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Für mehr Klimaschutz - Umweltbundesamt will SUVs teurer machen

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Der Klimaschutz ist den Deutschen wichtig, trotzdem hält der SUV-Trend an. Das Umweltbundesamt fordert deshalb, die KfZ-Steuer auf emissionsstarke Autos zu erhöhen.

SUV am Strassenrand
Mehr CO2, mehr Steuern? SUVs in der Kritik
Quelle: dpa

Angesichts des anhaltenden SUV-Booms plädiert das Umweltbundesamt dafür, für mehr Klimaschutz Fahrzeuge mit hohem CO2-Ausstoß zu verteuern. "Wir müssen Maßnahmen finden, um klimafreundliche Mobilität zu fördern", sagte die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger. Ein Vorschlag des Umweltbundesamtes sei ein aufkommensneutrales Bonus-Malus-System für Neufahrzeuge.

Der Malus würde bei Fahrzeugen mit hohem CO2-Emissionen durch eine über mehrere Jahre erhöhte Kfz-Steuer erhoben. Der Bonus würde durch eine gezielte Förderung beim Neukauf eines CO2-verbrauchsarmen Autos ausgezahlt. Ein kurzfristiger Anreiz könne auch sein, die Energiesteuern von Diesel und Benzin anzugleichen, so Krautzberger. Seit Jahren sei Diesel mit 18,4 Cent pro Liter subventioniert. "Auch das hat dazu beigetragen, dass große und schwere Autos zunehmend mit Dieselmotoren ausgestattet werden - der Effizienzvorteil des Diesel besteht damit nur noch auf dem Papier. Vom Diesel als Klimaschützer kann daher auch keine Rede mehr sein."

SUV-Markt um 15 Prozent gewachsen

Im Juli hatte das Segment der sportlichen Geländewagen (SUV) erneut stark zugelegt. Die Zahl der Neuzulassungen erhöhte sich nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) um mehr als 15 Prozent gemessen am Vorjahresmonat - der Pkw-Gesamtmarkt wuchs um knapp 5 Prozent. Die Zahl der Geländewagen stieg um 19,4 Prozent - die Kompaktklasse dagegen verlor 1,6 Prozent.

Das KBA unterscheidet zwischen den Segmenten SUV und Geländewagen, dies hat mit optischen und technischen Merkmalen zu tun. Die Hersteller vermarkten die Fahrzeuge aber meistens als SUV. Für sie sind SUVs ein lohnendes Geschäft, weil ihr Verkauf mehr Rendite abwirft als der von Klein- und Kompaktwagen. In der Debatte um mehr Klimaschutz muss aber vor allem der Verkehrsbereich liefern, damit Deutschland die Klimaziele erreicht.

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CO2 einsparen, dabei Bürger entlasten

Am 20. September will das Klimakabinett der Bundesregierung über ein Gesamtpaket entscheiden. Dabei geht es auch um eine mögliche Bepreisung des CO2-Ausstoßes. Damit würden Sprit, Heizöl und Erdgas teurer, um im Verkehrs- und Gebäudebereich das Einsparen von Kohlendioxid (CO2) zu fördern. Bürger sollen im Gegenzug entlastet werden.

Im Gespräch ist auch eine Reform der Kfz-Steuer, die sich künftig mehr am CO2-Ausstoß orientieren könnte. "Über einen SUV-Boom darf man sich nicht wundern, wenn die Autoindustrie ein Modell nach dem anderen in die Verkaufsräume bringt", sagte der Grünen-Verkehrspolitiker Stephan Kühn der dpa. "Autohersteller, die ihr Portfolio auf solche Klimakiller ausrichten, torpedieren den Klimaschutz."

Spritschlucker stärker in die Verantwortung nehmen

Der Verkehrsbereich sei das klimapolitische Sorgenkind, was auch an den vielen SUVs und Geländewagen auf den Straßen liege. "Das Klimakabinett muss Spritschlucker stärker in die klimapolitische Verantwortung nehmen", sagte Kühn. Er sprach sich ebenfalls für ein Bonus-Malus-System in der Kfz-Steuer aus, damit verbrauchsstarke SUVs und Geländewagen für ihre "Umweltschäden" geradestehen. Der Grünen-Politiker fügte hinzu: "Mit einem CO2-Preis können Spritsparer entlastet werden, weil sie über die Senkung der Stromsteuer und ein jährliches Energiegeld unter dem Strich ein Plus machen können. Wer aber weiter seinen PS-Boliden fahren möchte, würde künftig stärker an seinen Umweltkosten beteiligt."

SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch, will Neuwagenkäufer stärker zur Kasse bitten, wenn sie sich künftig für einen Diesel oder einen Benziner statt eines Elektroautos entscheiden. "Wenn jemand das Geld hat, sich ein neues Auto zu kaufen, und unbedingt einen PS-starken Verbrenner will, obwohl umweltfreundlichere Elektroautos zur Verfügung stehen, dann muss er dafür einen Preis bezahlen", sagte Miersch dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Klimaschädliches Verhalten hat einen Preis, und warum sollten wir den als Gesellschaft nicht auch einfordern?"

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FDP gegen SUV-Steuer

FDP-Chef Christian Lindner hat sich gegen eine SUV-Besteuerung, aber für eine Steuer über den Kraftstoffpreis ausgesprochen. Eine wesentliche Rolle spiele das Nutzungsverhalten der Autobesitzer, sagte Lindner den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Ein Diesel-SUV, das nur wenige Kilometer genutzt wird, ist umweltfreundlicher als der Kleinwagen mit hoher Fahrleistung", sagte Lindner. Die Steuerung solle also über den Kraftstoffpreis erfolgen. "Nicht die Art oder der Antrieb eines Autos ist entscheidend, sondern die CO2-Bilanz", sagte der FDP-Chef weiter.

Bisher viele Hybridantriebe

Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen sagte, neu zugelassene SUV hätten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres im Durchschnitt 144,1 Gramm CO2 pro Kilometer ausgestoßen. Dies entspreche einem Durchschnittsverbrauch von 6,2 Litern Sprit auf 100 Kilometer. Zum Vergleich: Alle Pkw-Neuwagen zusammen seien auf einen durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 133,4 Gramm pro Kilometer gekommen - bei einem Verbrauch von 5,6 Litern.

Dudenhöffer verwies darauf, dass zunehmend reine Elektro-SUV verkauft würden, wenn auch auf einem bisher niedrigen Niveau. Bisher sind viele SUV Plug-in-Hybride. Dies sind Autos mit Hybridantrieb, die sowohl über den Verbrennungsmotor als auch am Stromnetz geladen werden können. Notwendig sei ein "echter Umstieg" in batterie-getriebene Elektroautos oder Null-CO2-Autos. Daher sollten Kraftstoffe deutlich mit CO2-Abgaben belastet werden.

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