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Nach Atomwaffentest - Nordkorea: Süden macht Manöver, USA drohen

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Südkorea reagiert mit einer Militärübung auf den jüngsten Atomtest seines Nachbarn im Norden. Die USA drohen Nordkorea mit einem Militärschlag im Falle eines Angriffs. Am Montag beschäftigt sich der UN-Sicherheitsrat mit der jüngsten Provokation aus Pjöngjang.

Es ist der bisher größte Atomwaffentest Nordkoreas: Nach eigenen Angaben hat Pjöngjang eine Wasserstoffbombe getestet. In New York ist der Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengekommen. Es wird über neue Sanktionen beraten.

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Wie der Generalstab in Seoul bekannt gab, simulierten Soldaten einen Angriff auf die Atomtestanlage in Nordkorea. In der Live-Übung seien F-15-Kampfjets und ballistische Raketen eingesetzt worden. Diese hätten ein Ziel im Meer an der Ostküste Südkoreas "exakt" getroffen. Wie die Agentur Reuters berichtet, will Südkorea nun den Aufbau des US-Raketenabwehrsystems THAAD vorantreiben.

Präsident Moon Jaeh In telefonierte nach Angaben seines Büros mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe. Beide Männer wollten sich für schärfere UN-Resolution gegen Nordkorea einsetzen, hieß es. Abe kündigte an, auch sein Land wolle die Raketenabwehr ausbauen. Aus Diplomatenkreisen war zuvor verlautet, neue Strafmaßnahmen der UN könnten die nordkoreanische Textilindustrie oder die Fluggesellschaft des Landes ins Visier nehmen.

Trump: Mit allen Mitteln

US-Präsident Donald Trump sprach von der Entschlossenheit seiner Regierung, die USA und deren Verbündete "mit allen uns zur Verfügung stehenden diplomatischen, konventionellen und atomaren Mitteln" zu verteidigen. Auch US-Verteidigungsminister James Mattis warnte Nordkorea davor, die USA oder ihre Verbündete zu bedrohen. Dies werde eine "massive militärische Antwort nach sich ziehen, eine sowohl effektive als auch überwältigende Antwort". Militäreinsätze gegen Nordkorea gelten unter anderem deswegen als riskant, weil die südkoreanische Hauptstadt Seoul in Reichweite der nordkoreanischen Artillerie liegt.

Trump ergänzte, sein Land erwäge einen Abbruch der Handelsbeziehungen zu allen Staaten, die Geschäfte mit Nordkorea machten. Experten äußerten sich dazu allerdings skeptisch: Matthew Goodman vom Center for International and Strategic Studies wies darauf hin, dass davon nicht nur China, sondern auch Frankreich, Indien und Mexiko betroffen wären. Der Plan sei "absurd", sagte Goodman.

Sicherheitsrat tagt

Nordkorea hatte am Sonntag seinen bislang stärksten Atomtest unternommen und dabei nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe gezündet. Bereits im Januar 2016 hatte Pjöngjang verkündet, erstmals eine Wasserstoffbombe erfolgreich getestet zu haben - damals bezweifelten Experten allerdings, dass es sich bei dem Atomtest tatsächlich um eine Wasserstoffbombe handelte. Solche Bomben sind technisch außerordentlich kompliziert herzustellen. Sie haben eine weit stärkere Explosionskraft als herkömmliche Atombomben.

Im Laufe des Tages sollte der UN-Sicherheitsrat zu einer Sondersitzung zusammentreten. Die Börsen in Fernost reagierten mit Verlusten auf die Entwicklung. International wurde der Schritt verurteilt, auch vom Verbündeten China.

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