Sie sind hier:

Wie gefährlich ist Sulfoxaflor? - Neues Pestizid macht Imkern Angst

Datum:

Neue Bedrohung für Bienen, Hummeln und Co.? Ein neues Pestizid beunruhigt Imker und Umweltschützer.

Bienen
Quelle: ZDF

Mehr Schutz für Bienen, weniger Pestizide und mehr Transparenz bei den Zulassungsverfahren - das haben europäische Kommission und die deutsche Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner versprochen. Bienenkiller wie die berüchtigten Neonicotinoide, kurz Nicos, sind ab 2019 auf den Äckern verboten. Prompt bringen Großkonzerne das nächste Pestizid auf den Markt. Hersteller Corteva, eine Tochter des amerikanischen Multis DowDuPont wirbt bereits kräftig. Die neue Wunderwaffe basiert auf dem Wirkstoff Sulfoxaflor. Der Stoff sei genauso wirksam wie die Neonics, aber unschädlich, behauptet Corteva.

In weiten Teilen geschwärzt

Das Umweltinstitut München versuchte, Einsicht in die Studien zu erlangen, die der Hersteller vorgelegt hat. Doch die EU-Kommission mauert. Die Umweltschützer bekamen nur eine in weiten Teilen geschwärzte Zusammenfassung der Studien zu sehen. Brüssel argumentiert mit "geistigem Eigentum" und "wirtschaftlichen Interessen" des Unternehmens. Corteva spricht von 300 Millionen Dollar Entwicklungskosten, die schließlich auf dem Spiel stünden.

Geheimniskrämerei auch bei der deutschen Zulassungsbehörde, dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Das Münchner Umweltinstitut wollte wissen, welche Pestizide zugelassen werden sollen. Keine Auskunft. Die Umweltschützer klagten und bekamen Recht. Auf die Auskunft warten sie allerdings immer noch. Die Landwirtschaftsministerin erklärte gegenüber Frontal 21: "Wir wollen nicht der Wirtschaftsspionage Tür und Tor öffnen".

Studie: Hummeln stark beeinträchtigt

Anders in Frankreich: Hier wurde die bereits bestehende Zulassung für das neue Pestizid wieder zurückgezogen. Umweltschützer hatten geklagt, weil in dem Zulassungsantrag wichtige Studien fehlten.

Forscher an der Royal Holloway Universität in London haben inzwischen eine eigene Studie vorgelegt. Resultat: Der Stoff beeinträchtigt stark die Fortpflanzungsfähigkeit von Bestäubern wie Hummeln.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.