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Aufteilung des Vermögens - Studie: Ungleichheit steigt auf historisches Hoch

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Die Bundesrepublik erlebt seit Jahren einen Boom. Jetzt zeigt eine Studie: Ein Großteil der Bürger fällt zurück. Die Löhne steigen, aber sehr unterschiedlich.

Archiv: Silhouetten von Fussgängern, aufgenommen am 25.10.2017 in Stuttgart
Silhouetten von Passanten (Archivbild)
Quelle: dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • WSI-Verteilungsbericht: Ungleichheit auf neuem Höchststand
  • Gering- und Vielverdiener entfernen sich deutlich
  • Zwar nahmen die Löhne zu, aber sehr unterschiedlich.

Die Ungleichheit bei den Einkommen in Deutschland hat nach einer aktuellen Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung einen neuen Höchststand erreicht. Trotz der guten Konjunktur und der günstigen Lage auf dem Arbeitsmarkt habe sich die Schere zwischen den Wohlhabenden und den unteren Einkommensgruppen in den vergangenen Jahren noch weiter geöffnet, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Verteilungsbericht des WSI.

Ungleichheit wächst langsamer als vor Jahren

Dies sei ein "Armutszeugnis für Deutschland". Zwar wachse die Ungleichheit aktuell deutlich langsamer als noch zu Beginn des Jahrtausends, betonte die WSI-Expertin Dorothee Spannagel. Und die Entwicklung unterminiere auch nicht mehr so stark die Position der Haushalte mit mittleren Einkommen. Doch die Lücke zwischen den ganz Armen und den ganz Reichen werde immer größer.

Immer mehr Einkommen konzentriert sich bei den sehr Reichen.
WSI-Expertin Dorothee Spannagel

"Immer mehr Einkommen konzentriert sich bei den sehr Reichen", heißt es in der Studie. Denn die hohen Einkommensgruppen profitierten von den sprudelnden Kapital- und Unternehmenseinkommen. Dagegen seien die 40 Prozent der Haushalte mit den geringsten Einkommen weiter zurückgefallen - auch im Vergleich zur gesellschaftlichen Mitte, die von der guten Arbeitsmarktlage und spürbaren Lohnsteigerungen profitiert habe.

"Immer mehr Menschen sind von Armut betroffen", heißt es in der Studie. Die Zahl der Haushalte, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben und deshalb nach gängiger wissenschaftlicher Definition als arm gelten, sei zwischen 2010 und 2016 von 14,2 auf 16,7 Prozent gewachsen. Und den Haushalten unterhalb der Armutsgrenze gehe es immer schlechter. Die Armutslücke - der Betrag, der dem durchschnittlichen armen Haushalt fehlt, um über die 60-Prozent-Hürde zu kommen - sei beträchtlich größer geworden. Lag der Fehlbetrag 2005 noch bei 2.873 Euro im Jahr, so erreichte er 2016 inflationsbereinigt schon 3.452 Euro - eine Steigerung um fast 30 Prozent.

Einkommen in Ostdeutschland - schneller auseinander als im Westen

Einer der stärksten Treiber der Entwicklung sei die zunehmende Spreizung der Löhne in Deutschland. Eine wachsende Bevölkerungsgruppe am unteren Rand habe den Anschluss an die Lohnsteigerungen in der Mitte der Gesellschaft verloren. Die untersten zehn Prozent der Haushalte im Einkommensranking hätten 2016 nach Anzug der Inflation sogar weniger Einkommen gehabt als 2010, berichteten die Forscher.

Die Einkommen in Ostdeutschland entwickelten sich laut WSI noch deutlich schneller auseinander als im Westen. Derzeit sei die Einkommensspreizung in den neuen Bundesländern zwar noch spürbar geringer als in den alten. Doch der Abstand werde kleiner. Wie fair Deutschlands Löhne sind, zeigt auch eine ZDF-Doku:

Experten empfehlen Maßnahmen

Um der wachsenden Ungleichheit entgegenzuwirken, empfehlen die WSI-Experten ein ganzes Bündel von staatlichen Maßnahmen: von der Stärkung der Tarifbindung über die Erhöhung des Mindestlohnes bis zu einer stärkeren Besteuerung von Spitzeneinkommen und sehr hohen Erbschaften.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) kam zu dem Ergebnis, dass auch das Vermögen in Deutschland sehr ungleich verteilt ist. Demnach besitzen die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens (56 Prozent). Die ärmere Hälfte hat dagegen nur einen Anteil von 1,3 Prozent. Allerdings habe die Vermögensungleichheit in den letzten zehn Jahren nicht weiter zugenommen, heißt es in der DIW-Untersuchung.

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