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Zahlungsverhalten - Bargeld beliebt - andere Zahlungsformen auch

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Die Deutschen zahlen weniger mit Scheinen und Münzen. Zwar ist Bargeld noch beliebtestes Zahlungsmittel. Karten- und andere Zahlungsarten haben Bargeld aber mittlerweile überholt.

Weiterhin wandert viel Bargeld durch die Hände von Verbrauchern.
Weiterhin wandert viel Bargeld durch die Hände von Verbrauchern. Quelle: Daniel Reinhardt/dpa

Die Person, die am häufigsten Bargeld verwendet, ist weiblich, verdient unter 1.500 Euro im Monat und ist 65 Jahre oder älter, sprich: Rentnerin. Das geht aus der jüngsten Studie der Bundesbank zum Zahlungsverhalten der Deutschen hervor. Die Rentnerin ist aber nicht allein: Neben ihr in der Kassenschlange stehen jüngere Menschen, die lieber ihre Girokarte oder Kreditkarte zücken.

Und so ist der Bargeldumsatz an den Ladentheken im vergangenen Jahr unter 50 Prozent gefallen. Zwar stellen Bargeldzahlungen im Alltag der Deutschen noch immer den mit Abstand beliebtesten Zahlungsweg dar: Der Anteil von Bargeldzahlungen liegt bei 47,6 Prozent, gefolgt von Zahlungen mittels Bankkarten, deren Anteil bei knapp 34 Prozent liegt. Zusammen mit anderen Zahlungsinstrumenten wie Kreditkarten, Überweisungen oder Internetbezahlerfahren haben die Umsätze von alternativen Zahlungswegen die Bezahlungen mit Bargeld aber überholt. "Nach wie vor ist Bargeld am beliebtesten", fasst Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele die Studie zusammen. "Kartenzahlungen und andere Bezahlwege nehmen aber stetig zu".

Bargeld in Restaurants, Bankkarten an Tankstellen

Mittel und Wege, ohne Bargeld zu bezahlen, gibt es mittlerweile viele: Bank- oder Girokarten stellen die am häufigsten eingesetzte Alternative dar. Nach den Ergebnissen der Befragung steckt bei 98 Prozent der Deutschen mindestens eine Bankkarte im Portemonnaie. Dazu kommen Kreditkarten, bestimmte Kundenkarten mit Zahlungsfunktion oder auch Prepaid-Karten. Auf die können Verbraucher Geld  buchen, um dann etwa am Automaten eine Fahrkarte zu ziehen. Doch auch Bezahlwege im Internet gewinnen zunehmend an Beliebtheit. Lagen Internet-Bezahlverfahren, wie beispielsweise Paypal, im Jahr 2014 noch bei 2,8 Prozent, so ist deren Anteil auf 3,7 Prozent gestiegen.

Dabei richtet sich der Zahlungsweg, den Verbraucher wählen, nach der Höhe der Beträge: Kleinbeträge bis zu fünf Euro zahlen Konsumenten fast immer in Bar. Bis 20 Euro sind es noch knapp 90 Prozent, Tendenz sinkend. Bei Beträgen zwischen 20 und 50 Euro wählt fast jeder Dritte die Bankkarte. Bei noch höheren Beträgen kommen überwiegend Bargeld-Alternativen zum Einsatz.

Eine entscheidende Rolle spielt beim Bezahlen schließlich der Ort, an dem sich Verbraucher aufhalten. Im Internet wählen sie naheliegender Weise fast ausschließlich digitale Zahlungswege. Die Restaurantrechnung dagegen begleichen 80 Prozent mit Scheinen und Münzen aus dem Portemonnaie. An der Tankstelle dagegen zücken die meisten lieber eine Bankkarte, um die Spritrechnung zu begleichen.

Zahlungen per Handy noch selten

Dabei geht es Verbrauchern beim Bezahlen im Wesentlichen um drei Dinge. Die Formel lautet: einfach, schnell und sicher. Sicherheit vor finanziellem Verlust, einfache und schnelle Nutzung des Zahlungsmittels, Vertrautheit und ein guter Überblick über die Ausgaben. Und bei all diesen Kriterien schneiden Bargeld und Bankkarten am besten ab. Bargeld hat aber eindeutig die Nase vorn.

Bei neueren Bezahlformen dagegen herrscht noch Zurückhaltung. Mobile Bezahlverfahren etwa per Handy kennen viele Verbraucher entweder nicht, oder sie haben zwar davon gehört, nutzen sie aber nicht. Nur rund 5 Prozent der Befragten geben an, Bezahlverfahren via App und Handy zu kennen und auch zu nutzen.

Das meiste Geld wird gehortet

Fazit: Trotz neuer Bezahlmethoden ist Bargeld noch immer die Zahlungsweise Nummer eins in Deutschland. Kontrolle über die Ausgaben, Vertrautheit und Einfachheit des Bargeldes ist der Grund, weshalb die Mehrheit der Deutschen sich dagegen ausspricht, Bargeld irgendwann abzuschaffen. Dagegen kann sich aber eine Mehrheit der Deutschen vorstellen, 1- und 2-Cent-Beträge zu runden, in der Konsequenz also auf diese Geldmünzen zu verzichten.

Übrigens befindet ich das meiste Geld, das die Bundesbank jährlich heraus gibt, nicht in den Taschen und Geldbörsen der Bundesbürger, sie zahlen nur mit rund zehn Prozent des Bargeldes. 20 Prozent horten sie - und Banken ebenfalls. Auf Grund von Strafzinsen, die Banken zahlen müssen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken, haben Banken nach Schätzungen der Bundesbank rund 12,5 Milliarden Euro in ihren Tresoren liegen – zur Wertaufbewahrung. Weitere 20 Prozent des gedruckten Bundesbankgeldes liegen bei anderen Bürgern und Institutionen im Euroraum. Und rund die Hälfte horten Menschen außerhalb des Euro-Raumes – beispielsweise zum Schutz gegen hohe Inflation der eigenen Währung. "Das zeigt, dass der Euro gegenüber dem Dollar als Reservewährung deutlich aufgeholt hat", sagt Carl-Ludwig Thiele.

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