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Reaktionen auf US-Strafzölle - "Ein schlechter Tag für den Welthandel"

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Die EU wird mit Vergeltungszöllen auf die US-Sonderzölle auf europäische Stahl- und Aluminiumprodukte reagieren. Das kündigte EU-Kommissionspräsident Juncker an.

Jean-Claude Juncker
Quelle: ap

"Das ist ein schlechter Tag für den Welthandel", sagte Juncker. Die EU werde in den kommenden Stunden umgegehend Gegenmaßnahmen einführen. Die Zölle seien völlig inakzeptabel. Großbritannien äußerte sich in einer ersten Reaktion "sehr enttäuscht" über die Entscheidung der USA. Ein Regierungssprecher sagte, das Vereinigte Königreich und die EU seien enge Verbündete der USA und sollten von den Schutzzöllen dauerhaft ausgenommen werden. Großbritannien werde weiter eng mit der EU und den USA daran arbeiten, dies zu erreichen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete die Zölle als "rechtswidrig" und warnte vor einer Eskalationsspirale. "Wir halten diese einseitige Maßnahme für rechtswidrig, die angeführten Gründe der nationalen Sicherheit tragen nicht", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. "Die Maßnahme birgt vielmehr die Gefahr von Eskalationsspiralen, die im Ergebnis allen schaden."


"US-Zollpolitik ist irrational"

Mittelstandspräsident Mario Ohoven kritisierte die US-Maßnahmen. "Die US-Zollpolitik ist irrational. Die USA schaden sich mit den Zöllen auf Stahl und Aluminium in erster Linie selbst." Den dort ansässigen Unternehmen, die auf qualitativ hochwertiges Stahl und Aluminium aus Europa angewiesen seien, drohe ein Preisschub und damit der Verlust von Wettbewerbsfähigkeit. "Es wäre völlig falsch, wenn die EU im Gegenzug ihrerseits an der Zollschraube dreht", sagt Ohoven. Die EU sollte den USA schnell Verhandlungen über einen umfassenden Abbau von Zöllen anbieten.

US-Handelsminister Wilbur Ross hatte angekündigt, dass ab Mitternacht US-Zeit die neuen Zölle auf Stahl- und Aluminium-Importe auch für die EU gelten. China will nach Angaben des Finanzministeriums die Einfuhrzölle für bestimmte Konsumprodukte vieler Länder ab dem 1. Juli senken. Die Zölle gelten demnach für 1.449 Produkte und sinken im Schnitt auf 6,9 von 15,7 Prozent. Die geringeren Aufschläge seien Teil der Bemühungen Chinas seine Märkte weiter zu öffnen.

Die EU wird dem französischen Finanzminister Bruno Le Maire zufolge "alle notwendigen Maßnahmen" ergreifen, um auf US-Zölle zu antworten. Er habe den USA gesagt, dass deren geplante Schritte ungerechtfertigt und gefährlich seien. Es liege nun allein in den Händen der USA, ob sie einen Handelskrieg mit ihrem größten Handelspartner Europa wollten.

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