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Studieren im Silicon Valley - "Hier wird man ständig ermutigt"

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Elena Lichtenthaler forscht an der University of California, die als Kaderschmiede für das Silicon Valley gilt. Hier herrsche "Aufbruchsstimmung", erzählt sie im Interview.

Silicon Valley
University of California in Berkeley.
Quelle: ZDF/Cornelia Schiemenz

heute.de: Künstliche Intelligenz ist das große Thema hier in Berkeley. Auch für Sie?

Elena Lichtenthaler: Natürlich. Die USA sind gemeinsam mit China Vorreiter, was die Entwicklung Künstlicher Intelligenz angeht. Ich denke, das wird sich auf alle Bereiche und alle Industrien übertragen. Also auch auf die die Ernährungsindustrie, mit der ich mich beschäftige. Viel interessanter und wichtiger wird es aber sein, was das für das Zusammenspiel von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik bedeutet.

heute.de: War es denn für Sie eine bewusste Entscheidung, zum Forschen hierher zu kommen?

Lichtenthaler: Ja, war es. Ich wollte sehen, was dran ist an diesem Mythos, dass in Amerika alles so anders ist, dass die Unis innovativer sind. Und gerade hier in der Bay Area gibt es tatsächlich diesen anderen Spirit. Eine Aufbruchsstimmung.

heute.de: Was macht diesen Spirit aus?

Lichtenthaler: Es ist eine gewisse Attitüde, eine "go-to-attitude". Also einfach zu sagen, das ist interessant, spannend. Hier ist ein Problem, was können wir damit machen? Wie können wir es umfahren? Wie können wir eine Lösung dafür finden? Diese Lust daran, viele Dinge erst mal positiv zu sehen und eben nicht negativ.

heute.de: Negativ wie in Deutschland?

Lichtenthaler: Ja. Ich finde, wir in Europa und speziell in Deutschland gehen oft zu negativ an Sachen ran. Hier sagt man immer erst mal "Ja" und lässt sich von einem Problem nicht beeindrucken. Und diese Herangehensweise erlebe ich hier oft. Nicht nur an der Uni, sondern generell. Das ist eine Lebenseinstellung, die ich auf jeden Fall mitnehmen möchte.

heute.de: Was bedeutet das für Innovationen?

Lichtenthaler: Man macht einfach mal. Auch, wenn es noch nicht die beste Lösung ist. Man probiert. Statt alles bis ins Detail zu perfektionieren und dann festzustellen, das will ja gar niemand, was ich mir da ausgedacht habe. Hier macht man einfach und wenn es schief geht, lernt man auch daraus.

heute.de: Womit wollen Sie einfach mal so loslegen? Was wollen Sie machen?

Lichtenthaler: Ich will ran ans Trinkwasser. Ein Ding, was mir in Deutschland immer auffällt, ist, dass der Zugang zu Trinkwasser viel schlechter ist als hier in Amerika - was man bei der Qualität des Trinkwassers eigentlich nicht glauben sollte. Hier ist es normal, dass es zum Beispiel auf dem Campus überall Auffüllstationen für Wasser gibt.

Das ist in Deutschland nicht so. Warum nicht? Kann man das nicht ändern? Darüber mach ich mir Gedanken. Wie ich das umsetzen kann, irgendwann. Was die nächsten Schritte wären. Ich erlebe hier, dass man ständig ermutigt wird, Ideen auch umzusetzen. Und das nehme ich mit zurück nach Deutschland, gerade meine Wasseridee.

Das Interview führte Cornelia Schiemenz.

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