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Menschen ehrlicher als gedacht

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Studie fällt positiv aus - Menschen ehrlicher als gedacht

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Ein Experiment: Eine Geldbörse wird gefunden und an einer Rezeption oder Kasse abgegeben. Verleitet es Menschen, die Börse einzustecken, wenn sie viel Geld enthält?

Geldscheine stecken in einem Geldbeutel. Symbolbild
Geldscheine stecken in einem Geldbeutel. Symbolbild
Quelle: Lino Mirgeler/dpa

Wie ehrlich gehen Menschen mit einer gefundenen Geldbörse um? Das wurde mit einer Studie in 355 Städten in 40 Ländern untersucht - mit überraschendem Resultat: Je mehr Geld in der Brieftasche war, desto ehrlicher waren die Menschen.

Das berichtet das Team um Michel Andre Marechal von der Universität Zürich im Fachblatt "Science". "Die Studie zeigt, dass wir ein zu negatives Menschenbild haben", sagt Mitautor Christian Lukas Zünd. Menschen seien ehrlicher als gedacht.

Schlüssel gingen schneller zurück

Zu dem Versuch gehörten gut 17.000 Geldbörsen mit Visitenkarten, teils mit Schlüsseln und Geldbeträgen verschiedener Höhe. Helfer der Forscher behaupteten, sie gefunden zu haben, und gaben sie am Empfang von Institutionen ab - etwa an Hotelrezeptionen, Banken, Kinokassen, Poststellen, Polizeiwachen oder Ämtern. Die Forscher achteten darauf, wie oft die Brieftaschen ihren Weg zurück zum vermeintlichen Besitzer fanden. Geldbörsen mit Schlüssel wurden unabhängig vom Geldbetrag öfter zurückgegeben als solche ohne Schlüssel. Die Forscher schließen daraus, dass Finder - in diesem Fall also die Menschen am Empfang von Institutionen - oft selbstlose Motive haben, denn der Schlüssel hat für den Besitzer Wert, nicht für den Finder.

Deutschland lag bei Börsen ohne Geld an neunter, bei Börsen mit Geld an elfter Stelle. Die Autoren - Verhaltensforscher und Ökonomen - erklären das Resultat damit, dass Menschen sich beim Einbehalten größerer Beträge eher als Diebe fühlen. Mit diesem Selbstbild könnten viele aber schlecht leben. "Die psychologischen Kosten sind gewichtiger als der materielle Gewinn", folgert Mitautor Alain Cohn von der Universität von Michigan. "Menschen wollen sich als ehrliche Personen sehen, nicht als Diebe."

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