsprogramm Insektenschutz" der Bundesregierung. Dabei sollen weitere Akteure wie Obst- und Gartenbau-Verbände, Landschaftsarchitekten und Imker mit eingebunden werden. "Sterile und lebensfeindliche Schottergärten breiten sich rasant aus, stauden- und blütenreiche Vorgärten gehen in gleicher Geschwindigkeit zurück", heißt es in dem Antrag. Letztere würden jedoch einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der Arten- und Insektenvielfalt innerhalb der Siedlungen leisten. Außerdem könnten die Bürger so für das Thema Insektensterben sensibilisiert werden.

Bremen: Begrünte Flächen als Antwort auf Extremwetter

Förderprogramme zur Bepflanzung von Dächern, Fassaden und Hinterhöfen gibt es in so gut wie allen deutschen Metropolen. In der Stadt Bremen wurde soeben ein Gesetzentwurf des rot-grünen Senats verabschiedet. Dieser sieht vor, dass Neubauten zukünftig Grünflächen vorweisen müssen - das heißt auch, dass Flachdächer künftig begrünt und Freiräume bepflanzt werden sollen.

Hintergrund hierfür sei der Klimawandel, erläuterte die Fraktionsvorsitzende Maike Schaefer. "Gründächer und begrünte Freiflächen sind eine wirksame Antwort auf Extremwetter. Gründächer halten Niederschläge zurück und entlasten so die Kanalisation." Auf den Grünflächen könne Regenwasser versickern, zudem seien Pflanzen als Lebensraum für bedrohte Insekten wichtig und kühlten die Stadt bei Hitzewellen herunter.

Naturschutz fordert größere Anstrengungen

Auch der Naturschutzbund NABU hatte größere Anstrengungen von Städten und Gemeinden im Kampf gegen Schotter- und Steingärten gefordert. "Einige Kommunen sind schon sehr aktiv, es müssten natürlich noch mehr werden", so NABU-Gartenexpertin Marja Rottleb. Das Problem sei, dass Schottergärten nur wenige oder gar keine Pflanzen enthalten. Zudem würden häufig in Deutschland nicht heimische Pflanzen in die Steinbeete gesetzt, welche den hiesigen Tieren kaum oder gar keine Nahrung böten.

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