Sie sind hier:

Strafzahlungen - Die Niederlagen der Deutschen Bank

Datum:

In den vergangenen Jahren musste die Deutsche Bank für Verfehlungen immer wieder Strafen zahlen - teils in Milliardenhöhe. Ein Überblick über die Geldbußen des Instituts.

Die schlechten Nachrichten für die Deutsche Bank reißen nicht ab.
Die schlechten Nachrichten für die Deutsche Bank reißen nicht ab.
Quelle: Arne Dedert/dpa

Juli 2018

  • Der Deutschen Bank kommen Regelverstöße in den USA abermals teuer zu stehen. Die US-Börsenaufsicht SEC brummte zwei US-Töchtern des Geldhauses wegen verbotener Geschäftspraktiken bei bestimmten Aktien-Hinterlegungsscheinen eine Strafe von fast 75 Millionen Dollar (64 Mio Euro) auf.

Juni 2018

  • Die New Yorker Finanzaufsicht hat eine Strafe von 205 Millionen Dollar (177 Millionen Euro) gegen die Deutsche Bank verhängt. Hintergrund waren Vorwürfe, wonach Händler der Bank über Jahre hinweg den Devisenmarkt manipulierten. Seit Bekanntwerden des Skandals vor mehreren Jahren mussten auch andere Geldhäuser an der Wall Street wie Barclays, Citigroup und weitere Hunderte Millionen Dollar Strafe zahlen. Laut der New Yorker Behörde für Finanzdienstleistungen ließ sich die Deutsche Bank von 2007 bis 2013 in ihrem Währungshandel auf missbräuchliches, unsicheres und unseriöses Geschäftsgebaren ein.

Februar 2018

  • Die US-Handelskommission CFTC hat die Deutsche Bank Securities wegen versuchter Marktmanipulation mit einer Millionenstrafe belegt. Die Tochter der Deutschen Bank AG solle 70 Millionen Dollar (61,6 Millionen Euro) Strafe zahlen, teilte die CFTC mit. Die Behörde wirft der Konzerntochter vor, mindestens im Zeitraum von Januar 2007 bis Mai 2012 falsche Berichte geliefert und versucht zu haben, den Marktindex Isdafix zu ihren Gunsten zu manipulieren. Die Deutsche Bank erklärte, sie habe intensiv mit der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zusammengearbeitet und ihre Ermittlungen unterstützt.

Januar 2018

  • Die Deutsche Bank hat in den USA eine Millionenstrafe wegen angeblicher Manipulation von Edelmetallpreisen aufgebrummt bekommen. Im Rahmen eines Vergleichs zahle das Geldhaus eine zivilrechtliche Geldbuße in Höhe von 30 Millionen Dollar (24 Millionen Euro), teilte die für die Rohstoffbörsen zuständige Aufsichtsbehörde CFTC mit. Ein Sprecher der Deutschen Bank erklärte auf Nachfrage, die interne Kontrolle und Aufsicht seien bereits verstärkt worden, damit sich solche Regelverstöße nicht wiederholen.

Mai 2017

  • Die Deutsche Bank bekommt wegen des Geldwäsche-Skandals in Russland eine weitere Strafe aufgebrummt. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) verhängte ein Bußgeld von 41 Millionen Dollar (rund 37 Millionen Euro) wegen mangelnder Vorkehrungen gegen Geldwäsche. Die Fed kritisierte "unsichere und unzuverlässige Praktiken" im US-Geschäft von Deutschlands größtem Geldhaus. Die Kontrollsysteme und das Management des Instituts seien nicht in der Lage gewesen, verdächtigte Transaktionen in den Jahren 2011 bis 2015 zu erkennen.
  • Die Finanzaufsicht BaFin verhängt gegen Deutschlands größte Bank wegen vier Verstößen eine Geldbuße von insgesamt 550.000 Euro. Die Deutsche Bank hatte bei der Veröffentlichung wichtiger kursrelevanter Informationen gleich mehrfach Fehler gemacht. Dabei ging es unter anderem um den Rücktritt der Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen im Juni 2015. In drei Fällen hatte die Bank der BaFin zu spät die Gründe dafür genannt, warum sie die Information erst mit Verzögerung an die Anleger weitergegeben hatte. In einem Fall fand die BaFin auch die Gründe selbst nicht stichhaltig.

April 2017

  • Die Deutsche Bank muss in den USA erneut für Regelverstöße bei Finanzgeschäften geradestehen. Die US-Notenbank Fed verhängte Bußgelder in Höhe von insgesamt 156,6 Millionen Dollar (146,2 Millionen Euro) gegen das größte deutsche Geldhaus. Der Kernvorwurf lautet, die Bank sei zu lax bei ihren internen Kontrollen gewesen.

