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Umstrittenes Atomprogramm - Nordkorea schießt Rakete ins japanische Meer

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Nordkorea hat wieder eine Interkontinentalrakete abgefeuert, sie landete im japanischen Meer. US-Präsident Trump sprach von einer "Situation, mit der wir umgehen werden".

Die ballistische Interkontinentalrakete Hwasong-14 in Nordkorea
Eine ballistische Interkontinentalrakete Hwasong-14 in Nordkorea (Archivbild) Quelle: reuters

US-Präsident Donald Trump hat verhalten auf den jüngsten Raketentest Nordkoreas reagiert. Die USA würden sich darum kümmern, sagte Trump am Dienstag im Weißen Haus vor Reportern. Details nannte er nicht. "Das ist eine Situation, mit der wir umgehen werden", sagte Trump.

Zuvor hatte das Pentagon südkoreanische Meldungen bestätigt, dass Nordkorea abermals eine ballistische Interkontinentalrakete abfeuerte. Die Rakete sei von der Provinz Süd-Pyongan in östliche Richtung abgefeuert worden, meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) unter Berufung auf das südkoreanische Militär. Die Rakete flog demnach rund 960 Kilometer weit und in einer Höhe von 4.500 Kilometern.

Einem Pentagon-Sprecher zufolge habe das Geschoss keine Gefahr für Nordamerika oder verbündete Nationen dargestellt. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, erklärte via Twitter, Präsident Donald Trump sei über die Situation unterrichtet worden, während eine Rakete noch in der Luft war.

200 Seemeilen vor Japan gelandet

Nach Angaben der japanischen Regierung schlug die Rakete vermutlich weniger als 200 Seemeilen vor der Küste auf, also innerhalb der Ausschließlichen Wirtschaftszone Japans, in der viele Fischer und Frachter unterwegs sind. Regierungssprecher Yoshihide Suga verurteilte diese "inakzeptable" Provokation des Regimes in Pjöngjang. Südkoreas Generalstab erklärte, die Regierung in Seoul habe als Reaktion darauf Zielübungen vorgenommen. Details dazu wurden nicht genannt.

Der letzte Raketenabschuss Nordkoreas war am 15. September erfolgt. Damals hatte das Regime in Pjöngjang eine Rakete über Japan hinweg geschossen, die anschließend in den Pazifik stürzte. Zuvor hatte Nordkorea Ende August eine Mittelstreckenrakete abgefeuert und im Juli zwei Interkontinentalraketen getestet. Diese haben eine Reichweite von mehr als 5500 Kilometern.

EU und NATO verurteilen Abschuss

EU und NATO verurteilten den jüngsten Raketenabschuss Nordkoreas. "Dies ist ein weiterer Bruch zahlreicher UN-Sicherheitsrats-Resolutionen, der die regionale und internationale Sicherheit untergräbt", urteilte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. "Nordkorea muss wieder in einen glaubwürdigen und gehaltvollen Dialog mit der internationalen Gemeinschaft eintreten."

Eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini bezeichnete den Raketenabschuss als inakzeptable Verletzung der internationalen Verpflichtungen Nordkoreas. Nordkorea müsse sein Atom- und Raketenprogramm einstellen. Die deswegen geltenden EU-Strafmaßnahmen gegen Nordkorea sind schon heute schärfer als gegen alle anderen mit Sanktionen belegten Länder der Welt. Beispielsweise dürfen in das Land keinerlei Öl- und Ölprodukte mehr geliefert werden. Zudem sind Investitionen in Nordkorea verboten, um die Devisenbeschaffung zu verhindern.

Von USA als Terror-Unterstützer eingestuft

In den vergangenen Monaten hatten sich die Spannungen in der Region wieder deutlich verschärft, nachdem Nordkorea mehrfach Raketen sowie Anfang September eine weitere Atombombe getestet und damit erneut gegen UN-Resolutionen verstoßen hatte.

Die USA hatten Nordkorea zuletzt auf die Liste der staatlichen Unterstützer von Terrorismus gesetzt. Das US-Finanzministerium verstärkte die Sanktionen gegen das kommunistisch geführte Land. Zahlreiche Länder hatten ihre Wirtschaftsbeziehungen zu Nordkorea bereits deutlich zurückgefahren oder eingestellt.

60 Tage ohne Provokationen

US-Außenminister Rex Tillerson hatte jüngst weiter Hoffnung auf eine diplomatische Lösung des Konflikts geäußert. "Viele sind der Auffassung, dass bedeutende Resultate erzielt werden", sagte Tillerson vergangene Woche über die US-Strategie des "maximalen Drucks". Es gebe gesicherte Anzeichen dafür, dass Nordkorea vor einem Versorgungsproblem bei Treibstoff stehe und die Staatseinnahmen deutlich sinken. "Vielleicht ist das der Grund dafür, dass es seit 60 Tagen keinen provokativen Akt mehr seitens Pjöngjang gegeben hat."

Nordkorea bezeichnete seine Wiederaufnahme auf die US-Liste von Terror-Unterstützerstaaten als "schwere Provokation". Das Außenministerium in Pjöngjang warf Washington eine feindselige Politik vor. Nordkorea werde daher sein Atomprogramm weiter ausbauen. Die Nuklearwaffen dienten der Verteidigung der eigenen Souveränität, wurde ein Sprecher von den Staatsmedien zitiert.

Chronologie: Nordkorea und Atomwaffen

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