Militär ergreift Macht im Sudan

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Staatschef Al-Baschir abgesetzt - Militär ergreift Macht im Sudan

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Die Streitkräfte im Sudan übernehmen nach Angaben des Verteidigungsministers die Macht im Land. Langzeit-Machthaber Omar al-Baschir sei festgenommen worden.

Archiv: Omar al-Baschir am 30.12.2018 in Khartum (Sudan)
Sudans Präsident Omar al-Baschir: Seit 30 Jahren an der Macht, jetzt wurde er abgesetzt.
Quelle: dpa

Die Streitkräfte im Sudan übernehmen nach Angaben des Verteidigungsministers Awad Ibn Auf die Macht im Land. Es werde eine von den Streitkräften geführte Übergangszeit von zwei Jahren geben, sagte Ibn Auf in einer TV-Ansprache. Die Armee setze die Verfassung aus und schließe die Grenzen und den Luftraum. Für die kommenden zwei Jahre werde Sudan von einem Militärrat regiert. Für das ganze Land, einschließlich der Krisenregion Darfur, gelte ab sofort eine Waffenruhe.

Minister: Ausnahmezustand für drei Monate

Awad Ibn Auf am 11.04.2019 im Sudan auf einem TV-Screen
Verteidigungsminister Awad Ibn Auf
Quelle: reuters

Der Verteidigungsminister verkündete zudem einen Ausnahmezustand für drei Monate. Omar al-Baschir sei festgenommen worden und an einem sicheren Ort. "Die Menschen im Sudan haben so viel unter dem Regime gelitten", sagte Ibn Auf. Das Regime habe stets gelogen und falsche Versprechungen gemacht.

Al-Baschir, der das ostafrikanische Land seit 1989 mit harter Hand regierte, war zuletzt durch die landesweiten Proteste immer stärker unter Druck geraten. Seit Monaten gingen Zehntausende Sudanesen gegen den autoritären Staatschef auf die Straße.

Schwere Wirtschaftskrise löste Proteste aus

Ausgelöst wurden die Demonstrationen durch die schwere Wirtschaftskrise. Doch die Proteste richteten sich zunehmend gegen den 75 Jahre alten Präsidenten selbst.

Karte des Sudan mit der Hauptstadt Khartum
Sudan mit der Hauptstadt Khartum ist das Durchgangsland für viele Flüchtlinge, die nach Europa wollen.
Quelle: ZDF

Die Proteste spitzten sich seit dem Wochenende zu, Tausende Menschen versammelten sich täglich zu einer Sitzblockade vor der Zentrale der Streitkräfte, die auch gleichzeitig die Residenz von Al-Baschir ist.

Sicherheitskräfte gingen teilweise mit scharfer Munition vor und töteten einem Ärzteverband zufolge mindestens 21 Menschen. Dabei stellten sich Angaben aus Khartum zufolge auch Teile der Streitkräfte auf die Seite der Demonstranten und lieferten sich Schusswechsel mit Sicherheitskräften.

Im Sudan hat die Armee Präsident al-Bashir offenbar zum Rücktritt gezwungen – nach 30 Jahren an der Macht.

Offenbar Militärputsch -
Lage im Sudan "ist verworren"
 

Im Sudan deutet sich nach Protesten gegen Staatschef Al-Baschir ein Machtwechsel an. Ob die Demonstrationen am Ende sind, steht laut Politologin Annette Weber nicht fest.

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