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Iran fährt Urananreicherung hoch

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Streit um Atomabkommen eskaliert - Iran fährt Urananreicherung hoch

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Im Atomabkommen verpflichtet sich der Iran, Uran nicht über ein gewisses Maß hinaus anzureichern. Nach dem Ausstieg der USA fühlt sich Teheran daran aber nicht mehr gebunden.

Der Streit ums Atomabkommen mit dem Iran eskaliert. Archivbild.
Der Streit ums Atomabkommen mit dem Iran eskaliert. Archivbild.
Quelle: -/Islamic Republic Iran Broadcasting/AP/dpa

Der Streit um das Atomabkommen spitzt sich zu. Der Iran kündigte an, sich ab sofort nicht mehr an das im Vertrag festgelegte Limit zur Urananreicherung zu halten. Das Land sei bereit, das radioaktive Material auf jedes Niveau und in jeder Menge anzureichern, teilte die Regierung mit.

Wenn keine Lösung mit den verbliebenen Vertragspartnern gefunden werde, eröffne der Iran in 60 Tagen die dritte Phase, sagte Vize-Außenminister Araghschi. Die Begrenzung der Urananreicherung ist eine der Auflagen des Atomabkommens.

Teheran: Tür zur Diplomatie noch nicht geschlossen

Die Tür zur Diplomatie sei noch nicht geschlossen, sagte Irans Chefunterhändler Abbas Arakchi weiter. Aber es seien neue Initiativen notwendig. Auch die Europäer hätten ihre Verpflichtungen aus dem Vertrag nicht erfüllt. In den nächsten Tagen sollten Gespräche stattfinden. "Wir werden das Uran unseren Bedürfnissen entsprechend anreichern", sagte der Sprecher der iranischen Atombehörde auf der Pressekonferenz.

Zunächst solle das Uran auf das für den Atomreaktor Bushehr im Süden des Landes notwendige Niveau angereichert werden. Früheren Angaben zufolge ist das ein Level von fünf Prozent, was über der im Atomabkommen festgelegten Grenze von 3,6 Prozent liegt. Noch sei es nicht notwendig, Uran für den Reaktor in Teheran anzureichern, fügte der Sprecher hinzu. Auch die Zahl der Zentrifugen werde derzeit nicht erhöht, das könnte aber einer der nächsten Schritte sein.

Israelischer Minister: Iran auf dem Weg zur atomaren Bewaffnung

Der israelische Energieminister Yuval Steinitz warnte, der Iran befinde sich auf dem Weg zur atomaren Bewaffnung. Die angekündigte Anhebung der Urananreicherung sei noch moderat, aber sie verstoße gegen das vereinbarte Limit. "Es bedeutet, dass der Iran rote Linien überschreitet, auf die man sich geeinigt hat", sagte Steinitz dem israelischen Sender Ynet.

US-Präsident Donald Trump hatte das mühsam ausgehandelte Atomabkommen vor einem Jahr einseitig aufgekündigt und neue Wirtschaftssanktionen gegen den Iran verhängt, die dem Land schwer zusetzen. Trump will Neuverhandlungen über ein wesentlich schärferes Atom-Abkommen erzwingen. Die anderen Unterzeichner des Paktes - China, Russland, Frankreich, Großbritannien und Deutschland - stehen bislang zu der Vereinbarung.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Teheran will Atomabkommen weiter aufweichen

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