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Umfrage - Eine "Globalisierung mit Sicherheitsgurt"

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Grundsätzlich sehen viele Deutsche den Welthandel positiv - die Auswirkungen der Globalisierung sieht gleichwohl eine Mehrheit skeptisch, wie eine Umfrage ergab.

Passanten betrachten Industrieanlagen im Hamburger Hafen
Welthandel ja, aber die Globalisierung sehen viele Deutsche trotzdem skeptisch
Quelle: dpa

Eine knappe Mehrheit der Deutschen fühlt sich von der Politik nicht ausreichend vor negativen Effekten der Globalisierung geschützt. Das geht aus einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung hervor. Zwar bewerten demnach 70 Prozent den wachsenden Welthandel grundsätzlich als positiv. 52 Prozent fühlen sich aber von der Bundesregierung nicht genügend gegen dessen nachteilige Folgen abgesichert. In anderen großen Industriestaaten ist das Schutzbedürfnis sogar noch stärker ausgeprägt: In Frankreich fordern dies 75 Prozent, in den USA 61 Prozent und in Großbritannien 59 Prozent.

"Die Menschen wünschen sich eine Globalisierung mit Sicherheitsgurt", sagte der Stiftungsvorsitzende Aart De Geus. "Auf das Schutzbedürfnis der Bürger sollten Politik und Wirtschaft aber nicht mit protektionistischen Irrwegen reagieren. Globalisierung ist kein Schicksal, sondern ein Prozess, den wir gestalten können und müssen."

Mehrheit fordert: Wirtschaft besser schützen

Die Bundesbürger begrüßen der Umfrage zufolge zwar ausländische Investitionen in ihrem Land, sehen Firmenübernahmen durch fremde Unternehmen aber sehr kritisch. 53 Prozent bewerten Auslandsinvestitionen gut bis sehr gut, während fast zwei Drittel Firmenübernahmen aus dem Ausland für wenig bis gar nicht vorteilhaft halten. 57 der Befragten fordern einen besseren Schutz der deutschen Wirtschaft vor ausländischen Wettbewerbern.

Ebenso viele Befragte glauben auch nicht, dass die Globalisierung die Einkommen steigen lässt. 55 Prozent befürchten sogar eine steigende soziale Ungleichheit. Auch sind 42 Prozent darüber besorgt, dass sich der internationale Handel negativ auf die Arbeitsplatzsicherheit auswirkt.

"Kaum ein Land profitiert so stark"

"Weltweit profitiert kaum ein Land so stark von Freihandel und Globalisierung wie Deutschland", sagt indes Christian Bluth, Wirtschaftsexperte und Leiter der Umfrage bei der Bertelsmann Stiftung. "Dennoch stellt der durch Globalisierung verursachte Strukturwandel auch in Deutschland viele Bürger vor Herausforderungen." Daher sei es wichtig, internationale Offenheit durch einen effizienten und modernen Sozialstaat zu begleiten. Nur so könne der gesellschaftliche Konsens für Handelsoffenheit gestärkt und eine protektionistische Politik vermieden werden.

Im Vergleich ist Deutschland laut der Untersuchung international immer noch ein gern gesehener Handelspartner. Im Beliebtheitsranking landet die Bundesrepublik insgesamt hinter Japan auf Platz zwei. Auch in den USA glauben viele Menschen weiterhin, dass Handel mit Deutschland eine gute Sache sei. Im Ranking der Vereinigten Staaten landet Deutschland auf Platz drei hinter Kanada und Großbritannien. Für die Studie wurden in zwölf Industrie- und Schwellenländern mehr als 14.000 Menschen online befragt. In Deutschland nahmen mehr als 2.000 teil.

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