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Stromverbrauch steigt massiv - Der Energiehunger des Datennetzes

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Immer online sein: Das Surfen im Netz gehört ganz selbstverständlich zum Alltag. Aber der gewaltige Energiehunger, CO2-Emissionen und hohe Stromkosten verlangen nach Lösungen.

Archiv: Eine Frau liegt am 22.03.2017 in Friedrichshafen mit einem iPad im Bett
Die Hälfte der Weltbevölkerung ist online - und verbrät dabei jede Menge Strom.
Quelle: dpa

Der aktuelle Report der Digital-Agentur "We Are Social" liest sich wie das Guinness-Buch der Rekorde. Demnach hat die globale Verbreitung der Internetnutzung im Jahr 2017 die 50 Prozent Marke geknackt. Das bedeutet: Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist online. Und der Report fächert die Rekordzahlen weiter auf. Demnach gibt es weltweit:

  • 3,77 Milliarden Internet-Nutzer
  • 2,8 Milliarden Social Media-Nutzer
  • 4,92 Milliarden einzelne Mobile-Nutzer
  • 1,61 Milliarden E-Commerce-Nutzer

Alle digitalen Bereiche verzeichnen enorme Wachstumsraten, so der Report.

Keine Branche mehr ohne Internet-Anschluss

Für Privathaushalte, Dienstleistungsunternehmen und Industriebetriebe sind schon jetzt Hunderte von Servern im Einsatz, die im Hintergrund rund um die Uhr mit Strom versorgt werden müssen. Der Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieur Ralph Hintermann vom Berliner Borderstep Institut verweist darauf, dass sich alle 18 Monate der weltweite Datenverkehr verdoppelt. Das lässt den Strombedarf des Internets deutlich ansteigen, so seine Annahme: "Wir haben aktuell in Deutschland einen Strombedarf von knapp 13 TWh im Internet oder den Rechenzentren. Das ist ungefähr so viel wie die Stadt Berlin insgesamt an Strom verbraucht. Das wird in Zukunft weiter ansteigen. Die Prognosen sagen, dass wir in fünf oder sechs Jahren nochmals 25 Prozent mehr im Internet brauchen."  

Infografik Strommix

Wissen - Der Strommix in Deutschland

Die erneuerbare Energien sind weiter stark auf dem Vormarsch – schauen Sie selbst auf die Entwicklung des Strommix‘ in Deutschland seit 1990.

Datum:
von Corinna Zander

Hoffnungen auf die Einsparung fossiler Ressourcen wie Öl, Kohle oder Gas gibt es nicht. In Deutschland nimmt zwar der CO2-Ausstoß für die Produktion einer Kilowattstunde Strom kontinuierlich ab. Grund dafür ist der zunehmende Anteil der erneuerbaren Energien. Nach Angaben des Umweltbundesamtes lag der CO2-Ausstoß im Jahr 2015 bei durchschnittlich 528 Gramm, im Jahr 2016 bei 516 Gramm und im Jahr 2017 bei rund 490 Gramm. Doch diese Einsparung machen immer neue Datenströme zunichte. "Der Trend geht zu immer größeren Rechenzentren. Man spricht da von Hyperscale Rechenzentren. Das sind Rechenzentren, in einer Größe von mehreren Fußballplätzen", meint Ralph Hintemann vom Broderstep Institut. Diese Entwicklung vergrößert letztendlich den Strombedarf.  

Mehr Effizienz erforderlich

Dem hohen Energieverbrauch des smarten und allgegenwärtigen Internets sehen indes nicht nur Klimaexperten mit Sorge entgegen. Auch IT-Unternehmen bereitet der Stromhunger große Sorgen. Denn die Stromkosten verursachen hohe Betriebskosten. Immer mehr Unternehmen suchen daher nach Möglichkeiten, wie sie ihre Rechenzentren effizienter gestalten könnten. Im Fokus steht dabei die Kühlung der Server.

Erste Erfolge zur Stromkosteneinsparung gibt es bereits: Eine moderne Technik hält höheren Temperaturen stand, das heißt die Geräte müssen dadurch weniger gekühlt werden. Einsparpotentiale bestehen auch in einer effizienteren Auslastung der Server. Anpassung der Leistung an die IT-Last lautet die Devise. Ist die Auslastung eines Servers gering, geht ein Teil in einen Stand-by-Betrieb. Das verbraucht weniger Strom. Aber auch durch die Zusammenlegung kleiner Rechenzentren ließe sich Strom sparen.

Vorzeigeprojekt in Norwegen

In Norwegen ist man gerade dabei, all die Effizienz zu maximieren. Ein ehemaliges Bergwerk im Nordfjord wird derzeit in ein Megarechenzentrum umgewandelt. Dafür werden mehrere Hundert Container mit Hilfe eines Spezial-LKW in den Stollen befördert. Jeder der Container enthält Hochleistungsrechner. Die gesamte IT-Technik wird auf gewaltige Stahlregale gestellt und ist so stets flexibel austauschbar. Nach Angaben des Betreibers Lefdal Mine Datacenter soll in den nächsten zehn Jahren das gesamte Bergwerk mit Containern bestückt sein, so dass daraus das größte Rechenzentrum der Welt entsteht.

Strom und Kühlung aus 100 Prozent grüner Energie. Wasserkraftwerke und der Fjord machen die Lefdal-Mine zum idealen Zukunftsstandort.

Beitragslänge:
1 min
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Das Modulkonzept der Rechner birgt ökonomische und ökologische Vorteile. Denn gekühlt werden die Server im Bergwerk mit Wasser aus einem nahen Fjord. Der Strom für das Großprojekt im Berg kommt zudem von mehreren Wasserkraftwerken in der Umgebung. Durch die erneuerbaren Energieträger reduziert sich der CO2-Ausstoß und der unterirdische Betrieb spart viel Platz an der Oberfläche.                                 

Interview mit Energie-Experte Staffan Revemann

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