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Bannon verlässt Breitbart News - Trumps Ex-Chefstratege im freien Fall

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Nach dem Bruch mit US-Präsident Trump und großen Geldgebern verlässt Steve Bannon auch noch Breitbart News. Der Ex-Chefstratege des US-Präsidenten steht politisch vor dem Nichts.

Archiv: US-Präsident Trumps damaliger Chefstratege Steve Bannon verläßt am 09.04.2017 auf der Andrews Air Force Base, USA, ein Flugzeug
Steve Bannon (Archivbild)
Quelle: dpa

Steve Bannon, Donald Trumps ehemaliger Chefstratege und Wahlkampfleiter, verlässt die Nachrichten-Website Breitbart News. Er war dort zuletzt Herausgeber. "Bannon und Breitbart arbeiten an einer glatten und ordnungsgemäßen Übergabe", heißt es in einem Bericht der Website. Man sei dankbar für das gemeinsam Erreichte: "Steve ist ein geschätzter Teil unseres Vermächtnisses."

Aus dem Zentrum der Macht hinausgeschleudert

Mit Bannons Demission schließt sich im Eiltempo ein Kreis, der den schillernden Publizisten erst ins Innerste der Macht gesogen und von dort wieder hinausgeschleudert hat. Der 64-Jährige war seit vergangener Woche unter schweren Druck geraten, weil er in dem Buch "Fire and Fury" des Journalisten Michael Wolff ausführlich mit sehr kritischen Äußerungen über Trumps Familie zu Wort kommt, vor allem über Trumps ältesten Sohn Donald Jr. - mit dem war er schon im Weißen Haus überkreuz.

"Fire and Fury", Feuer und Zorn, entfaltet damit weiter seine erhebliche Sprengkraft in Washington. Rasch nach Bekanntwerden der Äußerungen Bannons brach Trump mit dem vormaligen Gefährten: Nichts habe dieser mit ihm oder seiner Präsidentschaft zu tun. Bannon habe den Verstand verloren.

Milliardärsfamilie Mercer geht auf Distanz

Am Wochenende hatte Bannon ausführlich sein Bedauern geäußert, die Äußerungen inhaltlich aber nicht bestritten. Am Montag hatte das Weiße Haus erklärt, trotz des Bedauerns habe Bannon derzeit keine Chance auf eine Rückkehr. Auch die Milliardärsfamilie Mercer hatte in einer ihrer seltenen öffentlichen Äußerungen erklärt, nichts mehr mit Bannon zu tun haben zu wollen, man sei sehr enttäuscht.

Bannon hatte Breitbart 2016 zunächst verlassen, um für Trumps Wahlkampfteam zu arbeiten. Er galt als ein entscheidender Faktor für Trumps Wahlsieg im November, weil er Trumps Energie und massentaugliche Fähigkeiten mit Populismus und organisatorischer Härte kurzschloss.

Trump machte Bannon zu seinem Chefstrategen - der Höhepunkt seiner Macht, sein Einfluss wurde als gewaltig beschrieben. Den Abriss des administrativen Staates nannte er als ein Hauptziel. Bannon bezeichnete sich als ökonomischen Nationalisten, war strikt anti-globalistisch und anti-kosmopolitisch. An seine Adresse gab es anhaltende Vorwürfe des Rassismus. Dass eine so umstrittene Figur wie Bannon es ins Weiße Haus geschafft hatte, galt vielen als Skandal.

Bannon musste Mitte 2017 das Weiße Haus verlassen

Im Sommer 2017 musste Bannon auf Trumps Druck das Zentrum der Macht verlassen, fast auf den Tag genau ein Jahr, nachdem er an Bord von Trumps Team gekommen war. Rasch legte er den feinen Zwirn offizieller Auftritte ab und schlüpfte wieder in seine hemdsärmelige Art: Cargohosen, Dreitagebart, verwuschelte Haare.

Bannon kehrte zu Breitbart News zurück und wollte die Seite als rechte und nationalistische Plattform nutzen. "Nuklear" wollte er seinen publizistischen Einfluss nutzen.

Bannon plante, Breitbart News als Sprachrohr seiner Anti-Establishment-Bewegung auszubauen. Er wusste sich breiter Unterstützung auch von ultrarechter Seite sicher. Via Breitbart wollte er bei den im November anstehenden Kongresswahlen eigene, populistische Kandidaten durchsetzen.

Politisch vor dem Nichts

Finanziell ist Bannon in seiner Zeit bei der Investmentbank Goldman Sachs und in Hollywood zu einigem Reichtum gekommen. Politisch steht er mit dem Rücktritt bei Breitbart vor dem Nichts. "Sloppy Steve", hatte Trump dem Ex-Mitstreiter nach dessen Fall einen seiner berüchtigten Twitter-Stempel aufgedrückt, "schlampiger Steve".

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