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Neuer Bericht - Mittelstand lässt Daten-Gold liegen

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Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts. Deutsche Mittelständler allerdings lassen dieses Gold größtenteils liegen. Das zeigt eine in Frankfurt veröffentlichte neue Studie.

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Das Gold des 21. Jahrhunderts: Daten Quelle: dpa

Großkonzerne wie Google, Amazon, Facebook und Co. können ein einstimmiges Lied singen. Es trägt den Titel: Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts. Deutschen Mittelständlern dagegen fällt es bislang schwer, in den Chor einzustimmen. Das zeigt eine Studie, die die Commerzbank unter Schirmherrschaft des Bundesverbandes Groß- und Außenhandel durchgeführt hat.

Banker: Mittelstand könnte Anschluss verlieren

Zum einen nämlich stellen fast alle befragten Unternehmen fest, dass das Thema Big Data, also das massenhafte Sammeln und Auswerten von Daten, immens wichtig ist - und in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen wird. Auf der anderen Seite ist es aber nur ein Bruchteil von unter zehn Prozent der Unternehmen, die Daten systematisch erfassen, analysieren und Nutzen daraus ziehen.

Das Potenzial macht der Präsident des Bundesverbandes Groß- und Außenhandel, Holger Bingmann, an einem Beispiel deutlich: "Amazon hatte beispielsweise Gelb als Modefarbe ausrufen können. Dazu hat der Online-Händler einfach sein Wissen über die Kaufgewohnheiten und Vorlieben seiner Kunden genutzt und konnte dann zu einer solchen Schlussfolgerung kommen."

Demgegenüber scheuen sich deutsche mittelständische Unternehmen offenbar, Daten systematisch in ihre Geschäftsprozesse einzubinden. Die Zurückhaltung hat mehrere Gründe: Datenschutzprobleme, Fachkräftemangel oder auch eine zu geringe Bereitschaft von Führungskräften im Unternehmen, sich auf die neuen digitalen Datenabenteuer einzulassen. "Viele Unternehmen haben kein Erkenntnisproblem, sondern insbesondere auf Grund von internen Strukturen sind sie noch nicht bereit für das riesige Potenzial von Big Data", kommentierte Michael Reuther die Studie. Er ist im Vorstand der Commerzbank zuständig für das Firmenkundengeschäft. Es brauche einen Weckruf, damit der Mittelstand international beim Thema Datennutzung nicht den Anschluss verliere.

Fachkräftemange als Hindernis

Befragt hat die Commerzbank für die Studie gut 2.000 Unternehmen aus dem deutschen Mittelstand ab einer Größe von 2,5 Millionen Euro Umsatz pro Jahr. Mehr als die Hälfte der Manager in den Unternehmen gab an, mit Besorgnis auf die Monopolstellung der großen US-Technologieriesen zu schauen. Ein Drittel sagte, von den Vorreitern der digitalen Welt Anregungen und Impulse zu kriegen. Ein Beispiel für einen solchen Impuls: Wenn ein Markisenhersteller beispielsweise Daten über die elektronische Steuerung des Sonnenschutzes sammelt, verfügt er über eine ganze Menge Daten. In diesem Fall sehr präzise regionale Daten über den Stand der Sonneneinstrahlung. Er muss sie nur erheben, sichern - und dann zu nutzen wissen.

Ideen in die Tat umzusetzen allerdings - das könnte an einem weiteren Knackpunkt scheitern, den die Studie offen gelegt hat: Dem Fachkräftemangel. Um das Daten-Gold in unternehmerischen Erfolg umzumünzen, braucht es gut ausgebildete Daten-Analysten und IT-Spezialisten. "Dazu fehlen uns in Deutschland in ausreichender Zahl Fachleute und entsprechende Ausbildungs- und Studiengänge", meint Holger Bingmann. 40 Prozent der befragten Unternehmen geben an, wegen Mangel an qualifiziertem Personal sich dem Thema Big Data nur zögerlich anzunehmen.

Unternehmen können Nischen besetzen

Eine weitere Hürde in den Unternehmen ist die Angst vor Cyberangriffen. Fast 40 Prozent der Unternehmen geben an, schon mindestens einmal Opfer von Betrugsversuchen in der digitalen Welt geworden zu sein. Dazu zählen direkte Hackerangriffe ebenso, wie Schaden in der Firmeneigenen IT durch eingeschleuste Viren oder Trojaner. Die Sorge aber vor Hackerangriffen - bei denen meist die wertvollen Daten das Ziel der Angreifer sind - ist mit fast 80 Prozent am weitesten verbreitet.

Barrieren abbauen und sich dem Thema annehmen, um nicht den Anschluss zu verlieren, lautet einer der Folgerungen aus den Ergebnissen der Studie. "Natürlich haben Unternehmen wie Amazon einen uneinholbaren Vorsprung", sagt Bingmann. "Aber es gibt viele Nischen, die deutsche Unternehmen erfolgreich besetzen könnten. Dazu brauchen wir etwas Mut und Phantasie."

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