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Nationale Strategien gegen Suizid gefordert - WHO: Alle 40 Sekunden tötet sich ein Mensch

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Die Weltgesundheitsorganisation hat die hohe Zahl von Suiziden weltweit beklagt und zur Prävention aufgerufen. Jugendliche aus reichen Ländern sind besonders gefährdet.

WHO: Alle 40 Sekunden stirbt ein Mensch durch Suizid. Archivbild
Laut WHO stirbt alle 40 Sekunden ein Mensch durch Suizid. (Archivbild)
Quelle: Stephanie Pilick/dpa

Jedes Jahr nehmen sich laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast 800.000 Menschen das Leben, das zeigt ein Bericht der WHO zum Suizidpräventionstag. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist Selbstmord sogar die zweithäufigste Todesursache. Nur durch Verkehrsunfälle sterben laut WHO mehr junge Menschen. Insgesamt begehen Männer deutlich häufiger Suizid als Frauen.

Alle 40 Sekunden sterbe ein Mensch durch Selbsttötung, erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. Weltweit kamen 2016 den Angaben zufolge 10,5 Suizide auf 100.000 Menschen. Tedros betonte, dass jeder Tod eine Tragödie für die Familie, Freunde und Kollegen sei. Auch die soziale Herkunft der Menschen spielt für Selbstmorde eine Rolle: In den reichen Ländern sei die Suizidrate mit 11,5 pro 100.000 Einwohner am höchsten. Dort kämen zudem fast drei Mal mehr Männer als Frauen durch Suizid ums Leben.

Warnzeichen ernst nehmen und Prävention leisten

Suizide könnten verhindert werden, unterstrich der WHO-Chef. Jedes Land müsse wirksame nationale Strategien zur Suizidprävention umsetzen. Weltweit verfügten aber nur 38 Staaten über entsprechende Strategien. So müssten junge Menschen lernen, wie sie Stress bewältigen können. Zudem müssten Warnzeichen auf potenzielle Selbsttötungen ernst genommen werden.

Auch müsse der Zugang zu Schusswaffen und hochgiftigen Pestiziden erschwert und blockiert werden, sagte der WHO-Präsident. Mit Waffen und giftigen Substanzen werden laut der WHO viele Suizide verübt. In Sri Lanka und Südkorea hätten Verbote von Pestiziden zu einem starken Rückgang von Suiziden geführt.

Auslöser für Suizidgedanken können traumatisch erlebte Ereignisse wie der Verlust wichtiger Bezugspersonen, schwerere Erkrankungen, Veränderungen von Lebensumständen wie der Verlust des Arbeitsplatzes sein. Wichtige Motive sind auch das Gefühl der Wertlosigkeit, Einsamkeit und der drohende Verlust der Autonomie. Manchmal kündigen Betroffenen auch den Suizid an. Bei Sätzen wie "Mein Leben hat keinen Sinn mehr", oder "ich kann nicht mehr weiterleben" sollte man nicht weghören, rät eine Expertin der Telefonseelsorge. Wichtig sei es, zuzuhören, nachzufragen oder auch auf professionelle Hilfe hinzuweisen.

Anlaufstellen und Hilfsangebote

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5 min
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Caritas weitet Beratungsangebot aus

Die Caritas erweitert ihre Online-Beratung für junge Menschen mit Suizidgedanken. Das Beratungsangebot "U25 - Suizidprävention" startet zum Welttag der Suizidprävention am Dienstag auf der Videoplattform Youtube, wie der katholische Wohlfahrtsverband in Berlin mitteilte.

"Die weiterhin starke Nachfrage für das Beratungsangebot [U25] zeigt, wie viele Heranwachsende mit suizidalen Krisen zu kämpfen haben", sagte Verbandspräsident Peter Neher. Auf dem Youtube-Kanal "u25.de/youtube" sollen Beiträge über Beratungsangebote und verschiedene Aufklärungs- und Informationsvideos zu finden sein.

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