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Studie des EU-Parlaments - EU beliebt wie seit 25 Jahren nicht

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Die Briten wollen raus, zu viele Flüchtlinge rein, wirtschaftlich geht nichts. Das postulieren EU-Kritiker. Doch die EU ist beliebt wie lange nicht. Das zeigt eine neue Studie.

EU - "pulse of europe" in Köln
EU-Befürworter in Köln
Quelle: dpa

Denken Sie, dass die EU-Mitgliedschaft eine gute Sache für Ihr Land ist? Falls ja, gehören Sie zur Mehrheit der Bürger in der Europäischen Union: 62 Prozent der EU-Staaten-Einwohner denken nämlich so. Das zeigt eine neue Studie des Europäischen Parlaments. Demnach liegt der Wert so hoch wie seit 25 Jahren nicht und das ist ziemlich überraschend. Denn selten waren Nationalisten so laut wie jetzt. Ihre EU-Kritik lässt die meisten Bürger aber eher kalt.

In welchen Ländern ist die EU-Mitgliedschaft beliebt?

In 21 EU-Ländern empfindet die Mehrheit der Befragten die EU-Mitgliedschaft als gut. Luxemburg steht hier ganz vorne - mit 87 Prozent Befürwortern. Auf dem letzten Platz in der Gruppe liegt die Slowakei mit 51 Prozent. Deutschland liegt mit 81 Prozent auf Platz drei. Hohe Zustimmungswerte gibt es auch bei den Euro-kritischen Dänen (75). Überraschenderweise gilt das auch für Polen (70), wo die EU-kritische PiS-Partei regiert. Etwas niedriger liegt die Zahl in Ungarn (60), wo Regierungschef Orban regelmäßig gegen die Migrationspolitik der EU wettert.

Infografik: Die EU-Mitgleidschaft ist eine gute Sache für unser Land ...
62 Prozent der befragten EU-Bürger empfinden die EU-Mitgliedschaft als gut.

In welchen Ländern ist die EU-Mitgliedschaft unbeliebt?

Sieben Länder weisen Zustimmungswerte unter 50 Prozent auf. Tschechien ist hier Schlusslicht: Nur 39 Prozent der Befragten empfinden die EU-Mitgliedschaft als gut für ihr Land. Auf dem vorletzten Platz liegt Italien mit 42 Prozent, dessen rechtspopulistische Regierung regelmäßig mit der EU streitet. Sie fühlen sich von der EU in der Flüchtlingsfrage allein gelassen. Zudem streitet sie wegen des aktuellen Finanzplans. Ebenfalls in dieser Gruppe vertreten sind Kroatien (44 Prozent), das krisengeschüttelte Griechenland (45), Großbritannien und Österreich (beide 48) sowie Rumänien (49).

Was ist mit den übrigen Befragten?

Die anderen Befragten sind keineswegs entschiedene EU-Gegner. Die Zahl derer, die finden, dass die EU-Mitgliedschaft weder gut noch schlecht ist, ist in allen Ländern größer. Die meisten dieser unentschlossenen Befragten gibt es in Tschechien (42), Kroatien (41), Italien (37) und der Slowakei (37). Die meisten Befragten, die die EU-Mitgliedschaft als schlecht bewerten, gibt es in Großbritannien (22 Prozent). Vor dem Hintergrund des Brexits ist das wenig überraschend.

Führt der Brexit zu mehr EU-Skepsis?

In Großbritannien nicht. Der Brexit würde laut der Studie jetzt keine Mehrheit mehr bekommen: 53 Prozent der Briten würden für einen EU-Verbleib stimmen. Und das trifft auch auf die anderen EU-Länder zu. In allen Staaten würden mehr als 50 Prozent der Bürger für einen EU-Verbleib stimmen. Nur in Tschechien (47 Prozent) und Italien (44 Prozent) wäre die Zahl der EU-Befürworter niedriger. Der nahende Brexit schreckt die Befragten eher ab, vermutet das EU-Parlament: Die chaotischen Verhandlungen und die drohenden wirtschaftlichen Folgen für die Briten treiben die Zustimmungswerte für die EU sogar in die Höhe. 66 Prozent aller Befragten würden in der EU bleiben. 17 Prozent würden sie verlassen. Die übrigen 17 Prozent sind sich unsicher.    

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