Sie sind hier:

Studie der Uni Duisburg-Essen - Deutsche wollen eigenes Auto

Datum:

Fridays-for-Future-Proteste, Dieselverbote, Verkehrswende - all das scheint vergessen, wenn es um das eigene Auto geht.

Autos stehen im Stau.
Autos stehen im Stau.
Quelle: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Ungeachtet aller Diskussionen um eine Verkehrswende halten die Deutschen bislang am eigenen Auto fest. Darauf weist das CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen in einer Studie hin. Alternativen wie Carsharing würden kaum angenommen, dafür steige auch in den Großstädten der Autobestand immer weiter.

2019 kommen bei einem Bestand von 47,1 Millionen Autos demnach 567 Wagen auf 1000 Einwohner. Zehn Jahre zuvor waren 1000 Menschen in Deutschland noch mit 504 Autos klar gekommen.

Immer mehr Autos angemeldet - Carsharing wenig Zuspruch

Auch in den eigentlich gut mit öffentlichem Nahverkehr erschlossenen Ballungsräumen legte die Zahl der angemeldeten Autos zu. Beispielsweise in München, Hannover, Leipzig, Braunschweig und Düsseldorf wuchs der Bestand in dem beobachteten Zehnjahreszeitraum stärker als im bundesdeutschen Schnitt von 14 Prozent. Allerdings wurde hier nicht das Bevölkerungswachstum berücksichtigt.

Carsharing Symbolbild, Archiv
Carsharing Symbolbild, Archiv
Quelle: dpa

Carsharing-Angebote haben Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer zufolge wenig Erfolg. Der Bestand von 20.200 Fahrzeugen entspreche einem Anteil von 0,04 Prozent aller Pkw. Unter den 2,46 Millionen Fahrberechtigten vermutet der Autoexperte viele "Karteileichen", die ihre Mitgliedschaft nicht aktiv nutzen. Auch in den kommenden Jahren werde das persönlich nutzbare Auto seine Bedeutung behalten, neuartige Abo-Modelle machten es risikoloser und komfortabler.

Kritik an Studie: reine Polemik

Der Bundesverband Carsharing kritisierte die Studie als "Polemik mit wissenschaftlichem Anstrich". Carsharing sei seit Jahren ein Wachstumsmarkt, sagte Verbandsgeschäftsführer Gunnar Nehrke. Bundesweit hätten nur 3 Prozent der Einwohner über 16 Jahren eine Carsharing-Möglichkeit, in Städten wie Hamburg und Berlin beteiligten sich aber bereits 16 Prozent. "Hier zeigen sich erste Anzeichen, dass Carsharing die Nische verlässt", sagte Nehrke.

Er betonte, die Politik habe private Autos und persönliche Dienstwagen jahrzehntelang gefördert, die Industrie "mit ungeheuren Marketing-Budgets" dafür geworben. "Pkw-Besitz ist für viele Deutsche zum Mobilitäts-Paradigma schlechthin geworden." Deshalb fordere der Verband, dass Bund, Länder und Kommunen "auch die flächendeckende Bereitstellung von Carsharing-Angeboten endlich systematisch fördern".

Verstopfte Innenstädte, permanenter Lärm, verpestete Luft: Es gibt zu viele Autos. Hinzu kommt ein stetig wachsender Lieferverkehr. Unsere Städte brauchen eine Mobilitätswende:

Verstopfte Innenstädte, permanenter Lärm, verpestete Luft: Es gibt zu viele Autos. Hinzu kommt ein stetig wachsender Lieferverkehr. Unsere Städte brauchen eine Mobilitätswende.

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.