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Studie zur "Generation Mitte" - Mehr Aggressivität und mehr Wohlstand

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Die wirtschaftliche Lage hat sich verbessert, aber die Aggressivität in der Gesellschaft nimmt zu – so bewerten die Befragten der Studie "Generation Mitte" ihre aktuelle Situation.

Trotz wachsenden Wohlstands wächst in Deutschland die Skepsis zu den Lebensumständen: Die Menschen empfinden verstärkt Aggressivität und Zeitdruck, auch Egoismus nehme zu, so eine Allensbach-Studie. Befragt wurden Personen zwischen 30 und 59 Jahren.

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Das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) hat im Auftrag der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die "Generation Mitte" (30- bis 59-Jährige) und deren Einstellungen genauer unter die Lupe genommen. Dabei zeigte sich, den Menschen der Generation Mitte geht es auch wirtschaftlich sehr gut, die Erwartungen an die Zukunft sind jedoch skeptisch.

Wirtschaftliche Situation besser

Die wirtschaftliche Situation der Generation Mitte hat sich 2019 im Vergleich zur Vorjahresumfrage sogar noch einmal verbessert. 59 Prozent ziehen eine positive Bilanz, nur neun Prozent eine eindeutig negative. 44 Prozent der Generation Mitte geht es heute besser als vor fünf Jahren (2018: 42 Prozent). In Ostdeutschland fällt die Bilanz der Generation Mitte sogar noch positiver aus. Hier sagen 46 Prozent, dass es ihnen besser geht als vor fünf Jahren.

Sorgen um die Zukunft

Skeptisch blickt die Generation Mitte in die Zukunft: 41 Prozent glauben, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Jahren eher zurückfällt. Sie fürchten, dass Deutschland bei wichtigen technologischen Entwicklungen den Anschluss verpassen könnte.

Woran sich die Sorge um die Zukunft festmacht, zeigen die Ergebnisse für die zehn größten Risiken für die deutsche Wirtschaft. So sehen 66 Prozent der Befragten die Politik von US-Präsident Donald Trump als Risiko und knapp die Hälfte nennt den Klimawandel als negativen Wirtschaftsfaktor.

Risiken für die Wirtschaft

US-Präsident Donald Trump. Archivbild
Die Politik von US-Präsident Donald Trump sehen mehr als zwei Drittel der Befragten als Risiko für die Wirtschaftsentwicklung. (Archivbild)
Quelle: Susan Walsh/AP/dpa

Zu geringe Absicherung im Alter

Für ihre private Zukunft befürchten 44 Prozent, dass ihre Absicherung im Alter unzureichend ist – von den Befragten mit einem niedrigen sozio-ökonomischen Status sagen dies sogar 65 Prozent. 59 Prozent plädieren für eine stärkere Unterstützung der privaten und betrieblichen Altersvorsorge.

Sorge um Entwicklung der Gesellschaft

Im Unterschied zur wirtschaftlichen Situation sieht die Generation Mitte die gesellschaftliche Situation nicht so positiv. Vier von fünf Befragten konstatieren eine zunehmende Aggressivität im gesellschaftlichen Umgang – konkret erleben diese 90 Prozent der Generation Mitte im Straßenverkehr. Mit rücksichtslosem und aggressivem Verhalten sehen sich zudem viele Befragte auf öffentlichen Plätzen (59 Prozent) und in öffentlichen Verkehrsmitteln (51 Prozent), aber auch im Internet (54 Prozent) konfrontiert. Zwei Drittel sind der Ansicht, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt in den vergangenen Jahren nachgelassen hat.

Unterschiede Ost und West

Während die Ansichten über die Wirtschaft in Ost und West ähnlich sind, glauben viele Ostdeutsche, dass die Herkunft aus Ost oder West eine wichtige Rolle spielt (55 Prozent). Westdeutsche sehen dies nur mit 35 Prozent als wichtig an. Ostdeutsche finden die Herkunft wichtiger noch als den Bildungsabschluss (46 Prozent). Auf die Frage, was die Menschen in Deutschland vor allem trennt, nennen die meisten Befragten die soziale Schichtzugehörigkeit, gefolgt von Einkommen/Gehalt und der Herkunft aus Deutschland bzw. dem Ausland.

Nachholbedarf bei Gleichberechtigung

Kfz Mechanikerin
In vielen Branchen dominieren noch die klassischen Rollenbilder - auch Kfz Mechanikerinnen sind noch immer selten.
Quelle: imago/Westend61

Die Generation Mitte sieht noch immer große Unterschiede zwischen Mann und Frau. Die Gleichberechtigung der Geschlechter halten nur 27 Prozent für "weitgehend verwirklicht" – von den Frauen sagen dies sogar nur 18 Prozent. Die Mehrheit der Generation Mitte (54 Prozent) würde es begrüßen, wenn Frauen und Männer in allen Berufen gleich stark vertreten wären. Noch wichtiger für die Gleichberechtigung wäre es aber aus Sicht von 66 Prozent der Befragten, dass Entlohnung und Aufstiegschancen in traditionellen Frauenberufen genau so gut wie in Männerberufen sind.

Für die Studie hat das IfD hat zwischen dem 5. und dem 25. Juli 2019 insgesamt 1.103 Interviews mit Personen aus einem repräsentativen Querschnitt der 30- bis 59-jährigen Bevölkerung geführt.

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