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Riesen-Airport lahmgelegt - Atlanta: Strom wieder da, Chaos dauert an

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Nach Stunden ohne Strom und mehr als 1.000 gestrichenen Flügen ist der Internationale Flughafen in der US-Stadt Atlanta wieder am Netz. Doch die Nachwehen dauern an.

Atlanta: Ein Stromausfall legt den verkehrsreichsten Flughafen der Welt lahm.

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Alle wesentlichen Bereiche hätten wieder Strom, teilte der Versorger Georgia Power am späten Sonntagabend (Ortszeit) mit. Der Flughafen Hartsfield-Jackson im US-Staat Georgia gilt als einer der verkehrsreichsten der Welt, er ist zudem ein wichtiges Drehkreuz. Die Ursache für den totalen Stromausfall werde noch ermittelt, teilte der Stromversorger weiter mit.

Beeinträchtigt waren unter anderem Gepäckbänder und die Gangways zu den Flugzeugen. Mehr als 1.000 Flüge nach und von Atlanta mussten gestrichen werden, wie der US-Sender CNN berichtete. Tausende Passagiere saßen stundenlang in den Terminals im Dunkeln oder auf dem Rollfeld an Bord Dutzender Maschinen fest. Der Bürgermeister von Atlanta, Kasim Reed, hatte am Sonntag (Ortszeit) gesagt, der komplette Zusammenbruch der Stromversorgung sei durch ein Feuer in unterirdischen elektrischen Anlagen des Flughafens ausgelöst worden. Der Brand brach demnach gegen 12.30 Uhr (Ortszeit) aus, gegen 13.00 Uhr folgte der komplette Stromausfall.

"Das ist ein Albtraum"

Viele Fluggäste reagierten verärgert. "Viele Leute kommen an und keiner geht raus. Es gibt keine offizielle Bekanntgabe. Wir sitzen hier fest. Das ist ein Albtraum", sagte die 32-jährige Passagierin Emilia Duca. Sie war auf dem Weg von der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá in den US-Staat Wisconsin in Atlanta zum Stopp gezwungen worden. Atlantas Bürgermeister Kasim Reed erklärte, alle Fluggäste seien sicher aus den Flugzeugen gestiegen. Die Stadt twitterte, für gestrandete Reisende werde ein Versammlungszentrum zur Notunterkunft umgebaut.

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Erst nach rund sechs Stunden gingen in einer ersten Wartehalle wieder die Lichter an. Rund zehn Stunden nach dem Ausfall teilte der Flughafenbetreiber mit, dass die meisten Bereiche des Flughafens wieder mit Strom versorgt seien - festsitzende Passagiere reagierten mit Applaus und Jubel, als das Licht wieder anging. Feuerwehren und Bodendienste befreiten die eingeschlossenen Passagiere in stundenlanger Arbeit aus den Maschinen, die auf den Rollbahnen standen. Hunderte von gelandeten Jets warteten dort auf Abfertigung. "Kein Personal und keine Passagiere waren zu irgendeinem Zeitpunkt in Gefahr", versicherte der Stromversorger Georgia Power.

Kaum freie Plätze vor Weihnachten

Die Fluggesellschaft Delta verzeichnete den wohl größten Schaden: Die Airline musste am Sonntag 800 Flüge streichen, für Montag waren es weitere 300. Es werde "ein langer und schwieriger Tag", sagte ein früherer Berater für den Luftverkehr, Robert Mann. Fluggäste sollten nicht damit rechnen, dass sich Deltas Flugbetrieb vor Dienstag wieder normalisiere. Freie Sitze in anderen Fliegern gebe es so kurz vor Weihnachten kaum noch.

Georgia Power ging zunächst davon aus, dass ein Feuer auf seiner Anlage für den Stromausfall verantwortlich war. Der Brand habe großen Schaden angerichtet. Die Ursache für das Feuer war zunächst unklar. "Weil es so heiß brannte, dauerte es etwa eineinhalb bis zwei Stunden, bis das Feuer ausreichend eingedämmt war", sagte Bürgermeister Reed. "Das Personal von Georgia Power konnte nicht in die Tunnel, bis wir nicht sicher waren, dass das Feuer komplett gelöscht ist. Und wegen der intensiven Rauchentwicklung dauerte es einige Zeit, bis das Personal hinein konnte." Es gebe keine Hinweise darauf, dass das Feuer mit Absicht gelegt wurde.

Auswirkungen bis Chicago

Hartsfield-Jackson ist der verkehrsreichste Flughafen der Welt: Durchschnittlich verkehren dort 275.000 Passagiere pro Tag. Innerhalb von 24 Stunden kommen rund 2.500 Flugzeuge an oder fliegen ab. Auswirkungen der Strompanne waren bis nach Chicago zu spüren. Der O'Hare International Airport, ebenfalls sehr geschäftig, sowie der Midway International Airport meldeten Dutzende ausgefallene Flüge und zahlreiche Verspätungen.

Auch nach Wiederherstellung der Stromversorgung wird sich der Ausfall noch tagelang auf den Flugverkehr auswirken. Allein Delta Airlines sagte bereits 300 Flüge am Montag ab. Ein halbtägiger Ausfall führt zu einem Riesenstau, der erst nach und nach abgebaut werden kann.

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