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Stau-Studie - Berlins Autofahrer brauchen die meiste Geduld

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Wer nach dem Job noch lange im Stau steht, ist genervt. Schlimmer noch: Aus Stunden werden aufs Jahr gerechnet Tage. Besonders leidgeprüft sind Berlins Autofahrer.

Laut einer aktuellen Studie ist die deutsche Hauptstadt auch Staustadt Nummer eins. Autofahrer in Berlin haben 2018 im Schnitt 154 Stunden durch dichten Verkehr und Stau eingebüßt.

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Berliner Autofahrer haben im vergangenen Jahr im Schnitt 154 Stunden in dichtem Verkehr und Stau gestanden, wie der Verkehrsdatenanbieter Inrix in seiner Studie "2018 Global Traffic Scorecard" ausgerechnet hat. Leidgeprüft sind demnach auch Münchner und Hamburger, die 140 beziehungsweise 139 Stunden im Auto verloren haben.

Im Schnitt mehr als 120 Stunden im Stau

Insgesamt verbrachten deutsche Autofahrer den Angaben zufolge durchschnittlich mehr als 120 Stunden im Stau. Hannover steht im Städte-Ranking in der Kategorie "Verlorene Stunden im Stau" auf Platz 13, Bremen auf Platz 11. Dazwischen rangiert Karlsruhe.

Im internationalen Vergleich sind die Werte eigentlich gar nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass Autofahrer in Bogotá (Kolumbien) 2018 rund 11 Tage im Stau standen, in Rom waren es immerhin noch 10,5 Tage.

Infografik: Autofahrer verlieren 2018 viel Zeit in Staus und zähfließendem Verkehr
Infografik: Autofahrer verlieren 2018 viel Zeit in Staus und zähfließendem Verkehr
Quelle: ZDF

ADAC: Mehr Pendler durch hohe Mieten

Der ADAC befürchtet, dass Staus auch in Städten tendenziell weiter zunehmen werden. "Der ÖPNV und Schienenverkehr müssen so gut und attraktiv sein, dass die Menschen das Auto gerne stehen lassen", empfahl Nils Linge, Pressesprecher beim ADAC Weser-Ems. Der Referent für Verkehrspolitik beim ökologischen Verkehrsclub VCD, Michael Müller-Görnert, sagte: "Ein besseres ÖPNV-Angebot würde angenommen, wenn es denn da wäre."

ADAC-Sprecher Linge verwies darauf, dass Bremen und auch Hannover Oberzentren der Region seien. Viele, die sich Mieten in der Stadt nicht mehr leisten könnten, pendelten in die Städte ein. Der schienengebundene Nahverkehr sei aber nicht überall so ausgebaut, dass die Pendler ohne Auto zum Arbeitsplatz in die Stadt kämen. Bei zwei oder zweieinhalb Stunden Fahrzeit mit dem Pkw werde das Pendeln schon abenteuerlich.

Erschwerend komme hinzu, dass Städte wie Bremen und Hamburg durch große Flüsse getrennt seien. Wenn sich der Verkehr in Tunneln oder auf Brücken staue, gebe es oft kaum Ausweichmöglichkeiten. Müller-Görnert betonte, letztlich gehe es um die Frage der Lebensqualität, denn Unfälle, Lärm und schlechte Luft würden in den Großstädten vor allem durch den Verkehr verursacht.

ADAC: Autobahn-Staus 2018 rasant zugenommen

Erst im Januar hatte der ADAC die Stau-Bilanz für Autobahnen vorgelegt. Danach stieg die gemessene Gesamtstaulänge in Niedersachsen 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 33.790 Kilometer auf 155.250 Kilometer. Damit nahm Niedersachsen 2018 unter den norddeutschen Bundesländern den Spitzenplatz ein.

In Bremen verdoppelten sich die Zahlen fast: 2017 wurden hier 6.115 Kilometer Stau erfasst, im vergangenen Jahr waren es 12.668 Kilometer. Die meisten Staukilometer in Niedersachsen (44.809) wurden auf der A1 gemessen, die von Norden über Bremen und Osnabrück Richtung Ruhrgebiet führt.

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