ZDFheute

Umweltverschmutzung größte Angst unter Jugendlichen

Sie sind hier:

Shell-Jugendstudie - Umweltverschmutzung größte Angst unter Jugendlichen

Datum:

Kein Thema macht einer Umfrage zufolge so vielen jungen Menschen in Deutschland Angst wie die Umweltverschmutzung. Gleichzeitig ist ihnen politisches Engagement immer wichtiger.

Umweltängste haben bei jungen Menschen laut der neuesten Shell Jugendstudie zugenommen. Dies sei besonders bei höher Gebildeten der Fall, heißt es in der am Dienstag in Berlin vorgestellten Studie. 71 Prozent der 12- bis 25-Jährigen gaben in der Befragung an, das Thema mache ihnen Angst. In der vergangenen Studie aus dem Jahr 2015 hatte die Angst vor Terroranschlägen vorn gelegen. Dieses Thema ängstigt nach der jüngsten Befragung heute noch zwei Drittel der jungen Menschen. Die Angst vor dem Klimawandel landet auf Platz drei (65 Prozent). Das zu Beginn des Jahrtausends stark gestiegene Interesse an Politik bleibe stabil.

Steigende Zufriedenheit mit der Demokratie in Deutschland

Auch bei der Frage nach Werten, die jungen Menschen wichtig sind, zeigt sich die Bedeutung von Umweltthemen: Die Autoren der Studie betonen, dass im Vergleich zum Jahr 2002 besonders der Wert umweltbewusstes Leben an Bedeutung gewonnen habe (71 Prozent bejahen ihn 2019 / 2002: 60 Prozent). Einen ähnlichen Bedeutungszuwachs hat demnach der Wert politisches Engagement erfahren (2019: 34 Prozent / 2002: 22 Prozent).

Der Untertitel der Studie lautet: "Eine Generation meldet sich zu Wort". Trotzdem bezeichnet sich weniger als die Hälfte der Befragten als politisch interessiert oder stark interessiert. Fast vier von fünf Jugendlichen und jungen Erwachsenen (hier: 15 bis 25 Jahre) sind demnach mit der Demokratie in Deutschland zufrieden. Besonders in Ostdeutschland habe sich die Zufriedenheit stark erhöht: Während sie 2015 noch bei gut 50 Prozent lag, stieg sie nun auf zwei Drittel.

Giffey begrüßt gestiegenes Vertrauen

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) begrüßte das gestiegene Vertrauen der Jugendlichen in die Demokratie, wertete es aber als Alarmsignal, dass mehr als zwei Drittel der jungen Menschen sich von Politikerinnen und Politikern nicht vertreten fühlen. Sie sehe dieses Ergebnis als einen Auftrag an die Politik, sagte sie. Die Studie biete erneut einen Anlass, über eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre zu reden, sagte Giffey. Die Initiative dazu müsse aber aus dem Parlament kommen und brauche eine breite politische Mehrheit.

Die Shell-Jugendstudie wurde von einem Forscherteam um den Bielefelder Politikwissenschaftler Mathias Albert erarbeitet. Die repräsentative Umfrage lieferte das Münchner Meinungsforschungsinstitut Kantar Public. Es wurden 2.572 Jugendliche im Alter von zwölf bis 25 Jahre befragt.

Der Shell-Konzern beauftragt seit 1953 unabhängige Wissenschaftler mit der Erstellung von Jugendstudien. 2015 standen die Werte-Orientierung der jungen Menschen und ihr wachsendes politisches Interesse im Mittelpunkt. Die Shell-Jugendstudie von 2010 zeigte, wie stark die soziale Herkunft die Zukunftserwartungen von Jugendlichen bestimmt.

Doku: Nur die eine Welt! - Jugendliche protestieren

„Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut!“, ruft der 14-jährige Samuel, wenn er freitags statt in die Schule demonstrieren geht – für Klimaschutz und mehr Verantwortung.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.