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Siebtes Todesopfer nach Unfall in Südtirol

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Alkoholfahrt - Siebtes Todesopfer nach Unfall in Südtirol

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Die Zahl der Toten nach dem Unfall in Südtirol hat sich auf sieben erhöht. Das teilte die Polizei in Bozen mit. Der Unfallfahrer wurde nach der Tragödie ins Gefängnis verlegt.

Im Wintersportort Luttach rast ein stark alkoholisierter Autofahrer in eine 17-köpfige deutsche Reisegruppe. Sechs Menschen starben, elf wurden verletzt, vier davon schwer. Am Unfallort herrscht Fassungslosigkeit und Trauer.

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Der Unfallfahrer, der in Südtirol sieben Deutsche getötet hat, wird nach Angaben der Polizei nach Bozen ins Gefängnis verlegt. Der 27-Jährige sei bereits aus dem Krankenhaus in Bruneck entlassen worden. Dem Fahrer drohen bis zu 18 Jahre Haft wegen der Schwere des Unfalls. Polizei und Staatsanwaltschaft in Südtirol ermitteln weiter zu den Umständen der tödlichen Alkoholfahrt im Wintersportort Luttach vom Sonntag.

Einer der Verletzten schwebt noch in Lebensgefahr

Der 27-Jährige war in der Nacht zu Sonntag in eine Gruppe junger deutscher Skiurlauber gerast und hatte sechs von ihnen getötet. Die Urlauber im Alter zwischen 20 und 25 Jahren seien noch am Unfallort gestorben. Unter den Toten waren drei Männer und vier Frauen. Außerdem wurden zehn Menschen verletzt, einige von ihnen schwer.

Bis Montag reisten immer mehr trauernde Angehörige aus Deutschland nach Südtirol. Viele kamen zum Krankenhaus in Bruneck, rund 20 Fahrkilometer von Luttach entfernt. Dort befanden sich die Toten, um abschließend identifiziert zu werden.

Staatsanwaltschaft: Fahrer fuhr vermutlich zu schnell

Gedenken an die Getöteten in Luttach (Südtirol)
Gedenken an die Unfallopfer in Luttach.
Quelle: DPA

Der Fahrer aus der Region war stark betrunken, wie ein Bluttest ergab. Die Behörden stellten einen Alkoholwert von mehr als 1,9 Promille fest. Am Sonntagabend hatte die Staatsanwaltschaft in Bozen mitgeteilt: "Aufgrund der gesamten Unfalldynamik ist von einer erheblichen Übertretung der Geschwindigkeitsbegrenzung auszugehen. Es wird ein Gutachten zur genauen Feststellung der Geschwindigkeit in Erwägung gezogen." An der Unglücksstelle sind 50 Kilometer pro Stunde erlaubt.

Nach dem Unfall hieß es, der Fahrer stünde unter Schock und sei in psychologischer Behandlung. Nach Medienberichten bestand womöglich auch Suizidgefahr. Er habe "Sachen gesagt", die in diese Richtung gehen könnten, bestätigte ein Polizeisprecher.

Neue Erkenntnisse erst nach Feiertag

Die Polizei in Bozen machte am Montag keine neuen Angaben zum Zustand der Verletzten, die in verschiedene Krankenhäuser gebracht worden waren. Da der Dreikönigstag in Italien ein Feiertag ist, dürfte es zu den Untersuchungen zum Hergang vermutlich erst am Dienstag mehr Neuigkeiten geben, sagte ein Sprecher.

Der Unfall ereignete sich in Luttach, einem italienischen Dorf in der Gemeinde Ahrntal. Es liegt an der österreichischen Grenze und ist als Ski- und Wintersportgebiet bekannt. Die jungen Urlauber befanden sich auf dem Heimweg von einem Discobesuch. Gegen 1.15 Uhr stiegen sie aus einem Shuttlebus und überquerten die Hauptstraße, als es zum Unglück kam.

Karte: Luttach, Italien.
Quelle: ZDF

Demonstration für mehr Sicherheit auf Straßen

An der Unfallstelle erinnerten am Montag weiter Grablichter, Blumen und Bilder an die Katastrophe. Bürgermeister Helmut Klammer betonte erneut sein Mitgefühl mit den Angehörigen. "Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Familien", sagte er. Es gab viele Trauerbekundungen, auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Italiens Regierungschef Giuseppe Conte.

"Die Nachrichten aus Südtirol sind erschütternd - ein fröhlicher Abend, der in der Katastrophe endet", schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter. Merkel trauere mit allen, "die dort heute Nacht Kinder, Geschwister, Freunde verloren haben". Den Verletzten wünschte sie Kraft und baldige Genesung.

Nach zahlreichen schweren Autounfällen in kurzer Zeit in Italien ist in der Hauptstadt Rom eine Kundgebung für den 23. Februar für mehr Sicherheit auf den Straßen geplant. Dazu rufen mehrere Verbände auf, darunter auch Radfahrer.

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