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Geldstrafen viel häufiger als Haft

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Strafverfolgungsstatistik - Geldstrafen viel häufiger als Haft

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Die Zahl der Verurteilten in Strafrechtsfällen in Deutschland ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Bei den Urteilen gibt es eine klare Präferenz.

Ein Angeklagter auf der Anklagebank
Ein Angeklagter auf der Anklagebank
Quelle: Boris Roessler/dpa

Wer von einem Gericht verurteilt wird, bekommt am häufigsten eine Geldstrafe. Nach vorläufigen Ergebnissen der Strafverfolgungsstatistik wurden 2018 rund 712.300 Personen rechtskräftig von deutschen Gerichten verurteilt. Das waren rund 0,5 Prozent weniger Verurteilte als im Vorjahr, wie dasdas Statistische Bundesamt mitteilte.

77,3 Prozent aller Verurteilten bekamen im vergangenen Jahr eine Geldstrafe. Freiheitsstrafe oder Strafarrest lautete das Urteil bei 14,4 Prozent der Fälle.

Eher weniger schwere Sanktionen bei Jugendstrafen

Eine Jugendstrafe wurde 2018 in rund 9.200 Fällen verhängt. "Weit häufiger griffen die Gerichte zu weniger schweren Sanktionen", erklärten die Statistiker: Bei rund 42.400 Jugendlichen verhängten sie sogenannte Zuchtmittel wie Verwarnungen oder Auflagen, bei 7.700 Erziehungsmaßregeln. Wofür die Menschen verurteilt wurden, geht aus der am Freitag veröffentlichten Statistik nicht hervor. Diese Zahlen werden erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.

Im vergangenen Jahr standen die Bereiche Vermögensdelikte, Betrug, Urkundenfälschung weit oben (zusammen rund 280.000 Verurteilungen). Häufig waren auch Verurteilungen wegen Diebstahls oder Unterschlagung (240.000 Verurteilungen). Zum Vergleich: Wegen Mord und Totschlag gab es im Jahr 2017 zusammen nur 538 Verurteilungen.

Sexualstraftaten haben zugenommen

In diesem Jahr könnten Sexualstraftaten eine größere Rolle spielen. Darauf deutet die im August veröffentlichte Statistik zu den Ermittlungsverfahren bei deutschen Staatsanwaltschaften hin. Von 2017 auf 2018 nahmen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung um mehr als 14 Prozent zu. Grund dürften nach Auskunft des Deutschen Anwaltvereins die zwischenzeitlich verschärften Gesetze sein.

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