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Weltkriegs-Gedenken im Elsass - "Menschenfresser Nationalismus"

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Wo einst erbittert gekämpft wurde, stehen die Staatschefs aus Berlin und Paris Seite an Seite: Sie erinnern an die Toten des Ersten Weltkriegs. Steinmeier warnte vor Nationalismus.

Bundespräsident Steinmeier und Frankreichs Präsident Macron weihten gemeinsam im Elsass das erste deutsch-französische Museum zum ersten Weltkrieg ein.

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Auf einem Gipfel in den Vogesen, dem Hartmannswillerkopf, gedenken Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron an die Toten des Ersten Weltkriegs. Schätzungsweise 30.000 Soldaten starben in den Schützengräben des Berges - dem "Menschenfresser", wie ihn die Elsässer nennen. Ein Meer von Kreuzen erinnert an die blutige Vergangenheit.

Steinmeier warnt vor übertriebenem Nationalismus

Der Bundespräsident verurteilte übertriebenen Patriotismus und Nationalismus. Jede Generation müsse für sich aufs Neue erlernen, "die Idee der Nation von der Ideologie des Nationalismus" zu unterscheiden, sagte Steinmeier an der Seite von Macron auf dem Hartmannsweilerkopf im Elsass. Steinmeier und Macron weihten dort bei eisigem Winterwetter das erste deutsch-französische Museum zum Ersten Weltkrieg ein.

Mit Blick auf neue rechtspopulistische Parteien wie die AfD sagte Steinmeier, die eine Heimat dürfe nicht gegen die andere ausgespielt, die eigene Nation nicht über die andere gestellt werden. Die Erinnerung an die dunklen Kapitel der Vergangenheit sei Verpflichtung für eine gemeinsame Zukunft.

"Das massenhafte Sterben an diesem Ort steht für den Irrsinn des Krieges", sagte Steinmeier. "Nicht dieser Berg ist ein Menschenfresser - der Nationalismus ist ein Menschenfresser."

Macron für "gemeinsame Lektüre" der Geschichte

Steinmeier unterstützte zum Auftakt seines Frankreich-Besuchs in Paris demonstrativ die Reformvorschläge des französischen Präsidenten. Deutschland und Frankreich wüssten um ihre Aufgabe, "dieses Europa in eine hoffnungsvolle, eine bessere Zukunft zu führen". Und fügte hinzu: "Und ich bin mir sicher, dass dieser Schwung, der von der Sorbonne-Rede ausging, auch von einer neuen Bundesregierung aufgenommen werden wird." In dieser Rede hatte Macron weitreichende Pläne zur Weiterentwicklung der EU vorgelegt. Manche Forderungen sind in Deutschland jedoch umstritten.

Macron plädierte in der gemeinsamen Pressekonferenz im Elyséepalast für eine "gemeinsame Lektüre" der deutsch-französischen Geschichte. "Was wir heute tun, (...) ist, eine gemeinsame Geschichte zu bauen, weil sie der Sockel einer gemeinsamen Zukunft ist."

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