Januar 2017

  • In der Affäre um Geldwäsche von Kunden bei Wertpapiergeschäften in Moskau, London und New York muss die Deutsche Bank umgerechnet knapp 600 Millionen Euro an Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien zahlen. Deutsche-Bank-Kunden kauften zwischen 2011 und 2015 bei der Moskauer Filiale Aktien großer Konzerne in Rubel - um diese dann an westlichen Handelsplätzen in dortiger Währung wieder zu verkaufen. So soll Schwarzgeld in Höhe von rund 10 Milliarden Dollar (rund 9,4 Milliarden Euro) gewaschen worden sein. Die Deutsche Bank habe wegen Aufsichtsversagens zahlreiche Gelegenheiten ungenutzt gelassen, das Komplott zu unterbinden, urteilte die New Yorker Finanzaufsicht DFS und verhängte ein Bußgeld von 425 Millionen Dollar. An die britische Finanzaufsicht FCA muss die Deutsche Bank 163 Millionen Pfund zahlen.

Dezember 2016

  • Kurz vor Weihnachten einigt sich die Deutsche Bank mit den US-Behörden auf einen Vergleich über 7,2 Milliarden Dollar (6,7 Milliarden Euro) für dubiose Hypothekengeschäfte aus Zeiten vor der Finanzkrise 2007/2008. 3,1 Milliarden Dollar werden als Zivilbuße fällig, 4,1 Milliarden Dollar muss die Bank über fünf Jahre verteilt an "Erleichterungen für Verbraucher" zur Verfügung stellen. Wie sich das auf die Bilanz auswirkt, ist noch offen. US-Justizministerin Loretta Lynch kritisiert das Institut harsch: "Die Deutsche Bank hat nicht nur Investoren getäuscht, sie hat direkt zu einer internationalen Finanzkrise beigetragen." Ursprünglich hatte US-Justizministerium mit 14 Milliarden Dollar Strafe gedroht.

November 2015

  • Die Deutsche Bank zahlt wegen Verstößen gegen das US-Sanktionsrecht 258 Millionen Dollar (238 Millionen Euro). Einen entsprechenden Vergleich, der zudem die Kündigung von sechs involvierten Mitarbeitern und die Verpflichtung eines externen Aufsehers vorsehe, gab die New Yorker Finanzaufsicht DFS bekannt. Das größte deutsche Geldhaus soll zwischen 2003 und 2006 verbotene Geschäfte für Klienten aus Ländern wie Syrien, Iran, Libyen, Sudan und Burma abgewickelt haben, die auf der US-Sanktionsliste stehen.

April 2015

  • Die Deutsche Bank muss wegen ihrer Verstrickung in den Libor-Skandal um manipulierte Zinssätze eine Rekordstrafe von 2,5 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) zahlen. Das Institut verständigt sich mit Behörden in den USA und Großbritannien auf einen Vergleich. Es ist die höchste bislang verhängte Buße gegen eine Bank in diesem Fall.

Februar 2014

  • Die Bank zieht einen teuren Schlussstrich unter den Dauerstreit um die Pleite des Kirch-Medienkonzerns. Insgesamt 925 Millionen Euro kostet der am Oberlandesgericht München besiegelte Vergleich. Damit beendete die Bank die juristische Auseinandersetzung um eine Mitverantwortung für die Pleite des Kirch-Konzerns 2002.

Dezember 2013

  • Das Institut zahlt 1,9 Milliarden Dollar in einem Streit um Hypothekenpapiere in den USA. Die beiden staatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac fühlten sich bei Hypothekengeschäften aus den Jahren 2005 bis 2007 übers Ohr gehauen.
  • Die EU-Kommission bestraft mehrere Finanzinstitute wegen der Manipulation von Zinssätzen wie dem Libor mit Bußen von insgesamt 1,7 Milliarden Euro. Die Deutsche Bank muss mit 725 Millionen Euro die größte Zahlung leisten.

Mai 2012

  • Der Konzern steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte der US-Tochter MortgageIT gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, fließen 202 Millionen Dollar.

März 2012

  • Das Geldhaus legt einen Streit mit der Stadt Mailand über umstrittene Zinswetten gegen eine Millionen-Zahlung bei. Insgesamt erhält die italienische Wirtschaftsmetropole 455 Millionen Euro. Die Entschädigungszahlung teilen sich vier Banken.
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.