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Beziehungen zu Russland - Steinmeier warnt vor gefährlicher Entfremdung

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Der Graben zwischen Russland und dem Westen scheint immer größer zu werden. Bundespräsident Steinmeier sieht das mit Sorge und will dem entgegenwirken.

Frank-Walter Steinmeier und Wladimir Putin am 25.10.2017 in Moskau
Frank-Walter Steinmeier und Wladimir Putin am 25.10.2017 in Moskau Quelle: ap

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigt sich äußerst besorgt über das zerrüttete Verhältnis zwischen dem Westen und Russland und appelliert an die Bundesregierung, bei den diplomatischen Bemühungen nicht nachzulassen. "Ganz unabhängig von Putin – wir dürfen nicht Russland insgesamt, das Land und seine Menschen, zum Feind erklären", sagte Steinmeier der "Bild am Sonntag. "Dagegen steht unsere Geschichte und dafür steht zu viel auf dem Spiel."

Steinmeier: "Galoppierende Entfremdung"

Der Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal sei besorgniserregend, so Steinmeier. "Aber mindestens ebenso muss uns die galoppierende Entfremdung zwischen Russland und dem Westen besorgen, deren Folgen weit über diesen Fall hinausgehen."

Das Staatsoberhaupt stellte fest: "Es gibt praktisch keine Vertrauensbasis mehr – auf beiden Seiten. Dieser gefährlichen Entfremdung entgegenzuwirken, ist die eigentliche Herausforderung und Aufgabe verantwortlicher Politik. Ich weiß, wie schwer das ist, und dass der, der sich bemüht, dem Scheitern immer näher ist als dem Erfolg. Dennoch glaube ich, dass wir uns nicht von einer neuen Endzeitstimmung im Verhältnis zu schwierigen Nachbarn dominieren lassen sollten."

Die Bundesregierung trägt laut dem Bundespräsidenten aber zugleich eine große Verantwortung für die Geschlossenheit und Handlungsfähigkeit der Europäischen Union, gerade in der Russlandpolitik. "Deshalb ist es wichtig, dass wir dem Kreml die Folgen seines Handelns für das europäisch-russische Verhältnis immer wieder deutlich machen. Dazu gehören auch die nach der Krim-Annexion und dem Konflikt in der Ost-Ukraine beschlossenen Sanktionen. Aber wir dürfen nicht aufgeben, dies auch im direkten Gespräch zu tun", so Steinmeier.

Militärschlag gegen Syrien - steht Deutschland an der Seite der USA? Wie kann ein Neuanfang gelingen? Nimmt der Westen Russland überhaupt ernst? Die Debatte bei "maybrit illner".

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