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Ärger über Militärschlag - Iran nennt Trump, Macron und May "Verbrecher"

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Der oberste religiöser Führer Irans, Ali Chamenei, hat die Angriffe der USA, Frankreichs und Großbritanniens auf Ziele in Syrien scharf verurteilt.

Ali Khamenei - Iran
Irans religiöses Oberhaupt Ali Chamenei greift die westlichen Mächte direkt an. Quelle: ap

"Ich sage es ganz offen: Die Angriffe waren ein Verbrechen, und die drei an den Angriffen beteiligten Regierungschefs sind dementsprechend Verbrecher": Mit diesen Worten ging Irans geistliches Oberhaupt Ali Chamenei die Verantwortlichen des Militärschlags in Syrien direkt und ausdrücklich an: US-Präsident Donald Trump, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und die britische Regierungschefin Theresa May.

Zwar haben die Westmächte bei ihren Angriffen in Syrien die iranischen Truppen verschont. Doch das stimmt die Islamische Republik, wie Russland Verbündeter des syrischen Machthabers Baschar al-Assad, in ihrem Urteil nicht milde.

Verstoß gegen internationales Recht?

Das iranische Außenministerium bezeichnete die Angriffe als klaren Verstoß gegen internationales Recht und Verletzung der territorialen Integrität Syriens. Iran verurteile jeglichen Einsatz chemischer Waffen. Das Thema hätte aber nicht als Vorwand für militärische Angriffe auf einen Mitgliedsstaat der Vereinten Nationen genutzt werden dürfen, teilte das Außenministerium mit. 

Auch die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) reagierten empört. "Die Amerikaner wollten ja nie die Untersuchungsergebnisse der angeblichen Giftgasangriffe abwarten, sondern suchten nach einem Vorwand für ihre Angriffe", sagte der IRGC-Sprecher Jadollah Dschawani der Nachrichtenagentur Tasnim. Die "Abenteuerpolitik" der USA gefährde die Sicherheit der Region und werde Konsequenzen haben - "die aber werden mehr den Amerikanern schaden".

Trump "gleichzeitig Richter und Henker"

Der Westen macht die syrische Führung für den mutmaßlichen Chemiewaffenangriff auf die Stadt Duma verantwortlich, bei dem am 7. April nach Angaben örtlicher Ärzte und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 40 Menschen getötet wurden. Als Reaktion flogen Frankreich, die USA und Großbritannien am Samstagmorgen Luftangriffe auf syrische Forschungs- und Produktionsstätten.

"Es sind die Verbrechen eines Monsters", hatte US-Präsident Trump die Angriffe rechtfertigt. "Die Welt sollte jemandem wie Trump nicht erlauben, gleichzeitig globalen Staatsanwalt, Richter und Henker zu spielen", sagte dazu der iranische Politologe Kalani Moghaddam. Das sei seiner Einschätzung nach nicht nur gefährlich für den Nahen Osten, sondern für die gesamte Welt.

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