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Gipfel der Symbole - Kim und Moon wollen Kriegszustand beenden

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Seit 1953 sind Nord- und Südkorea offiziell im Kriegszustand. Das soll ein Ende haben, erklärten Machthaber Kim und Präsident Moon bei ihrem Treffen, einem Gipfel voller Symbole.

Nordkoreas Machthaber Kim und Südkoreas Präsident Moon wollen ein Ende des Kriegszustands und eine atomwaffenfreie Halbinsel.

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65 Jahre nach Kriegsende streben Südkorea und Nordkorea eine friedliche Koexistenz an: Noch in diesem Jahr soll der seit 1953 währende Kriegszustand beendet werden, erklärten Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und der südkoreanische Präsident Moon Jae In bei ihrem historischen Gipfel. Beide Staaten wollen sich zudem für die vollständige atomare Abrüstung einsetzen. Die internationale Gemeinschaft reagierte mit verhaltenem Optimismus auf die Ankündigungen.

"Es wird keinen Krieg mehr geben"

Ziel sei eine "dauerhafte und stabile" Friedensregelung, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. "Es wird keinen Krieg mehr auf der koreanischen Halbinsel geben." Der Korea-Krieg (1950-1953) war mit einem Waffenstillstand zu Ende gegangen - ein Friedensvertrag wurde aber nicht geschlossen. Formal befinden sich beide Länder deswegen weiter im Kriegszustand.

Nun solle es mit den USA und möglicherweise auch mit China Treffen für eine Friedensvereinbarung geben, hieß es in der Gipfelerklärung. Washington und Peking haben den 1953 vereinbarten Waffenstillstand mit unterzeichnet.

Beide Staaten wollen atomwaffenfreie Halbinsel

Bei ihrem Treffen in der entmilitarisierten Zone zwischen beiden Staaten sprachen sich Kim und Moon auch für eine atomwaffenfreie Halbinsel aus. "Süd- und Nordkorea haben das gemeinsame Ziel bekräftigt, durch eine vollständige Denuklearisierung eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel zu verwirklichen", heißt es in der Abschlusserklärung.

Nordkorea ist wegen seines Atomwaffen- und Raketenprogramms international isoliert. Pjöngjang hatte im vergangenen Jahr eine Reihe von Raketentests sowie einen sechsten Atomwaffentest vorgenommen.

Gipfel der Symbole

Es war eine Begegnung voller Symbolik: An der Demarkationslinie reichten sich Moon und Kim am Morgen die Hand. Kim betrat als erster nordkoreanischer Machthaber seit Kriegsende südkoreanischen Boden. "Ich freue mich, Sie zu treffen", sagte Moon. Hand in Hand überschritten beide anschließend in einer improvisierten Geste die Grenze zum Norden. Nach einem Handschlag kehrten sie dann auf südkoreanisches Gebiet zurück und schritten zur sogenannten Friedenshalle auf der südlichen Seite des Grenzortes Panmunjom.

Dort trug sich Kim in das Gästebuch ein: "Eine neue Geschichte beginnt jetzt - am Ausgangspunkt der Geschichte und des Zeitalters von Frieden", schrieb Kim. Später pflanzte er zusammen mit Moon einen Baum nahe der Demarkationslinie.

Moon Jae-In und Kim Jong Un pflanzen einen Baum und enthüllen einen Gedenkstein
Moon und Kim pflanzen einen Baum und enthüllen einen Gedenkstein Quelle: reuters

Am Nachmittag unterzeichneten Kim und Moon dann die gemeinsame Erklärung. Anschließend umarmten sich die beiden. Kim versprach, dass die Vereinbarung - anders als in früheren Fällen - auch tatsächlich umgesetzt werden solle. Der Weg dorthin sei zwar steinig, sagte der Machthaber. "Aber ein Sieg kann nicht ohne Schmerz erreicht werden." Nach der Unterzeichnungszeremonie nahmen die beiden Politiker mit ihren Ehefrauen an einem Bankett teil, anschließend wollte Kim wieder nach Pjöngjang reisen.

Moon will im Herbst nach Pjöngjang reisen

Als Fortsetzung der diplomatischen Bemühungen will Moon noch in diesem Jahr in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang reisen. Die Reise ist laut der Gipfelerklärung für den Herbst geplant. In dem Abschlussdokument wird zudem für den Sommer ein Treffen koreanischer Familien angekündigt, die durch die Grenze getrennt wurden. Die Begegnung ist demnach für den 15. August geplant, dem sogenannten Nationalen Tag der Befreiung.

Für die nächsten Wochen ist außerdem ein Treffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump geplant. Dieser würdigte die Begegnung der Führer Nord- und Südkoreas als "historisch". "Koreakrieg vor dem Ende", schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. Der US-Präsident will Kim Ende Mai oder Anfang Juni treffen; eine solche Begegnung galt lange Zeit als ausgeschlossen.

Berlin reagiert verhalten

Japans Regierungschef Shinzo Abe bewertete Nordkoreas Bekenntnis zur atomaren Abrüstung positiv. Pjöngjang müsse seinen Ankündigungen nun aber "konkrete Schritte" folgen lassen, sagte Abe in Tokio. Auch Russland äußerte sich zuversichtlich. "Das sind sehr positive Nachrichten", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Präsident Wladimir Putin habe stets betont, dass eine Lösung des Korea-Konflikts nur durch einen direkten Dialog zwischen den beiden Nachbarstaaten zu erreichen sei.

Die Reaktion der Bundesregierung fiel zurückhaltender aus. Es sei zu begrüßen, "dass Nordkorea endlich die ausgestreckte Hand Südkoreas angenommen hat", sagte ein Außenamtssprecher in Berlin. Für eine genaue Ergebnisanalyse sei es aber noch zu früh.

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