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Studie - "Kinder in Armut erleiden in allen Bereichen Mangel"

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Von Armut betroffene Schüler sind eher von Ausgrenzung und Gewalt betroffen - das geht aus einer Studie hervor. Es bestehe dringend Handlungsbedarf, sagt Autorin Andresen im ZDF.

Rund die Hälfte der jungen Menschen in Deutschland sorgt sich einer Studie zufolge um die Finanzen ihrer Familie. Etwa 16,3 Prozent fürchten permanente Geldnot, wie aus der am Mittwoch in Gütersloh veröffentlichten Untersuchung der Bertelsmann Stiftung hervorgeht.

Schlechtere Chancen in der Schule

Im ZDF-Morgenmagazin beklagte die Leiterin der Studie, die Frankfurter Erziehungswissenschaftlerin Sabine Andresen, die Folgen der Kinderarmut. Betroffene Kinder und Jugendliche könnten oft keinen Familienurlaub machen und litten unter großen Belastungen und Sorgen um die Probleme der Familie. Darüber hinaus hätten sie schlechtere Chancen in der Schule und könnten weniger zusammen mit Freunden unternehmen - etwa Eis essen gehen oder ins Kino. "Alles das, was für eine durchschnittliche Kindheit normal ist, darum müssen Kinder und Jugendliche in Armut kämpfen", sagte Andresen im ZDF weiter.

Mindestens jedes fünfte Kind wächst in Deutschland in Armut auf - und aus dem Kreislauf auszubrechen ist schwer. Ein sozialer Brennpunkt ist vor allem Halle-Neustadt.

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Wenn wir Kinderarmut bekämpfen wollen, sollten wir das aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen tun.
Sabine Andresen, Leiterin der Studie

"Kinder wissen selbst am besten, was sie brauchen", ergänzte Andresen. Daher müssten sie etwa bei der Festlegung der Regelsätze für Sozialleistungen selbst befragt werden. Ihre Perspektive und ihr tatsächlicher Bedarf würden bisher zu wenig beachtet. "Wenn wir Kinderarmut bekämpfen wollen, sollten wir das aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen tun", so Andresen. Das neue "Starke-Familien-Gesetz" zeige zwar einige gute Ansätze, gehe die Probleme aber nicht grundsätzlich genug an.

Ausgrenzung, Hänseleien oder sogar körperliche Gewalt

Generell fühlt sich der Studie zufolge ein Großteil der jungen Menschen zu wenig ernst genommen und nur unzureichend an Entscheidungen beteiligt. Je älter die Jugendlichen sind, desto weniger haben sie den Eindruck, Schule und Gesellschaft mitgestalten zu können. Demnach sieht nur rund ein Drittel der befragten 14-Jährigen für sich ausreichende Mitwirkungsmöglichkeiten. Bei den Achtjährigen sei es jeder Zweite. Die Stiftung hat nach eigenen Angaben über 3.000 Kinder und Jugendliche zu ihren Wünschen, Bedürfnissen, Sorgen und Gewalterfahrungen befragt. Die wichtigsten Themen sind den Angaben zufolge Vertrauen, Zugehörigkeit, Sicherheit und Selbstbestimmung. Besonders besorgt seien Kinder wegen Ausgrenzungs- und Gewalterfahrungen an Schulen.

Mehr als die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen erfährt in der Schule Ausgrenzung, Hänseleien oder sogar körperliche Gewalt.
Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung,

"Mehr als die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen erfährt in der Schule Ausgrenzung, Hänseleien oder sogar körperliche Gewalt. Insgesamt ein Viertel fühlt sich an ihrer Schule nicht sicher", erklärte der Vorstand der Bertelsmann Stiftung, Jörg Dräger. Die Politik müsse die Schüler besser schützen. Die Ergebnisse zeigten auch, dass "Kinder mit materiellen Sorgen häufiger Gewalterfahrungen machen". Je mehr Geld eine Familie habe, desto geringer sei das Risiko, gehänselt, geschlagen oder ausgegrenzt zu werden.

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