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Weihnachtsparade in Bethlehem - Dieser Heiligabend ist anders als die Jahre zuvor

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Die Weihnachtsparade in Bethlehem ist ein Volksfest. Doch bei aller Fröhlichkeit - dieser Heiligabend ist anders als die Jahre zuvor. Die politische Lage drückt die Stimmung.

Buntes Treiben in den Straßen von Bethlehem an Heiligabend
Quelle: epa

Die Weihnachtsparade in Bethlehem ist nicht besinnlich, sondern ein großes buntes Volksfest. Es ist der Willkommensumzug für den lateinischen Patriarchen von Jerusalem, der immer an Heiligabend gegen Nachmittag in die Geburtsstadt Jesu einzieht, um dort die Messe zu zelebrieren. Am Straßenrand stehen Tausende Christen und Muslime.

Das Weihnachtsfest feiern Gläubige beider Religionen gemeinsam: "Ich bin hier, um den Tag mit meinen christlichen Freunden zu begehen", sagt die palästinensische Muslima Caroline Al-Ejal. "Wir leben doch hier zusammen wie eine große Familie." Eine ausgelassene Stimmung, für deutsche Touristen so ganz anders als daheim: "Es ist komplett anders", erzählt uns Franziska Priebe ihre Eindrücke. "Aber es ist schön, es kommt hier so viel zusammen. So viele Kulturen, so viele unterschiedliche Menschen."

Dieser Heiligabend ist anders als die Jahre zuvor

Doch bei aller Fröhlichkeit - dieser Heiligabend ist anders als die Jahre zuvor. Die politische Lage drückt die Stimmung. Seit der Entscheidung des US-Präsidenten Trump vor zweieinhalb Wochen, Jerusalem als die Hauptstadt Israels anzuerkennen, gab es täglich Randale in den Palästinensergebieten, auch in Bethlehem. Davon abgeschreckt kamen deutlich weniger Pilger und Besucher nach Bethlehem als in den Jahren zuvor. Der Platz vor der Geburtskirche, normalerweise eine einzige Menschenmasse, war diesmal nur halb gefüllt.

In Bethlehem wurde der Geburt Christi gedacht. Erzbischof Pizzaballa kritisierte außerdem die einseitige Entscheidung der USA, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen.

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Darunter leiden vor allem die Hoteliers, Gastronomen und Händler, deren Souvenirshops rund um die heilige Stätte angesiedelt sind. Nabil Jakaman hat seinen Shop vis-a-vis der Geburtskirche, beste Lage. Er verkauft in Bethlehem handgeschnitzte Krippen und Figuren. Dieses Jahr bleibt er auf seiner Ware sitzen. "Bis zum November lief es gut", berichtet er, "doch nach der Trump-Entscheidung kamen kaum noch Touristen, die Läden sind leer. Die Politik hat uns das Geschäft vermasselt."

Die Politik ist auch zentrales Thema in den Gottesdiensten. Alle christlichen Konfessionen der Stadt halten Weihnachtsmessen ab. Mitri Raheb ist Pastor der lutherischen Weihnachtskirche und betet dieses Jahr vor allem für "Frieden in Jerusalem und der ganzen Welt", wie er uns sagt.

"Ich fühle mich so ein bisschen schwebend".

"Ich predige von Gott, der Bethlehem ausgesucht hat, damit Jesus hier geboren wird. In einer Stadt, die damals unter römischer Besatzung war. Aber dass gerade von dieser Stadt die Friedensbotschaft von den Engeln in die ganze Welt verkündigt wurde. Und das ist die Botschaft, die wir heute eigentlich auch brauchen."

Einen Vorteil hat das Ausbleiben des sonstigen Besucheransturms: Diesen Heiligabend kommt man ohne großes Gedränge in die Geburtsgrotte. Für manchen Pilger wie die deutsche Katholikin Magdalena Kundtmann aus Hamburg geht ein Traum in Erfüllung: "Ich fühle mich so ein bisschen schwebend. Weil ich das noch gar nicht so registriere. Das ist schon wirklich was Besonderes. Ich bin ganz glücklich darüber". Andächtig steht sie an der Stelle, an der Jesus Christus geboren wurde - dort wo der Stern ist.

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