ZDFheute

Konservativer Giammattei gewinnt in Guatemala

Sie sind hier:

Stichwahl des Präsidenten - Konservativer Giammattei gewinnt in Guatemala

Datum:

Guatemala bekommt einen neuen Präsidenten. Dreimal hatte es Alejandro Giammattei bereits versucht. Nun wird der Konservative an die Spitze seines Landes rücken.

Der konservative Politiker Alejandro Giammattei wird neuer Präsident Guatemalas. Nach Auszählung von mehr als 95 Prozent lag der frühere Chef der Gefängnisverwaltung mit rund 59 Prozent deutlich vor der Ex-Präsidentengattin Sandra Torres. Vertreter von Torres' sozialdemokratischer Partei UNE gestanden ihre Niederlage ein.

Giammattei wird somit im Januar für vier Jahre das Amt des Staats- und Regierungschefs als Nachfolger von Jimmy Morales antreten. Die Verfassung erlaubt keine Wiederwahl.

Nach einem Jahr in U-Haft freigesprochen

Der Moment Gottes ist gekommen. Wir werden das Land wiederaufbauen.
Alejandro Giammattei

Torres hatte die erste Wahlrunde am 16. Juni mit fast 26 Prozent der Stimmen gewonnen. UNE wurde bei der gleichzeitigen Parlamentswahl die mit Abstand stärkste Kraft im Kongress des mittelamerikanischen Landes. Giammattei kam als Kandidat seiner Partei Vamos auf knapp 14 Prozent. Weil kein Bewerber eine absolute Mehrheit erreichte, kam es zur Stichwahl.

Wegen eines blutigen Einsatzes der Sicherheitskräfte in einer Haftanstalt im Jahr 2006 - während seiner Zeit als Chef der nationalen Gefängnisverwaltung - saß Giammattei fast ein Jahr lang in Untersuchungshaft. Er wurde schließlich aber freigesprochen. Giammattei war bereits bei den drei vorherigen Präsidentenwahlen angetreten.

"Der Moment Gottes ist gekommen", sagte der 63-Jährige auf einer Pressekonferenz am Sonntagabend. "Wir werden das Land wiederaufbauen." Im Wahlkampf hatte er die entschlossene Bekämpfung von Armut, Korruption und Gewaltkriminalität in Aussicht gestellt. So kündigte der Ex-Arzt unter anderem an, die Todesstrafe wieder einführen zu wollen.

Asylabkommen mit den USA: Unbekannt

Auch hatte im Vorfeld der Wahl ein Asylabkommen mit den USA eine große Rolle gespielt, das kürzlich von US-Präsident Donald Trump durchgesetzt worden war. Die US-Regierung will Guatemala künftig als "sicheren Drittstaat" behandeln.

Dies würde bedeuten, dass Flüchtlinge aus anderen zentralamerikanischen Staaten, die über Guatemala in Richtung USA reisen wollen, in Guatemala ihren Asylantrag stellen müssten und von den USA dorthin zurückgeschickt werden könnten - obwohl Guatemala ähnlich stark von Armut und Gewalt geprägt ist wie die Nachbarstaaten El Salvador und Honduras, aus denen viele der Migranten stammen.

Giammattei sagte während des Wahlkampfs, er kenne den Inhalt des Abkommens mit den USA nicht und werde sich damit erst nach seiner Wahl auseinandersetzen.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.