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Stichwahl um Parteivorsitz - SPD-Chefsuche: Weil hadert mit Esken

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Der Endspurt um den SPD-Vorsitz läuft - da wird auch der Ton rauer. Niedersachsens Regierungschef Weil etwa hadert sehr deutlich mit einer Kandidatin.

Stephan Weil hat seine Wahl getroffen.
SPD-Vorsitzsuche: Niedersachsens Regierungschef Weil hat eine Präferenz
Quelle: Peter Steffen/dpa/Archivbild

Eine knappe Woche vor Ende der Stichwahl um den SPD-Vorsitz wird der Ton in der Partei deutlicher. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sagte der "Welt am Sonntag", er selbst habe anfangs erwogen, dem Duo Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans eine Chance zu geben. Inzwischen habe aber insbesondere Esken Dinge von sich gegeben, "bei denen sich mir die Nackenhaare sträuben".

Eskens "pauschale Abwertung von vielem, wofür die SPD in den letzten Jahren gekämpft" habe, sei ihm "völlig fremd". So sei die Einführung des Mindestlohns ein wichtiger Schritt gewesen. "Man darf gerne mal zuspitzen, aber plumpe Schwarz-Weiß-Betrachtungen hielte ich nicht für förderlich an der SPD-Spitze." Er jedenfalls habe für Klara Geywitz und Olaf Scholz gestimmt.

Kühnert: Basis statt Promis

Dagegen verteidigte der wiedergewählte Juso-Bundesvorsitzende Kevin Kühnert die Entscheidung der SPD-Nachwuchsorganisation, eine Empfehlung für Walter-Borjans und Esken auszusprechen. Vor allem die bekannteren SPD-Politiker positionierten sich hinter den Mitbewerbern Klara Geywitz und Olaf Scholz, sagte er dem Sender Phoenix. "Ich finde es notwendig, zu zeigen, dass das andere Paar mit Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken auch Rückhalt in der Partei hat - vielleicht nicht bei den Promis, aber in der Breite der Partei."

Walter-Borjans und Esken selbst verschärften ihre Angriffe auf die Konkurrent: "Olaf Scholz gibt sich mit den Groko-Kompromissen zu schnell zufrieden. Er geht in Verhandlungen nur mit Positionen, die er auch durchsetzen kann. Damit nimmt er doch schon den Kompromiss vorweg und schwächt die SPD", sagte Esken der "Bild am Sonntag". Walter-Borjans kritisierte die Verhandlungsstrategie seiner Partei in der Regierung. Die SPD mache viel zu oft den Kompromiss zur Verhandlungsbasis und behaupte nach weiteren Abstrichen, das Ergebnis sei 100 Prozent SPD. "Mich wundert es nicht, dass das vielen Menschen zu wenig ist", sagte er.

Trotz der Kritik betonten Esken und Walter-Borjans, dass sie im Fall ihrer Niederlage Scholz und Geywitz als SPD-Vorsitzende unterstützen werden. "Das haben wir uns gegenseitig fest versprochen", sagte Esken.

Zankapfel GroKo

Bis Freitag können die rund 425.000 Parteimitglieder ihre Stimme in der Stichwahl um den Vorsitz entweder an das Duo Esken und Walter-Borjans oder die leicht favorisierten Mitbewerber Klara Geywitz und Olaf Scholz abgeben. Scholz und Geywitz wollen die große Koalition fortsetzen, während Esken und Walter-Borjans das Bündnis skeptisch sehen. Sie wollen den Koalitionsvertrag nachverhandeln. Das Duo, das am 30. November als Sieger des Mitgliederentscheids verkündet wird, muss von einem Parteitag eine Woche später noch bestätigt werden.

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