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Landgericht Koblenz entscheidet - Wem gehört die Burg Rheinfels?

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Seit 95 Jahren gehört die Burg Rheinfels der Stadt St. Goar. Doch der Chef des Hauses Hohenzollern will den einstigen Familienbesitz zurück. Heute entscheidet das Landgericht.

Luftaufnahme von Burg Rheinfels
Burg Rheinfels: Das Gemäuer wurde im 13. Jahrhundert erbaut und Ende des 18. Jahrhunderts von französischen Revolutionstruppen gesprengt.
Quelle: dpa

Wem gehört die Burg Rheinfels? Georg Friedrich Prinz von Preußen, Chef des Hauses Hohenzollern, fordert den einstigen Familienbesitz zurück. Der in Potsdam lebende Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. hat das Land Rheinland-Pfalz und auch das Burghotel verklagt. Heute verhandelt das Landgericht Koblenz darüber.

Das Herz von St. Goar

Seit dem 19. Jahrhundert war die Burg im Besitz des Hauses Hohenzollern. 1924 wurde dann die Stadt St. Goar Eigentümerin, mit der Auflage, das Gemäuer nicht zu verkaufen. 1998 schloss die Kommune mit der Betreibergesellschaft des Hotels direkt neben der Burg einen Erbpachtvertrag für 99 Jahre - mit der Option auf eine ebenso lange Verlängerung. Der Prinz von Preußen argumentiert in seiner Klage, dieser Vertrag komme einem Verkauf gleich - der eigentlich untersagt sei.

Für den St. Goarer Bürgermeister Horst Vogt wäre ein Verlust der Burg dramatisch: Stadt, Land und Hotel hätten hier Millionen investiert. "Die Burg Rheinfels ist das Herz von St. Goar", so Vogt.

Bürgermeister: "Beutezug der Hohenzollern"

"Für mich hat das den Anschein eines kleinen Beutezugs der Hohenzollern, die ernten wollen, was sie nicht gesät haben", sagt der Bürgermeister. Der Anwalt des Prinzen, Eckart Putzier, weist im Prozess derartige Vorwürfe zurück.

Das Land hält dagegen: Bei der Renovierung der Burg und den Millionen-Investitionen des Hoteliers in dessen Vier-Sterne-plus-Hotel habe der Prinz tatenlos zugesehen, sagt der Anwalt des Landes, Bodwin Blank. Der Hohenzollern-Chef wolle nun dessen Pacht kassieren. Diese beläuft sich laut dem Hotelbetreiber Gerd Ripp auf 71.000 Euro pro Jahr.

Anwalt: Prinz wusste nichts von Besitzanspruch

Prinz Georg Friedrich von Preußen
Prinz Georg Friedrich von Preußen: Er will die Burg zurück
Quelle: dpa

Der Anwalt des Prinzen, Putzier, weist dies zurück. Sein Mandant habe gar nichts von seinem Besitzanspruch bei der Burg Rheinfels gewusst, bis ihn 2015 ein Notar angeschrieben habe. Der Prinz von Preußen habe es nicht auf das Hotel abgesehen - mit Ripp sei wohl eine Einigung möglich. Der Anwalt des Landes Rheinland-Pfalz meint dagegen: Die Hohenzollern-Familie habe immer von dem Grundbucheintrag der Burg Rheinfels gewusst - sich aber 95 Jahre nicht darum gekümmert.

Der Hohenzollern-Prinz wird bei der Verhandlung wohl nicht persönlich anwesend sein. Der Fall könnte noch ein oder zwei weitere Instanzen beschäftigen, vermutet der Vorsitzende Richter Christian Stumm.

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