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Sudan: Toten-Zahl steigt - Neuwahl verkündet

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Nach Gewalt gegen Demonstranten - Sudan: Toten-Zahl steigt - Neuwahl verkündet

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Im Sudan steigt die Zahl der Toten. Sicherheitskräfte gehen mit Gewalt gegen Demonstranten vor. Die Militärregierung will nicht weiter verhandeln - und kündigt Neuwahlen an.

Archiv: General Mohamed Hamdan Dagalo spricht am 18.05.2019 in Khartum (Sudan)
Geht hart gegen Demonstranten vor: Sudanesischer Militärrat (Archiv)
Quelle: Reuters

Sudans herrschender Militärrat hat die Vereinbarungen mit der Protestbewegung aufgekündigt und will stattdessen binnen neun Monaten Wahlen abhalten. Das gab Ratschef General Abdel Fattah al-Burhan in der Nacht auf Dienstag bekannt. Die Gespräche mit der Protestbewegung Allianz für Freiheit und Wandel würden beendet, alle bisherigen Vereinbarung annulliert. Die Wahlen würden unter "regionaler und internationaler Aufsicht" abgehalten, versprach Burhan.

Die Ankündigung erfolgte auf die gewaltsamen Auflösung des zentralen Protestlagers in der Hauptstadt Khartum durch die Armee. Nach Angaben von Ärzten, die der Protestbewegung nahe stehen, wurden dabei am Montag mindestens 35 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt. Zeugen und Anführer der Demonstranten berichteten, Sicherheitskräfte hätten das Feuer eröffnet und Zelte in Brand gesetzt. Videos zeigten, wie Zivilisten durch die Straßen rannten; Schüsse waren zu hören, Rauch stieg auf.

UN kritisieren Sicherheitskräfte

UN-Generalsekretär Antonio Guterres kritisierte die Gewalt der Sicherheitskräfte scharf und forderte eine unabhängige Untersuchung der Todesfälle. Die US-Regierung verurteilte die "brutale" Niederschlagung der Proteste und forderte die Einsetzung einer Zivilregierung. Der UN-Sicherheitsrat in New York befasst sich heute hinter verschlossenen Türen mit der Lage im Sudan. Deutschland und Großbritannien hatten die Sitzung beantragt.

Der Militärrat selbst machte "Kriminelle" für die Eskalation verantwortlich, die auf der Flucht vor Sicherheitskräften Schutz unter den Demonstranten gesucht hätten. Der Einsatz habe eigentlich einem Gebiet in der Nähe der Sitzblockade gegolten. Militärratschef Burhan versprach eine Untersuchung zur Gewalt in Khartum.

Streit um Führung des Übergangsrats

Seit rund zwei Monaten hatten Tausende Demonstranten die Straßen um das Armeehauptquartier in Khartum besetzt. Sie forderten eine zivile Regierung für den Sudan. Der Militärrat hatte die Protestkundgebungen als "Gefahr für die Sicherheit und den öffentlichen Frieden" bezeichnet.

In dem ostafrikanischen Staat hatte nach dem Sturz des langjährigen Staatschefs Omar al-Baschir infolge von monatelangen Massenprotesten im April ein Militärrat die Führung übernommen. Mit diesem einigte sich die Protestbewegung Mitte Mai grundsätzlich darauf, dass ein gemeinsamer Übergangsrat die Geschicke des Landes in den kommenden drei Jahren lenken soll. Seither herrschte aber Streit darüber, welche Seite dieses Gremium führen soll.

Für die Übergangszeit sollte ein Parlament mit 300 Mitgliedern gebildet werden, von denen zwei Drittel von der Protestbewegung kommen sollten.

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