Sie sind hier:

Steinwürfe auf Polizisten - Verletzte bei Demo in Leipzig

Datum:

Vor der Indymedia-Demonstration in Leipzig hatten Politik und Polizei zur Friedlichkeit gemahnt. Doch die Appelle nützten nichts.

Bei einer Demonstration gegen das Verbot der Internet-Plattform "Linksunten.Indymedia" sind in Leipzig 13 Polizisten leicht verletzt worden. Elf Beamte seien mit Steinen und Flaschen attackiert worden, erklärte die Polizei am Samstagabend. Zwei weitere seien durch Pyrotechnik verletzt worden. Vermummte Demonstranten hatten Steine und Flaschen auf die Einsatzkräfte geworfen. Nach Angaben der Polizei wurden sechs Tatverdächtige vorläufig festgenommen. Insgesamt gingen nach Polizeiangaben rund 1.600 Menschen auf die Straße.

Landfriedensbruch, Körperverletzung und Sachbeschädigung

Die Demonstration hatte vor dem Bundesverwaltungsgericht zunächst friedlich begonnen. Später zogen die Teilnehmer dann in Richtung des linksalternativ geprägten Stadtteils Connewitz, wo bei Ausschreitungen in der Neujahrsnacht mehrere Polizisten verletzt worden waren. Dabei kam es dann nach Polizeiangaben zu den Angriffen auf die Beamten. Zudem hätten Demonstranten die Scheiben mehrerer Autos eingeschlagen. Ob es Verletzte unter den Demonstranten gab, konnte die Polizei nicht sagen.

Wie radikal ist Leipzig-Connewitz?

Linksextrem, gewaltbereit – nicht erst seit den Silvesterausschreitungen hat Connewitz diesen Stempel. Anwohner beschreiben ihr Viertel dagegen als bunt und liebenswert. Die Wohngegend ist sehr begehrt, die Mieten steigen – das sorgt weiter für Konflikte.

Beitragslänge:
4 min
Datum:

Die Veranstalter beendeten die Demonstration, später setzte sich dann ein neuer Protestzug mit 300 Teilnehmern in Bewegung, der schließlich zum Herderpark zog und sich dort auflöste. Die Polizei war in Leipzig mit einem Großaufgebot im Einsatz. Zu der Demonstration aufgerufen hatten mehrere linke Aktionsbündnisse.

"In dem Moment, wo Straftaten begangen werden, kann man nicht mehr vom friedlichen Verlauf einer Veranstaltung sprechen", sagte Leipzigs Polizeisprecherin Silvaine Reiche. Sechs Tatverdächtige seien vorläufig festgenommen worden, weil ihnen unter anderem Landfriedensbruch, Körperverletzung und Sachbeschädigung vorgeworfen werde.

Verbot ein Anschlag auf "linke, emanzipatorische Projekte"?

Anlass der Demonstration war die Verhandlung über das Verbot von "Linksunten.Indymedia" am Bundesverwaltungsgericht in der nächsten Woche. Das Bundesinnenministerium hatte 2017 ein Vereinsverbot erlassen, unter anderem weil auf dem Portal Gewaltaufrufe publiziert worden seien. Bei der Kundgebung am Samstag, die zunächst ruhig begonnen hatte, kritisierten Redner das Verbot als Anschlag auf "linke, emanzipatorische Projekte".

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.