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Repräsentative Studie - Bei Generation Internet wächst die Skepsis

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Viele Jugendliche und junge Erwachsene macht das Internet glücklich, sagt eine neue Studie. Doch zugleich wächst bei ihnen die Skepsis.

Jugendliche und junge Erwachsene erkennen im Internet neben dem Nutzen zunehmend auch die Risiken – etwas durch Cybermobbing oder Fakenews.

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Die wichtigsten Ergebnisse der Studie in Kürze:

  • Mehrheit hält digitale Angebote für unverzichtbar
  • 69 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen macht die digitale Welt glücklich
  • Zwei Drittel rechnen im Internet mit Beleidigungen und Beschimpfungen
  • 64 Prozent glauben, im Internet Zeit zu verschwenden

Online zu sein, ist bei Jugendlichen längst selbstverständlich. 99 Prozent nutzen das Internet laut einer repräsentativen Studie täglich. Und das Durchschnittsalter, ab dem Kinder ihr erstes Smartphone in den Händen halten, sinkt kontinuierlich. Zugleich wächst aber bei ihnen die Sorge darüber, wie sicher ihre persönlichen Daten sind.

Zwischen Glück und Abhängigkeit

"Der Hype ist vorbei, die Skepsis steigt" - auf diese kurze Formel bringen es die Autoren der repräsentativen Untersuchung, die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) in Berlin zusammen mit dem Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit vorstellte. Das Sinus-Institut befragte dazu Jugendlichen und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 24 Jahren. Titel der Studie: "Euphorie war gestern. Die 'Generation Internet' zwischen Glück und Abhängigkeit."

Sie finden die Nutzung des Internets vor allem praktisch. Es erleichtere Zugang zu Informationen und beschleunige Vorgänge, die ohne das Netz mühsamer wären, wie es in der Studie heißt. Für 68 Prozent ist ein Leben ohne Internet nicht vorstellbar, nach Ansicht von 69 Prozent macht es sogar glücklich. Da wundert der Befund, dass sich fast die Hälfte der befragten Jugendlichen wünscht, künftig weniger online zu sein. Rund 41 Prozent finden befremdlich, dass künftig noch mehr über das Internet erledigt werden kann. Vor vier Jahren lag der Wert noch bei 20 Prozent. Das Internet scheint für viele also Fluch und Segen zugleich zu sein.

Sorge um Datensicherheit

Beim Posten wird die Gruppe laut Studie zurückhaltender. Demnach verschicken 54 Prozent nur selten bis nie etwas, weil sie so wenig Daten wie möglich von sich teilen möchten. Wichtiger sei ihnen statttdessen andere zu beobachten - um dann auch den ein oder anderen Kommentar abzusetzen.

Denn - auch das ergab die Untersuchung - die Zahl der Hassmails nimmt nach Einschätzung der Jugendlichen zu. Rund zwei Drittel sind der Meinung, es gebe heute im Internet eine Beleidigungskultur. Wer sich dort äußert, muss nach Ansicht der Befragten damit rechnen, beleidigt oder beschimpft zu werden.

Gefürchtet sind demnach ebenso Angriffe auf die Identität, etwa durch das Posten von persönlichen Informationen oder durch falsche Angaben. Die Angst davor sei im Vergleich zur Vorgängerstudie massiv gestiegen, während das systematische Sammeln von Daten für Marketingzwecke für die Jugendlichen nur ein Nebenschauplatz sei. Dabei machen sich laut Studie Mädchen und Frauen größere Sorgen als Jungen und Männer.

Angst vor Internetsucht

Weit verbreitet sei auch die Sorge davor, "internetsüchtig" zu sein oder zu werden. Insbesondere die 14- bis 17-Jährigen sähen das als Problem. 64 Prozent der Befragten gaben zudem an, sie hätten das Gefühl, im Internet Zeit zu verschwenden. Erstaunlicherweise räumen viele der befragten Digital Natives ein, auf eine digitale Zukunft unzureichend vorbereitet zu sein. Auch Schulen nähmen diese Aufgabe nicht ausreichend wahr, kritisieren die Befragten.

Für Giffey Grund genug, aus der Studie Konsequenzen zu ziehen: Sie kündigte zunächst eine Reform des Jugendmedienschutzgesetzes an. Dies solle Teilhabe, Befähigung und Schutz sichern, so die Ministerin. Jugendliche bräuchten Unterstützung und Begleitung, damit sie das Netz unbeschwert nutzen könnten. Anbieter müssten zudem ausreichende Sicherungs- und Meldesysteme bereitstellen. Eltern benötigten außerdem mehr Transparenz darüber, welche Angebote und Apps für ihre Kinder geeignet sind und welche nicht.

Die Ergebnisse der Studie bezeichnete die Ministerin als ernüchternd. Wenn junge Menschen sich im Internet nicht einmal mehr trauten, ihre Meinung frei zu äußern, sei das ein erschreckendes Signal.

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