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Neuer Eigentümer PSA - Streit über Opel-Sanierung

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Bei Opel gibt es Streit zwischen dem neuen Eigner PSA und dem Betriebsrat. Die Franzosen fordern von Beschäftigten Lohnverzicht für Investitionen und Beschäftigungsversprechen.

Mit PSA sollte alles besser. Das war die Hoffnung der "Opelaner" nach den schwierigen Zeiten unter General Motors. Doch nach monatelangen Verhandlungen liegen bis heute keine zufriedenstellenden Vorschläge für eine gleichwertige Erfüllung der Produkt- und Projektzusagen aus den Tarifverträgen für die Entwicklung und die Werke auf dem Tisch, so die IG Metall. Die Peugeot-Mutter PSA hatte am Montag eine Investitionsentscheidung für Eisenach verschoben, nachdem Verhandlungen mit IG Metall und Betriebsrat nicht zur gewünschten Kostensenkung geführt hatten. Die Arbeitnehmer bestehen auf die Erfüllung älterer Tarifverträge, die noch mit dem Opel-Vorbesitzer General Motors abgeschlossen und von PSA übernommen worden waren. Nach den vorerst erfolglosen Gesprächen muss Opel zum April nun die Tariferhöhung im Metall-Flächentarif von 4,3 Prozent zahlen.

Spekulationen um Eisenach

IG Metall und Betriebsrat werfen PSA offenen Tarifbruch vor. "PSA und die Geschäftsleitung nehmen billigend den Bruch von Tarifverträgen in Kauf", hieß es in einem Flugblatt, in dem für die Betriebsversammlungen heute mobilisiert wurde. Medienberichten zufolge plant Opel in Eisenach einen massiven Personalabbau, die Belegschaft könnte von derzeit rund 1.800 auf nur noch knapp 1.000 Leute sinken. Opel sagte dem ZDF, dass man keine Spekulationen kommentiere und über die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit in Eisenach aktuell verhandele.

IG Metall und Betriebsrat pochen darauf, dass PSA nach dem Wegfall des Modells Corsa in Eisenach neben dem Adam ein zweites, volumenstarkes Modell bauen lässt. Die Arbeitnehmervertreter befürchten, dass der Standort sonst keine Zukunft hat. Aus Sicht der IG Metall ist Eisenach eine Nagelprobe für die weiteren Verhandlungen über die Auslastung der anderen Opel-Standorte.  

Automobil-Experte Ferdinand Dudenhöffer befürchtet Werksschließungen bei Opel und einen harten Sanierungskurs des neuen Chefs Carlos Tavares.

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Merkel pocht auf Zusagen

Am Mittwoch hatte sich auch die Kanzlerin im Streit um die Auslastung des Opel-Werks in Eisenach eingeschaltet. Merkel forderte den französischen Mutterkonzern PSA auf, seine Zusagen aus der Opel-Übernahme einzuhalten. "Die Bundesregierung fühlt sich zusammen mit den Landesregierungen auch in der Pflicht, das Ihre zu tun, um zu helfen", sagte die Kanzlerin nach einem Treffen mit den ostdeutschen Ministerpräsidenten in Bad Schmiedeberg.

Doch die Verkäufe sinken, die Marktanteile brechen weg. Der Druck auch bei PSA steigt. Nach Berechnungen des Direktors des CAR-Centers an der Universität Duisburg-Essen, Ferdinand Dudenhöffer, liegt er in Europa aktuell noch bei 5,8 Prozent. "In der jetzigen Zeit mit den hohen Überkapazitäten verschärft sich das Kostenproblem, sprich, man muss noch schneller Kosten sparen, auch Beschäftige abbauen", sagt Dudenhöffer dem ZDF. Es kommen wieder unruhige Zeiten auf Opel zu.

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