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Gambia - Freudentänze für Steinmeier

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Der Besuch des Bundespräsidenten wird in Gambia ausgelassen gefeiert. Der dortige Präsident Barrow hofft auf deutsche Unterstützung beim Aufbau der Infrastruktur.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Gambia
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Gambia Quelle: dpa

Schon die Fahrt vom Flughafen zum Hotel ist besonders, der Präsident Gambias holt den deutschen Präsidenten persönlich ab, fährt mit ihm zusammen, will ihm voller Stolz seine Stadt, sein Land zeigen. Am liebsten wäre er stundenlang durch jede Straße gefahren. Das deutsche Protokoll hat die Fahrt auf eine halbe Stunde reduziert.

Freudentänze für Steinmeier

Ganz Banjul, so heißt die Hauptstadt Gambias, ist voll mit Menschen, sie alle stehen am Straßenrand, winken, jubeln, tanzen, als käme da ein Popstar? Germany ist back in Gambia, ist hier immer wieder zu hören, auch Frank-Walter Steinmeier eröffnet später so eine Pressekonferenz.

Ein bisschen den Status eines umjubelten Popstars haben sie beide hier, beide Präsidenten.  Adama Barrow ist erst seit Anfang des Jahres im Amt, hat sein Land von der 22-jährigen  Diktatur befreit. Nun steht er da, ohne Geld - die Staatskasse hat sein Vorgänger zum Abschied mitgehen lassen - ohne Strukturen. Die Regierung residierte bis vor zwei Wochen in einem Hotel, im Land mangelt es an allem, es gibt keine zuverlässige Energieversorgung oder gute Infrastruktur.

Gambia baut auf deutsche Unterstützung

Und Frank Walter Steinmeier wird hier bejubelt, weil er der erste deutsche Präsident ist, der ins kleine Gambia kommt. 24 Stunden ist Steinmeier hier, besichtigt ein Krankenhaus, eine Ausbildungsstätte für handwerkliche Berufe, führt viele Gespräche. Egal wo die deutsche Delegation hinkommt wird signalisiert: Wir sind Freunde, wir bauen auf Euch. Auch am zweiten Tag jubeln und winken die Menschen am Straßenrand. Selbst die Polizisten fangen an zu tanzen, als die Präsidentenkolonne vorbei fährt.

Von Deutschland erwarten sie Hilfe bei der Ausbildung junger Leute, vor allem in den Bereichen Energie, Digitalisierung und Infrastruktur. Aber es soll nur Anleitung zur Selbsthilfe sein, sie wollen ihr Schicksal selber in die Hand nehmen, ihre jungen Leute im Land halten, eigene afrikanische Wege gehen. Sie wissen hier, nur wenn es Jobs gibt, bleiben sie hier, die jungen Leute, die sie für den Wiederaufbau des Landes so dringend brauchen.

Tourismus aus Europa soll ansteigen

Es ändere sich derzeit etwas im europäisch-afrikanischen Verhältnis, stellt der Bundespräsident sowohl in Gambia als auch zuvor in Ghana fest, man begegnet sich zunehmend mehr auf Augenhöhe. Die Afrikaner wollen gleichwertige Partner werden, auch wenn sie auf dem Weg dorthin deutsche Hilfe gerne annehmen.

Zudem wirbt das Land Gambia um europäische Touristen, schon jetzt kommen vor allem Belgier und Engländer nach Banjul. Das Staatsbankett übrigens findet in einem wunderschönen Hotel statt, in einem Festzelt direkt am Meer. Die Anlage und der Strand wie aus dem Hochglanzprospekt: sauber, von unzähligen Palmen gesäumt, mit drei Pools und Spa. Auch das gibt es hier, in einem der ärmsten Länder Afrikas. Die Realität draußen vor der Tür, sandige Wege, Wellblechhütten, sieht anders aus. Dennoch will Gambia jetzt dafür werben, der Tourismus war früher mal eine wichtige Einnahmequelle und soll es auch wieder werden.

Steinmeier-Besuch als Zeichen der Unterstützung

Auch am Ende des Kurzbesuchs, auf der Fahrt zum Flughafen, jubeln die Menschen wieder der deutschen Delegation zu. Sie sind dankbar für den Besuch, dankbar, dass sie wieder wahrgenommen werden von der Welt, nach all den Jahren der Isolation. Insgesamt war der Besuch ein wichtiges Zeichen, vor allem Unterstützung für die so junge und noch nicht wirklich gefestigte Demokratie.

Morgen wird der Bundespräsident zurück sein in Berlin, dort wird er sich im eigenen Land um die Demokratie und die schwierige Regierungsbildung kümmern müssen. Afrika ist dann erst mal weit weg. Doch spätestens in möglichen Sondierungs-oder Koalitionsgesprächen wird das Thema Migration, und damit Hilfen für Afrika, wieder präsent sein.

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