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Wer wird britischer Premier? - Zehn Bewerber für die May-Nachfolge

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Gove, Hancock, Johnson, Leadsom, Raab: Insgesamt zehn Kandidaten bewerben sich als neuer Tory-Chef und Nachfolger von May als britischer Premier. Welche Namen muss man sich merken?

Wer wird Mays Nachfolger? Zehn Tories sind im Rennen.

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Insgesamt zehn von elf Kandidaten sind für die Nachfolge der britischen Premierministerin Theresa May nominiert. Das teilte ein Komitee der regierenden Konservativen Partei am Montag in
London mit. Wer von ihnen tatsächlich neuer Parteichef und damit auch Premierminister wird, soll erst Ende Juli feststehen. Als erster Anwärter gilt der umstrittene Ex-Außenminister Boris Johnson. Viele trauen ihm zu, enttäuschte Brexit-Wähler, die sich von den Konservativen abgewendet haben, zurückzugewinnen.

Nominiert sind ebenfalls Außenminister Jeremy Hunt, Umweltminister Michael Gove, der frühere Brexit-Minister Dominic Raab, Innenminister Sajid Javid, Gesundheitsminister Matt Hancock, Entwicklungshilfeminister Rory Stewart, die frühere Ministerin für Parlamentsfragen Andrea Leadsom, Ex-Arbeitsministerin Esther McVey und der EU-freundliche Abgeordnete Mark Harper. Jeder Kandidat brauchte die Unterstützung von mindestens acht Abgeordneten. Nur der frühere Hochschul-Staatssekretär Sam Gyimah hatte diese Hürde nicht geschafft.

Die Favoriten im Überblick:

Boris Johnson

Brexit-Hardliner Boris Johnson. Archivbild
Brexit-Hardliner Boris Johnson ist Wortführer der Brexit-Kampagne und gilt als unkonventionell.
Quelle: Rui Vieira/AP/dpa

Der frühere Bürgermeister von London war einer der Wortführer der Brexit-Kampagne vor dem Referendum im Jahr 2016. Johnson ist unkonventionell, oft undiplomatisch-polternd und verfügt über Charisma. May ernannte den polarisierenden Politiker nach dem Brexit-Referendum zum neuen Außenminister. Er leistete sich allerdings diverse Ausrutscher und machte insgesamt keine gute Figur auf dem diplomatischen Parkett. Schon vor seinem Rücktritt im Juli 2018 war er ein heftiger Kritiker von Mays Brexit-Kurs.

Der 54-Jährige, der oft einfach nur "Boris" oder "BoJo" genannt wird, hat sich in den Reihen der Tories einige Feinde gemacht. Doch er hat auch wortgewaltige Unterstützer - etwa US-Präsident Donald Trump. Bei dessen Staatsbesuch in Großbritannien am Dienstag telefonierte er 20 Minuten mit Johnson und verteilte großzügig Lob für "Boris". Dieser würde nach Trumps Ansicht als Premier "eine sehr gute Arbeit machen".

Andrea Leadsom

Andrea Leadsom gilt als Verfechterin eines Brexits.
Andrea Leadsom gilt als Verfechterin eines Brexits und unterlag 2016 Theresa May im Kampf um das Amt der Premierministerin.
Quelle: Stefan Rousseau/PA Wire/dpa

Die überzeugte Brexit-Befürworterin hat im Sommer 2016 schon einmal nach der Macht gegriffen - unterlag damals aber ihrer Konkurrentin May. Die 56-Jährige hat drei Jahrzehnte als Bankerin in der City of London gearbeitet, ehe sie in die Politik wechselte. Leadsom ist eine Bewunderin der Tory-Ikone Margaret Thatcher. Aus Protest gegen Mays Brexit-Kurs warf Leadsom vergangenen Monat als Ministerin für Parlamentsangelegenheiten das Handtuch. Nach Mays Rücktritt gilt Leadsom als Kompromisskandidatin, die in der Partei weithin konsensfähig ist. Sie strebt einen EU-Austritt ohne Abkommen mit Brüssel an.

Michael Gove

Michael Gove
Michael Gove ist derzeit Umweltminister und der führende Brexit-Hardliner im Kabinett.
Quelle: reuters

Der Brexit-Wortführer Gove wollte bereits in den Wirren nach dem Referendum im Jahr 2016 an die Parteispitze. Er schaffte es bei der Abstimmung in der Fraktion jedoch nicht in die Endrunde. May machte ihn im Juni 2017 zum Umweltminister, wo er mit einer Reihe umweltfreundlicher Ankündigungen in den Schlagzeilen blieb. Der 51-Jährige ist der führende Brexit-Hardliner in Mays Kabinett.

Jeremy Hunt

Jeremy Hunt
Jeremy Hunt, derzeit britischer Außenminister, war ursprünglich Brexit-Gegner, gilt aber auch als Brüssel-Kritiker.
Quelle: ap

Der Nachfolger von Boris Johnson im Amt des Außenministers war eigentlich für einen Verbleib Großbritanniens in der EU. Allerdings kritisierte der 52-Jährige das Auftreten Brüssels in den Verhandlungen später als "arrogant". Der frühere Geschäftsmann, der fließend Japanisch spricht, gilt als besonders belastbar. Der Einfluss des 52-Jährigen im Kabinett ist nach und nach gestiegen. Er kann zudem auch auf Unterstützung aus den USA zählen: Trump sagte bei seinem Großbritannien-Besuch am Dienstag, Hunt würde als britischer Regierungschef "sehr gute Arbeit" machen.

Dominic Raab

Dominic Raab
Dominic Raab trat als Brexit-Minister zurück und bezeichnete das Brexit-Abkommen als "schlecht für unsere Wirtschaft und unsere Demokratie".
Quelle: dpa

Der 45-Jährige folgte im Juli als Brexit-Minister auf David Davis, der seinen Posten räumte, weil er die Linie von May gegenüber Brüssel als zu weich empfand. Doch auch Raab hielt es nicht lange auf dem Posten. Der frühere Anwalt für internationales Recht trat im November zurück und bezeichnete das Brexit-Abkommen als "schlecht für unsere Wirtschaft und unsere Demokratie". Raab ist Boxer und zudem Träger eines schwarzen Karate-Gürtels.

Sajid Javid

Sajid Javid
Sajid Javid ist Innenminister, hat 2016 gegen den Austritt Großbritanniens aus der EU gestimmt. Den Brexit-Kurs unterstützt er trotzdem.
Quelle: ap

Der frühere Investmentbanker und Sohn eines pakistanischen Busfahrers gilt als das Gesicht des modernen, multikulturellen Großbritanniens. Der 49-Jährige gehört dem wirtschaftsliberalen Flügel der Konservativen an und stimmte 2016 für einen Verbleib seines Landes in der EU. Nach dem Ausgang des Referendums unterstützte er aber den Brexit-Kurs. Seit April 2018 ist Javid Innenminister.

Matt Hancock

Matt Hancock
Matt Hancock ist amtierender Gesundheitsminister und will beim Brexit "liefern".
Quelle: dpa

Gesundheitsminister Matt Hancock warf seinen Hut am Tag nach Mays Rücktrittsankündigung in den Ring. "Wir brauchen einen Anführer für die Zukunft", schrieb Hancock damals bei Twitter. Er kündigte an, beim Brexit "liefern" zu wollen. Dann müsse das Land auch bei anderen Dingen "vorankommen" und sich eine "strahlende Zukunft" aufbauen.

Aufwändiger Prozess bis zum neuen Tory-Chef

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