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Studie des Umweltbundesamtes - Weniger Abgas-Belastung - Keine Entwarnung

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Die Luftverschmutzung durch Diesel-Abgase geht zurück – aber viel zu langsam. Alle bisherigen Maßnahmen reichen nicht aus. Das zeigt eine neue Studie. 70 Städten droht Abgas-Alarm.

Der Verkehr staut sich am 10.08.2016 auf dem Mittleren Ring B2R in München, Bayern, auf Höhe des Isarrings
Stau auf dem Mittleren Ring in München - der am höchsten belasteten Stadt in Deutschland. Quelle: dpa

Die Luftverschmutzung durch Diesel-Abgase in deutschen Städten ist im vergangenen Jahr zwar zurückgegangen. Dennoch wurde der Grenzwert zum Schutz der Gesundheit noch in rund 70 Kommunen überschritten. Das teilte das Umweltbundesamt (UBA) nach ersten Schätzungen am Donnerstag mit. 2016 waren es noch 90 Städte. Die höchste Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) gab es trotz eines leichten Rückgangs in München.

In der bayerischen Landeshauptstadt wurden im Jahresmittel 78 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft gemessen - der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm. Es folgten die bisher am stärksten belastete Stadt Stuttgart mit 73 und Köln mit 62 Mikrogramm im Jahresmittel.

Erste Wirkung kommunaler Maßnahmen

"Die Entwicklung geht in die richtige Richtung. Wir sind aber noch längst nicht am Ziel", sagte Krautzberger. Die vom Diesel-Gipfel im vergangenen Jahr vereinbarten Software-Updates und Umtauschprämien reichten offensichtlich nicht aus, um die Luftqualität in Städten tiefgreifend zu verbessern. "Wir brauchen dringend die Hardware-Nachrüstung der Autos und von leichten Neufahrzeugen", lautete die Konsequenz des Amtes aus dieser Entwicklung. Nur so bestehe Aussicht auf rasche Erfolge.

Aus Sicht der Behörde zeigen sich erste Wirkungen kommunaler Maßnahmen, die durch die Diesel-Debatte angestoßen wurden - etwa Tempolimits oder Straßen-Verengungen. Gebraucht würden auch Umbauten an Motoren. "Nur so können wir die Gesundheitsbelastungen schnell und vor allem dauerhaft senken", betonte Krautzberger.

Den vorläufigen Daten zufolge haben im vergangenen Jahr 37 Städte den Grenzwert sicher überschritten, "wahrscheinlich" ist das bei weiteren 29 Städten der Fall. Den Grenzwert sicher wieder eingehalten haben demnach zehn Städte, die 2016 noch darüber lagen: Dresden, Koblenz, Leipzig, Bremen, Fulda, Kassel, Norderstedt, Würzburg, Marburg und Potsdam. Weiteren 15 Städten gelang dies wahrscheinlich.

Bisherige Anstrengungen reichen EU nicht aus

Die Angaben sind teils zunächst geschätzt, wenn Messwerte noch nicht vorlagen. Politik und Autobranche wollen Diesel-Abgase reduzieren, um drohende Fahrverbote zu vermeiden. Der EU-Kommission reichen die bisherigen Anstrengungen für saubere Luft nicht aus, sie könnte Deutschland beim Europäischen Gerichtshof verklagen.

Ende Februar steht zu möglichen Fahrverboten auch eine Verhandlung beim Bundesverwaltungsgericht an. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entscheidet am 22. Februar am Beispiel Düsseldorfs über Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge, um die Schadstoff-Grenzwerte einhalten zu können. Die Entscheidung hat neben privaten Autofahrern auch für Teile der Wirtschaft erhebliche Bedeutung, weil beispielsweise im Handwerk viele Diesel-Fahrzeuge im Einsatz sind.

Software-Updates zugesagt

Die deutschen Autobauer hatten bei einem Dieselgipfel der Bundesregierung im Sommer 2017 unter anderem Software-Updates bei zusätzlichen 2,8 Millionen Autos zugesagt. Der Bund hat daneben einen Fonds von bis zu einer Milliarde Euro aufgelegt, um Maßnahmen in Kommunen zu fördern. Über mögliche weitere Maßnahmen sprechen Union und SPD auch in ihren Koalitionsverhandlungen.

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