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Politiker gründet neue Partei - Poggenburg geht: AfD-Spitze bleibt gelassen

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Unruhige Zeiten für die AfD: Poggenburg galt als Vertreter des rechtsnationalen Flügels, jetzt kehrt er der AfD den Rücken und gründet seine eigene Partei. Meuthen bleibt gelassen.

Die AfD-Spitze sieht in den Plänen des aus der Partei ausgetretenen Politikers André Poggenburg für eine neue Gruppierung keine Gefahr. "Es wird keine erfolgreiche Parteineugründung sein", so der AfD-Parteivorsitzende Jörg Meuthen.

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Es sei eine "folgerichtige Entscheidung" gewesen - so beschreibt der AfD-Parteivorsitzende Jörg Meuthen den Austritt von André Poggenburg aus der Partei. "André Poggenburg hat im Laufe der letzten anderthalb Jahre eine Entwicklung genommen, die sich, doch deutlich außerhalb des Programms, immer weiter nach rechts bewegt hat", sagte Meuthen im ZDF-Mittagsmagazin.

Wegen rechtsextremer Äußerungen war Poggenburg von der Parteiführung für zwei Jahre gesperrt worden. Nun sei er weiteren Ordnungsmaßnahmen zuvorgekommen, so Meuthen. "Ich persönlich bedauere das, weil er ein netter Mensch ist, aber in der inhaltlichen Diskussion ist das folgerichtig", so der AfD-Bundessprecher.

Poggenburg galt als starker AfD-Politiker

Als Spitzenkandidat holte Poggenburg bei der vergangenen Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 24,3 Prozent. Jetzt will es der rechtsnationale Politiker mit seiner eigenen Partei versuchen. Poggenburg hält einen Einzug seiner neuen Partei "Aufbruch deutscher Patrioten" (AdP) in die ostdeutschen Landtage für realistisch.

Austritte gab es schon einige, selbst von Spitzenleuten der Partei. Bernd Lucke kehrte der AfD im Juli 2015 den Rücken, Frauke Petry verließ unmittelbar nach der Bundestagswahl 2017 die Partei. Beide Politiker gründeten daraufhin ihre eigenen Parteien. Erfolgreich waren sie damit aber nicht wirklich.

Meuthen: "AfD übersteht auch diesen Austritt"

Dass Poggenburg mit seiner neuen Partei der AfD Stimmen entziehen könnte, sieht Meuthen nicht. "Ich gehe auch hier davon aus, dass es keine erfolgreiche Partei-Neugründung sein wird. Es wird Herrn Poggenburg das gleiche politische Schicksal ereilen, wie Herrn Lucke und Frau Petry." Die AfD würde auch diesen Parteiaustritt überstehen.

Parteifreund Alexander Gauland sieht ebenfalls keine Schwächung der AfD durch den Austritt. Am Rande des AfD-Parteitags sagte er: "Poggenburg ist längst nur noch eine Randfigur gewesen." Der Schritt des früheren Landes- und Fraktionschefs in Sachsen-Anhalt habe "auf die Partei keine Auswirkungen". Von einer Spaltung könne keine Rede sein. Wenn er sich "ruinieren will, indem er eine komische Partei gründet, ist das seine Entscheidung".

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